Pflanzen und Pflanzenteile, Pflanzgefäße und Pflanzsysteme

Plastikfreie Innovationen im Gartenbau: Der klimapott als Zero-Waste-Lösung

Der klimapott der klimafarmer GmbH bietet eine plastikfreie und biologisch abbaubare Alternative zu herkömmlichen Pflanztöpfen. Er besteht aus Reststoffen und fördert die Bodenfruchtbarkeit, während er gleichzeitig CO₂ speichert. Diese Innovation unterstützt die Zero-Waste-Bewegung im Gartenbau.

Zero-Waste-Ansatz und die „5R“-Regel

Im August 2025 konnte trotz dreijähriger Verhandlungen kein globales Abkommen zur Reduzierung von Plastikmüll erzielt werden. Angesichts der Umwelt- und Gesundheitsprobleme durch Plastikproduktion und -nutzung sind innovative Lösungen gefragt. Ein Beispiel hierfür ist der Ansatz der klimafarmer GmbH aus Nierstein, Rheinland-Pfalz, der sich an der Zero-Waste-Bewegung orientiert.

Die Zero-Waste-Bewegung verfolgt die „5R"-Regel zur Müllvermeidung und einem bewussteren Umgang mit Ressourcen:

  • Refuse (Ablehnen): Verzicht auf unnötigen Abfall.
  • Reduce (Reduzieren): Weniger Ressourcen verbrauchen.
  • Reuse (Wiederverwenden): Mehrfache Nutzung von Produkten.
  • Recycle (Recyceln): Wiederverwertung von Abfällen.
  • Rot (Verrotten): Kompostierung organischer Materialien.
Müllvermeidung beginnt bei jedem Einzelnen. Nur durch individuelles Handeln und Verantwortung können wir eine nachhaltigere Zukunft gestalten.

Ein Produkt der klimafarmer GmbH ist Pflanzenkohle, die als Bodenhilfsstoff im Gartenbau und in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Studien belegen, dass Pflanzenkohle die Bodenfruchtbarkeit und den Humusaufbau fördert, oft bereits in geringen Mengen.

Der klimapott: Eine plastikfreie Alternative

Der klimapott, das neueste Produkt der klimafarmer GmbH, wurde in Zusammenarbeit mit der AVEMA GmbH aus Göppingen entwickelt. Kai Helfersdorfer, Leiter der Produktentwicklung bei AVEMA, erläutert die Zielsetzung:

Wir wollten eine nachhaltige, klimafreundliche Alternative zum herkömmlichen Plastiktopf schaffen. Der klimapott ist nicht nur plastikfrei, sondern auch 100 Prozent biologisch abbaubar - eine echte Innovation im Gartenbau. Die Basis für den klimapott haben wir bei AVEMA mit unserem Pflanztopf GRETA pro geschaffen. Was ihn jedoch besonders macht, ist die Zugabe von „Klimakohle". Diese sorgt nicht nur für eine ansprechende, natürliche Färbung, sondern erhöht auch die Standfestigkeit des Topfes und verlängert seine Haltbarkeit. Gleichzeitig trägt die Klimakohle erheblich zur Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks bei, da sie CO₂ speichert und somit den klimapott zu einer noch nachhaltigeren Lösung macht. Es ist eine perfekte Symbiose aus Funktionalität und Umweltschutz.

Der klimapott besteht aus einer Mischung von Reststoffen: stabilisierten Kollagenfasern aus der Lederindustrie, Miscanthus-Fasern und Pflanzenkohle. Diese Zusammensetzung ermöglicht nicht nur die biologische Abbaubarkeit, sondern reichert auch den Boden nach dem Einpflanzen an. Der klimapott kann nach Gebrauch mitsamt der Pflanze direkt in die Erde eingebracht werden, wodurch Mikroplastik und zusätzlicher Entsorgungsaufwand vermieden werden.

Jedes dieser Bestandteile trägt zur Verbesserung des Bodens und seiner CO₂-Senkenfunktion bei. Der Gartenbau ist eine klimaverbundene Branche, und mit dem klimapott haben Betriebe nun ein zusätzliches Verkaufsargument. Er erleichtert den Umgang für die Endverbraucher, unterstützt den Boden und dient dem Klimaschutz.

Praxistests und Auszeichnungen

Der klimapott wurde bei den TASPO Awards 2025 in der Kategorie „Bestes Konzept Umwelt & Nachhaltigkeit" nominiert. Parallel zur Markteinführung wird das Produkt an der Staatsschule für Gartenbau in Stuttgart-Hohenheim auf seine Praxistauglichkeit getestet. Johannes Henzler, Leiter der Versuchsstation, berichtet von vielversprechenden ersten Tests mit Weihnachtssternen. Weitere Versuche sind für Kräuter und andere Pflanzen geplant. Auch Staudenbetriebe testen den klimapott. Finn Schachtschneider aus Neerstedt hebt hervor, dass der Topf einen stabilen Eindruck macht und sich ähnlich wie herkömmliche Plastiktöpfe verarbeiten lässt.

Zero Waste im Gartenbau: Ein Paradigmenwechsel

Der klimapott steht exemplarisch für den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft im Gartenbau. Die Nutzung von Reststoffen, die in anderen Industrien als Abfall gelten, stellt einen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit dar. Dies fördert nicht nur den Klimaschutz, sondern trägt auch zur Schaffung eines geschlossenen Kreislaufs bei.

Der klimapott zeigt, wie wichtig es ist, die Kreislaufwirtschaft und die Materialeffizienz miteinander zu verbinden. Es ist ein Produkt, das alle Akteure - von der Industrie über den Handel bis hin zum Endverbraucher - auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft begleitet.

Durch die Kombination von stabilisierten Kollagenfasern, Pflanzenkohle und Miscanthus-Fasern bietet der klimapott eine umweltfreundliche Alternative zum Plastiktopf und verkörpert die Zero-Waste-Philosophie im Gartenbau. Diese Innovationen bieten zukunftsfähige Lösungen, die Müllvermeidung, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz miteinander verbinden.

08.09.2025

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