Investitionen in den Amphibienschutz
Die Bestände von Amphibien in Deutschland und Bayern sind in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Besonders im Frühjahr sind die Tiere auf ihren Wanderungen zu den Laichgewässern gefährdet, da sie dabei häufig Straßen überqueren müssen. Um diesem Rückgang entgegenzuwirken, werden in Bayern verschiedene Schutzmaßnahmen umgesetzt.
Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte die Bedeutung dieser Maßnahmen im Hinblick auf den Internationalen Artenschutztag. Sie hob hervor, dass der Schutz der Amphibien durch die Schaffung von funktionsfähigen Durchlässen entlang von Straßen verbessert werde. Diese Durchlässe dienen als Rettungsgassen, die den Tieren einen sicheren Weg zu ihren Laichgewässern ermöglichen.
„Wir wollen den Schutz der Amphibien verbessern. Artenschutz beginnt vor Ort. Durch viele funktionsfähige Durchlässe entlang der Straßen wurden Rettungsgassen für die Tiere geschaffen. So wird dafür gesorgt, dass die Tiere die Gewässer sicher erreichen. Für Autofahrer gilt dennoch: Bitte nehmen Sie Rücksicht und passen Sie Ihre Geschwindigkeit entsprechend an.“
Die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr hat in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium und dem Bund Naturschutz ein Amphibienschutzprogramm entwickelt. Dieses Programm umfasst 39 Maßnahmen entlang von Bundes- und Staatsstraßen. Bislang wurden dafür über 6 Millionen Euro aus dem Bundes- und Staatsstraßenhaushalt investiert. Es ist geplant, weitere Millionen Euro in das Programm zu investieren.
Der Bayerische Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann erläuterte, dass durch diese Maßnahmen der Amphibienschutz verbessert und gleichzeitig die Verkehrssicherheit für ehrenamtliche Helfer erhöht wurde.
Amphibien unter Druck: Klimawandel und Artenschwund
Amphibien, von Fröschen bis zu Salamandern, weisen die höchste Quote an gefährdeten Arten unter allen Tiergruppen auf. Neben dem weltweiten Handel für Terrarien trägt auch der Klimawandel zur Gefährdung bei. Aktuelle Studien zeigen, dass beispielsweise beim Moorfrosch durch die Verschiebung der Klimazonen nach Norden mehr Lebensraum verloren geht, als neu entsteht. Auch die Anfälligkeit für Infektionen nimmt mit steigenden Temperaturen zu.
„Der Laubfrosch als Wetterfrosch ist ein Symboltier für unsere heimische Natur. Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, Artenverluste zu stoppen. Artenhilfsprogramme sind unsere Firewall gegen den Artenschwund. Mit inzwischen über 100 bayerischen Artenhilfsprogrammen konnte bereits vielen Arten wie dem Steinadler geholfen werden.“
In Bayern sind bereits knapp 6 Prozent der Tierarten und über 3 Prozent der Pflanzenarten ausgestorben. Mit dem Biodiversitätsprogramm Bayern 2030 wirkt die Staatsregierung diesem Trend entgegen.