Baustoffrecycling als nachhaltige Alternative im GaLaBau
Das K3-Kompetenzzentrum der Firma Heinrich Feess informiert über die Gewinnung nachhaltiger Produkte aus mineralischen Abbruchmaterialien mittels Aufbereitungstechnik. Die Kernkompetenzen des Unternehmens umfassen Erdbau, Abbruch und Recycling. Weitere Tätigkeitsfelder sind Altlastenentsorgung, Containerdienste, Transporte und Bodenstabilisierung.
Walter Feess betont die Notwendigkeit, in der Baubranche verstärkt auf Recyclingprodukte zu setzen. Er kritisiert die anhaltende Nutzung frischer Rohstoffe, die mit langen Lieferwegen und Umweltbelastungen verbunden ist. Boden, Steine und Bauschutt machen über 50 Prozent aller Abfälle aus. Eine ortsnahe Aufbereitung spart Transportwege und schont Ressourcen. Feess zufolge beginnt Qualitätsrecycling mit der sortenreinen Trennung auf der Baustelle. Die zweite Stufe erfolgt auf dem Recyclinghof mit Brecher- und Siebanlagen sowie Separatoren.
Das Unternehmen stellt über 40 Qualitäts-Recycling-Baustoffe und Zuschlagsstoffe aus mineralischen Abfällen her. Ein Beispiel ist das Frostschutzmaterial Beton RC 0/45 STS/FSS, das im Straßenbau, für Parkplätze und Hofeinfahrten eingesetzt werden kann. Die Qualität der Produkte wird laufend werksüberwacht und viermal jährlich von einem unabhängigen Institut geprüft. Feess sieht Recyclingprodukte als nachhaltige Alternative zu Primärbaustoffen. Auch ein Großteil des Sandbedarfs der Bauindustrie könnte durch Recyclingsand gedeckt werden, obwohl hierfür noch keine Zulassung existiert. Recyclingsand enthält nach der Trennung noch Zementanteile und ist dadurch selbstverdichtend.
Klimafreundliche Produktion und innovative Produkte bei Feess
Die Energieversorgung des Unternehmens erfolgt durch eine Photovoltaikanlage und eine Holzhackschnitzelheizung. Ein Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 2,6 Millionen Litern deckt den gesamten Wasserbedarf der Brecheranlagen. Recycling-Beton ist seit 14 Jahren zugelassen, findet in Deutschland jedoch kaum Anwendung. Städte wie Zürich nutzen hingegen bereits zu rund 90 Prozent Recyclingbeton. Feess prognostiziert, dass in den nächsten 50 Jahren etwa 20 Milliarden Tonnen alter Baumaterialien durch Gebäudeabrisse anfallen werden, die als wertvolles Material für Neubauten aufbereitet werden könnten.
Recycling-Beton wird in zwei Typen unterschieden: Typ 1 enthält 90 Prozent Beton Recycling-Splitt 2/16 und 10 Prozent sonstigen Baustoff-Recycling-Splitt 2/16. Bei Typ 2 erhöht sich der Anteil des Baustoff-Recycling-Splitts auf 30 Prozent, was zu einer farblich vielfältigeren Mischung durch Ziegel, Kalksand und Naturstein führt. Durch Investitionen in eine Nassklassierung kann Feess auch lehm- und schluffhaltige Baustoffe trennen und wiederverwerten. Ein so gewonnener Rohstoff ist der NKA-Sand 0/2 oder 2/8, der an Betonwerke geliefert wird. Auch Gleisschotter oder Splitte können durch Nassklassierung zu 90 Prozent wiederverwertet werden. Diese Materialien müssten andernfalls auf Deponien entsorgt werden.
Walter Feess verfolgt das Ziel, Vorbehalte gegenüber Recycling-Produkten durch Beispielprojekte, Aufklärung und Weiterbildung im K3-Kompetenzzentrum abzubauen. Nur so können Recycling-Baustoffe zukünftig Naturbaustoffe ersetzen.
Ein weiteres Produkt, das Feess zusammen mit der Naturafix Minerals GmbH & Co. KG entwickelt hat, ist Flüssigboden oder Bodenmörtel. Dieser zeitweise fließfähige Mörtel verdichtet sich selbst, wodurch Planier- und Verdichtungsarbeiten entfallen. Der Verfüllbaustoff bleibt auch nach Jahren grab- und spatenfähig. Sein minimales Schrumpfverhalten von unter zwei Prozent ermöglicht kraftschlüssige Verfüllungen. Zudem reduziert das Material den Wurzeleinwuchs, was bei der Verfüllung von Leitungsgräben vorteilhaft ist.
In Zusammenarbeit mit der Hauke Erde GmbH recycelt Feess Dachgartensubstrate. Diese werden in der Nassklassierung gewaschen, gereinigt und getrennt, um sie dem Wirtschaftskreislauf wieder zuzuführen. Der mineralische Anteil dieser Substrate muss mindestens 70 bis 80 Prozent betragen, damit die Nassklassierung funktioniert. Der organische Anteil wird kompostiert, der mineralische Anteil dient als Zuschlagsstoff bei der Substratherstellung. Dies trägt zur Schonung von Rohstoffen sowie zum Umwelt- und Klimaschutz bei.
Aktuelles aus dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau
Die Anzahl der Mitgliedsbetriebe in der Region Stuttgart steigt stetig und umfasst derzeit 244 Fachfirmen. Ein Unternehmens-Check aus dem Jahr 2018 zeigt verbesserte betriebswirtschaftliche Ergebnisse mit Erträgen zwischen 4 und 7 Prozent.
Andreas Baranski vom VGL informierte über das Transparenzregister, das die wirtschaftlichen Eigentümer juristischer Personen im Zusammenhang mit dem Geldwäschegesetz erfasst. Eine Listung kann mit einem geringen jährlichen Beitrag von etwa 2,50 Euro verbunden sein.
Im laufenden Jahr fanden in Baden-Württemberg zwei Gartenschauen statt: die BUGA in Heilbronn und die interkommunale Remstalgartenschau. Diese Veranstaltungen sind Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Verbands, ergänzt durch Gartenmessen, Ausbildungsmessen, Freisprechungsfeiern, Nachwuchswettbewerbe und Azubi-Tage. Der VGL ist nach Erfolgen auf Facebook und Instagram nun auch auf Twitter unter twitter.com/GaLaBau_BW aktiv.
Einen schönen Erfolg gibt es bei den Azubizahlen in Baden-Württemberg zu vermelden, denn diese sind nicht nur konstant, sondern mit 1.347 Ausbildungsverhältnissen im Jahr 2018 sogar leicht steigend.
Baranski hob das Engagement der Ausbildungsbetriebe hervor. Das DIN Taschenbuch 81 Landschaftsbauarbeiten ist mit zwei Bänden und 1.450 Seiten sehr umfassend, enthält jedoch viele für den GaLaBau nicht relevante DIN-Normen. Baranski empfiehlt jedoch dringend den Erwerb der VOB 2019. Der VGL hat die azubi.help-App ins Leben gerufen, der sich vier weitere Landesverbände angeschlossen haben. Die App ermöglicht Auszubildenden, Fragen zu klären, Ansprechpartner zu finden und Unterstützung zu erhalten.
Betriebe können sich neuen oder bestehenden ERFA-Gruppen anschließen. Derzeit sind 17 Gruppen mit insgesamt 147 Unternehmen in Baden-Württemberg aktiv. Für das Junioren-Seminar am 24. und 25. Januar 2020 in Pliezhausen sind noch Plätze verfügbar, bei dem José Flume und Alexander Tockuss das Handwerkszeug für die Unternehmensführung vermitteln.
Die Landesgartenschau 2020 in Überlingen am Bodensee wird mit 13 Villen- und Schwimmenden Gärten ein weiteres Highlight bieten. Die Veranstaltung endete mit Kollegengesprächen, einem Austausch mit Fördermitgliedern und Mitarbeitern der Firma Feess sowie einem schwäbischen Vesper.

