Allgemeines

Globale Inflationserwartungen bleiben über Zentralbankzielen

Wirtschaftsexperten prognostizieren für die kommenden vier Jahre lediglich einen moderaten Rückgang der Inflationsraten. Die Inflationserwartungen bleiben über den Inflationszielen vieler Zentralbanken, was größere Zinssenkungen unwahrscheinlich macht.

Moderate Inflationsentwicklung erwartet

Wirtschaftsexperten prognostizieren für die kommenden vier Jahre lediglich einen moderaten Rückgang der Inflationsraten. Dies geht aus dem Economic Experts Survey hervor, einer vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts und des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik. Für das Jahr 2025 wird global eine durchschnittliche Inflationsrate von 3,9 Prozent erwartet.

Die Inflationserwartungen bleiben über den Inflationszielen vieler Zentralbanken. Größere Zinssenkungen sind bei diesen Inflationserwartungen unwahrscheinlich.

Auch langfristig wird nur mit einem leichten Rückgang gerechnet. Für 2026 und 2027 wird eine weltweite Teuerungsrate von jeweils 3,5 Prozent prognostiziert.

Regionale Unterschiede bei den Inflationsprognosen

Für Deutschland erwarten die Experten im Jahr 2025 eine Inflationsrate von 2,4 Prozent, für Österreich 2,5 Prozent und für die Schweiz 1,2 Prozent. Insbesondere in Nordamerika sind die Inflationserwartungen gestiegen. Für 2025 werden dort 2,6 Prozent Inflation erwartet, was einer Steigerung von 0,2 Prozentpunkten gegenüber der Vorquartalsumfrage entspricht. Für 2026 werden 2,8 Prozent und für 2028 2,9 Prozent Inflation in Nordamerika prognostiziert.

Südamerika und weite Teile Afrikas zählen zu den Regionen mit besonders hohen Inflationserwartungen, wo Inflationsraten von über 20 Prozent erwartet werden.

An der Umfrage, die vom 4. bis 18. Dezember durchgeführt wurde, nahmen 1.398 Experten aus 125 Ländern teil.

Grundlagen der Inflationsmessung

Inflation beschreibt im allgemeinen Sprachgebrauch einen über mehrere Perioden anhaltenden Anstieg des Preisniveaus. In Deutschland wird sie unter anderem anhand des Verbraucherpreisindex (VPI) gemessen, der monatlich vom Statistischen Bundesamt berechnet und veröffentlicht wird.

Die prozentuale Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahreszeitraum wird als Inflationsrate bezeichnet. Sie gibt an, wie sich die Preise für private Konsumausgaben in Deutschland im Durchschnitt innerhalb eines Jahres verändern. Synonyme Begriffe sind „Teuerung“ oder „Teuerungsrate“.

Der Verbraucherpreisindex und seine Berechnung

Der VPI misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke erwerben. Bei der Berechnung des VPI wird die durchschnittliche Preisentwicklung jeder Güterart gegenüber dem Basisjahr mit einem spezifischen Ausgabenanteil gewichtet. Dieser Anteil ergibt sich aus den durchschnittlichen Ausgaben aller privaten Haushalte in Deutschland für die jeweilige Güterart. Das Wägungsschema bietet einen Überblick über alle Güterarten und ihre Ausgabenanteile in Promille.

Die persönliche Inflationsrate

Die individuelle Betroffenheit eines Haushalts von der Inflation hängt von dessen Ausgabenverhalten ab. Konsumgüter wie Kraftstoffe oder Fahrzeugwartung, die Teil des VPI-Warenkorbs sind, beeinflussen Haushalte ohne Auto nicht. Ein persönlicher Inflationsrechner ermöglicht es, einzelne Güterbereiche an das eigene Verbrauchsverhalten anzupassen und eine individuelle Inflationsrate zu ermitteln.

16.01.2025

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