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Ökobilanzen im Gartenbau: Wettbewerbsvorteile durch Niedrigenergiegewächshäuser

Gute Ökobilanzen verbessern die Wettbewerbsfähigkeit von Gartenbaubetrieben. Das ZBG erstellt im Projekt ZINEG eine Ökobilanz für Niedrigenergiegewächshäuser, um deren Umweltwirkungen zu bewerten und Energieeinsparungen zu identifizieren.

Teilbilanzierung und Primärenergie im Fokus

Die Ökobilanz von Produkten gewinnt für Käufer von Gemüse und Zierpflanzen zunehmend an Bedeutung. Für Gartenbaubetriebe bieten gute Ökobilanzen die Möglichkeit, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Im Rahmen des Verbundprojektes ZINEG erstellt und bewertet das Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau e.V. (ZBG) eine Ökobilanz für Niedrigenergiegewächshäuser. Dabei werden alle Umweltwirkungen eines Produktes, Verfahrens oder einer Dienstleistung erfasst und bewertet. Da eine vollständige Ökobilanz im ZINEG-Projekt nicht erforderlich war, wurde die Methode der Teilbilanzierung gewählt, die sich auf den kumulierten Energieaufwand konzentriert.

Die Teilbilanzierung reduziert Komplexität und Fehlerquote, indem sie eine Leitgröße zur Auswertung heranzieht. Der kumulierte Energieaufwand erfasst den gesamten Aufwand an Primärenergie, der für Herstellung, Nutzung und Entsorgung eines Produktes benötigt wird, gemäß VDI 4600.

Primärenergie bezeichnet Energieformen, die in natürlicher Form vorliegen und noch keine Umwandlungsverluste erfahren haben, wie Kohle, Erdöl, Wind- und Wasserkraft. Als weiterer Parameter zur Abschätzung der Umweltwirkungen wurde der CO2-Ausstoß gewählt. Dies ermöglicht die Beurteilung der möglichen Energieeinsparungen durch die ZINEG-Technologien in der Praxis.

Energieaufwand und funktionelle Einheit der Gewächshäuser

Ein wesentlicher Aspekt der ökologischen Betrachtung ist der Energieaufwand für die Herstellung der Gewächshäuser. Da ZINEG-Häuser andere Voraussetzungen als konventionelle Gewächshäuser erfüllen, werden hier deutliche Unterschiede erwartet. Beispielsweise erfordert die Konstruktion bei Doppel- oder Isolierverglasung eine stabilere Bauweise, was einen höheren Stahleinsatz bedeutet.

Die funktionelle Einheit dieser Studie ist das Produkt. Im Gemüsebau ist dies der Tomatenertrag pro Hektar. Bei Zierpflanzen sind es die Pflanzen, die innerhalb eines Jahres in einem ZINEG-Gewächshaus kultiviert und mit ihrem Verkaufspreis bewertet werden. Das Anbieten von Produkten mit einer ausgewiesenen Ökobilanz kann für Betriebe zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden, noch bevor der Handel dies als Standard einfordert. Von Niedrigenergiegewächshäusern werden hier Vorteile gegenüber Standardgewächshäusern erwartet, insbesondere durch einen deutlich verringerten Einsatz von Primärenergie.

31.07.2012

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