Alleen als schützenswertes Kulturgut
In Berlin fand ein parlamentarischer Abend statt, bei dem Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Vertreter des Bundesverkehrsministeriums und Experten aus verschiedenen Verbänden über die Zukunft deutscher Alleen diskutierten. Die Veranstaltung wurde von fünf Parlamentariern in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und dem Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. organisiert.
Helmut Selders, Präsident des Bundes deutscher Baumschulen, betonte die landschaftsprägende Bedeutung von Alleen als Kulturgut. Er lehnte es ab, Alleen zugunsten der Verkehrssicherheit zu beseitigen. Dr. Wolfgang von Geldern, Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, hob das Engagement seines Verbandes hervor, die RPS-Richtlinie anzupassen. Er verwies auf die Bildung der Arbeitsgruppe „Kulturgut Alleen“, um dieses Ziel zu beschleunigen.
Beide Präsidenten unterstrichen, dass Alleen nicht nur eine ästhetische Funktion erfüllen. Sie gliedern den Straßenraum und bieten eine optische Linienführung, die für Verkehrsteilnehmer relevant ist. Zudem wurde die ökologische Brückenfunktion der Alleebäume, insbesondere für die Kleinfauna, hervorgehoben. Monotone Asphaltpisten seien daher keine Alternative zu Alleen.
BdB und SDW sprachen sich für eine angepasste Fahrweise und den Einsatz von Leitplanken an Gefahrenstellen aus, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die von Bundesverkehrsministerium geplanten neuen Abstandsregeln für Bäume an Straßen lehnten die Verbände ab, da diese das Ende der Alleen bedeuten würden. Von Geldern und Selders dankten den Parlamentariern für die Einrichtung einer interfraktionellen Arbeitsgruppe im Deutschen Bundestag, um das Thema „Kulturgut Allee“ politisch präsent zu halten.
Die 1947 gegründete SDW ist eine der ältesten deutschen Umweltschutzorganisationen. Sie hat rund 25.000 aktive Mitglieder in 14 Landesverbänden. Ihr Ziel ist der Erhalt des Waldes für den Menschen. Schwerpunkte der Arbeit sind die Begeisterung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen für den Wald, wozu Projekte wie die Waldjugendspiele, Waldschulen und Schulwälder gehören. Weitere Aufgaben der SDW umfassen Aufforstungen, Baumpflanzungen und den Alleenschutz.
Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. vertritt als berufsständische Vereinigung die Interessen der Baumschulen. Er repräsentiert rund 1.000 angeschlossene Betriebe und setzt sich für die Stärkung und Wettbewerbsfähigkeit der Baumschulwirtschaft ein. Die Branche kultiviert Gehölze auf über 20.000 Hektar mit einem jährlichen Produktionswert von über einer Milliarde Euro. Der BdB ist in 16 Landesverbände unterteilt, in denen überwiegend kleine und mittelständische Baumschulunternehmen organisiert sind. Das Leitmotiv der Branche lautet „Grün ist Leben – Baumschulen schaffen Leben“.
