Allgemeines, Bodenpflege

Online-Tool „Pflug-Lotse“ unterstützt bei der Wahl der Bodenbearbeitung

Der Pflug-Lotse unterstützt Landwirte bei der Auswahl der passenden Bodenbearbeitung für ihre Standortbedingungen. Das kostenfreie Online-Tool kombiniert Betriebsdaten, Anbauziele und Klimafaktoren und liefert konkrete Empfehlungen für Bearbeitung, Aussaat und Anpassungsstrategien.

Standortgerechte Bodenbearbeitung und Klimaanpassung

Die Wahl der passenden Bodenbearbeitung entscheidet maßgeblich über den Erfolg einer Kultur. Standortbedingungen, eingesetzte Technik, Düngung und klimatische Faktoren müssen vor der Bearbeitung des Bodens sorgfältig berücksichtigt werden. Mit dem Online-Programm Pflug-Lotse steht Landwirten nun ein digitales Werkzeug zur Verfügung, das bei der Auswahl der geeigneten Bearbeitungstechnik für individuelle Standortbedingungen und Anbauziele unterstützt.

Hintergrund ist die zunehmende Herausforderung, landwirtschaftliche Produktionssysteme an veränderte Klimabedingungen anzupassen. Um mit den erwarteten Folgen des Klimawandels umgehen zu können, müssen Anbausysteme möglichst präzise auf den jeweiligen Standort abgestimmt sein. Genau an diesem Punkt setzt der Pflug-Lotse an: Das kostenfrei nutzbare Online-Tool hilft dabei, Strategien für eine standortangepasste und klimaflexible Bodenbearbeitung zu entwickeln.

Standortdaten und betriebliche Ziele als Grundlage

Die Nutzung erfolgt in wenigen Schritten online. Landwirte geben zunächst grundlegende Informationen zu ihrem Betrieb und zu den geplanten Kulturen ein. Dazu gehören Angaben zur Bodenbeschaffenheit und zu klimatischen Bedingungen am Standort. Auch mögliche gesetzliche Vorgaben, etwa zum Erosionsschutz, können in die Planung einbezogen werden.

Diese Angaben definieren zunächst die betrieblichen Rahmenbedingungen. Anschließend werden Informationen zu den Erfahrungen und Fähigkeiten des Anwenders abgefragt. So kann beispielsweise angegeben werden, ob bereits Erfahrung mit Mulchsaat oder Direktsaat besteht oder ob eine besonders zeitsparende Form der Bodenbearbeitung angestrebt wird.

Im nächsten Schritt wählen Nutzer aus verschiedenen Themenbereichen die drei wichtigsten Ziele für ihren Pflanzenbau aus. Dazu zählen unter anderem:

  • Einarbeitung von Strohresten
  • Einsatz von Wirtschaftsdüngern
  • Strategien zur Unkrautbekämpfung

Bei der Unkrautregulierung können zusätzlich jene Unkrautgruppen angegeben werden, die auf dem jeweiligen Betrieb besondere Probleme verursachen. Auch ein geplanter Zwischenfruchtanbau lässt sich in die Planung integrieren. Damit berücksichtigt das System zentrale Faktoren, die die Wahl der Bearbeitungsstrategie beeinflussen.

Konkrete Empfehlungen für Bodenbearbeitung und Aussaat

Der Pflug-Lotse steht aktuell für die Kulturen Silomais, Winterraps und Wintergetreide zur Verfügung. Auf Grundlage der eingegebenen Daten erstellt das System eine Auswertung mit Empfehlungen zur geeigneten Bodenbearbeitung und zur Aussaatstrategie. Gleichzeitig werden mögliche Anpassungsstrategien an klimatische Veränderungen aufgezeigt.

Darüber hinaus erhalten Nutzer ergänzende Hinweise und fachliche Informationen zu verschiedenen Bearbeitungsvarianten. Die Ergebnisse können gespeichert werden. Auf diese Weise entsteht mit der Zeit eine betriebsindividuelle Datensammlung, auf die in den Folgejahren zurückgegriffen werden kann. Das integrierte wissenschaftliche Know-how unterstützt Landwirte damit langfristig bei der Optimierung ihrer Anbauplanung.

Teil eines Forschungsprojekts zur Klimaanpassung

Entwickelt wurde der Pflug-Lotse im Rahmen des Projekts „Klima-Bob“. Die Abkürzung steht für „Klimaflexible Bodenbearbeitung“. Ziel des Projekts ist der Aufbau einer kompakten Wissensplattform rund um den Pflanzenanbau und angepasste Bewirtschaftungsstrategien.

Klima-Bob ist Bestandteil des Innovationsnetzwerks Klimaanpassung Brandenburg Berlin (INKA BB). Dieses Netzwerk beschäftigt sich mit Strategien zur Anpassung von Landnutzungssystemen an den Klimawandel. Gefördert wird das Vorhaben durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Die Koordination des Projekts übernimmt das ZALF – das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg. Dort werden wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Agrarlandschaftsforschung gebündelt und in praxisnahe Anwendungen für landwirtschaftliche Betriebe überführt.

25.01.2013

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