„Grün in die Stadt“: Eine Initiative für mehr Lebensqualität
Der Verband Garten- und Landschaftbau Baden-Württemberg e.V. hat den Kiliansplatz in Heilbronn temporär in eine grüne Stadtoase verwandelt. Diese Aktion war Teil der bundesweiten Informationstour „Grün in die Stadt“, die auf die Bedeutung städtischen Grüns aufmerksam macht.
Die Veranstaltung umfasste verschiedene Aktionen und eine Diskussionsrunde, die die Relevanz von Stadtgrün für Lebensqualität, Gesundheit und Artenvielfalt hervorhoben. Zudem wurde die Rolle von Grünanlagen bei der Abmilderung von Klimawandelfolgen thematisiert. Besucher konnten ihre Meinung zum Thema „Grün in die Stadt“ äußern und erhielten dafür einen von 200 Obstbäumen. Eine Kletterwand für Kinder, eine Foto-Box, eine 3-D-Street-Art-Künstlerin und Musik sorgten für Unterhaltung.
Im Rahmen der Diskussion betonte Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, die zentrale Rolle urbanen Grüns:
Um die Lebens-, Wohn,- und Arbeitsqualität in unseren Städten langfristig zu erhöhen, spielt urbanes Grün mit all seinen Wohlfahrtswirkungen eine ganz entscheidende Rolle. Grün- und Freiräume sind ein zentrales Kernelement für eine zukunftsgerichtete Stadtentwicklung - insbesondere vor dem Hintergrund einer zunehmenden Urbanisierung. Die Initiative `Grün in die Stadt` verwandelt nicht nur kurzfristig markante Plätze in grüne Oasen. Was viel wichtiger ist: Die Macherinnen und Macher werben damit für mehr Wertschätzung von städtischem Grün und schaffen ein Bewusstsein für die vielfältigen Qualitäten und Funktionen von grüner Infrastruktur in der Öffentlichkeit.
Heilbronns Bürgermeister Wilfried Hajek hob die Vorteile von Grünanlagen für die Bürger hervor:
Das Thema Stadtgrün betrifft uns alle. Es bereichert nicht nur unser Stadtbild, sondern auch unseren Alltag. Eine grüne Stadt fördert unsere Lebensqualität.
Michael Hink, Vorsitzender Bund Deutscher Landschaftsarchitekten Landesgruppe Baden-Württemberg e.V., ergänzte:
Weltweit leben immer mehr Menschen in riesigen Ballungszentren. Die Wahrnehmung heute ist: Städte sind dicht, hektisch und atemlos. Wenn man die Lebensqualität in Zukunft erhalten und verbessern will, muss als ein wichtiger Baustein zweifellos auch mehr Grün in die Stadt.
Erhard Schollenberger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Verbandes Garten- und Landschaftbau Baden-Württemberg e.V., verwies auf die aktuelle Wetterlage und die Herausforderungen des Klimawandels:
Angesichts der großen Herausforderungen, bedingt durch den Klimawandel, sind wir überzeugt, dass Stadtgrün eine entscheidende Rolle für die Lebensqualität spielt. Wir werden uns an immer heftigere Starkregen gewöhnen müssen. Entsprechend brauchen wir dafür eine Regenwasserbewirtschaftung in Städten. Mit mehr Grünflächen, begrünten Dächern und intelligenten Systemen kann das Wasser ohne große Schäden zu verursachen in den Wasserkreislauf zurückgeführt werden.
Städtische Grünanlagen dienen zudem als Erholungszonen und tragen zur Verbesserung der Luftqualität bei, indem sie Sauerstoff produzieren und Feinstäube sowie Schadstoffe filtern. Eine Buche kann beispielsweise die jährlichen Emissionen eines PKW mit 20.000 km Fahrleistung aus der Stadtluft filtern.
Die Initiative „Grün in die Stadt“ des Bundesverbandes Garten- und Landschaftbau e. V. (BGL) und seiner Landesverbände verstärkt das Engagement für mehr städtisches Grün. Die Veranstaltungsreihe, die als „Ausgezeichneter Beitrag der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ prämiert wurde, verwandelt zentrale Plätze in zwölf deutschen Innenstädten in grüne Stadtoasen. Die Initiative bündelt Informationen zu den positiven Aspekten städtischen Grüns und dient als Plattform für Dialog und Austausch.
