Faszination Helenium: Ein Rückblick und Ausblick
Die Sonnenbraut (Helenium) fasziniert seit Jahrzehnten Gärtner und Staudenliebhaber. Wolfgang Härtel, ein Staudenspezialist, erinnert sich an seinen ersten Besuch in der Gärtnerei Foerster-Stauden vor 42 Jahren, als er die blühenden Mutterpflanzen der Sonnenbraut auf 800 Quadratmetern sah.
„Der Anblick war einfach spektakulär, daran erinnere ich mich bis heute, als sei es gestern gewesen“, erzählt der heute 63-jährige Staudenspezialist. Natürlich kannte er die Gattung Helenium, hatte auch schon die eine oder andere Sorte gesehen. „Aber Karl Foerster, der Namensgeber der 1910 gegründeten Gärtnerei, hatte über 50 Sorten gezüchtet, von denen viele bis heute zu den besten zählen. Diese Vielfalt fasziniert mich bis heute.“
Die Gärtnerei Foerster-Stauden ist bekannt für ihr umfangreiches Sonnenbraut-Sortiment und zieht Sammler aus dem In- und Ausland an.
Eigenschaften und Sortenvielfalt
Sonnenbräute zeichnen sich durch ihre Robustheit, Wuchshöhe und ihre leuchtenden Farben aus. Sie können Beete wochenlang in Blütenrabatten verwandeln. Die Farbpalette reicht von warmem Rostrot über loderndes Rotorange bis zu klarem Karmin und leuchtendem Sonnengelb.
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September.
„Frühe Sorten wie die goldgelbe 'The Bishop' erblühen bereits Anfang Juni, die Hauptsaison erstreckt sich aber von Juli bis in den September hinein, ehe das Heleniumjahr mit späten Sorten wie 'Rubinzwerg' ausklingt“, fasst Wolfgang Härtel zusammen.Das Sortiment der Gärtnerei umfasst alte Foerster-Züchtungen sowie neuere Sorten. Wolfgang Härtel hebt Sorten wie 'Luc' und 'Rauchtopas' hervor. 'Luc' erreicht eine Höhe von etwa 120 cm und blüht in einem Orangeton. 'Rauchtopas' zeichnet sich durch ein Farbenspiel aus, bei dem sich gelbe Zungenblüten an den Rändern nach oben wellen und die rotbraunen Unterseiten der Blütenblätter sichtbar werden.
Standort und Pflege
Als nordamerikanische Präriepflanzen bevorzugen Sonnenbräute einen vollsonnigen Standort. Sorten mit braunroten Blüten, wie die Foerster-Züchtung 'Königstiger', gedeihen auch im Halbschatten. Der Boden sollte nahrhaft und eher feucht sein, da Helenium an seinen Naturstandorten auf sumpfigen Böden oder an Gewässerrändern wächst. Sandige Böden können durch die Zugabe von Kompost verbessert werden.
Im Frühjahr benötigen die Pflanzen etwas Blaukorn. Ein Rückschnitt sollte nicht zu früh erfolgen, um einen erneuten Austrieb vor dem Winter und damit eine Frostanfälligkeit zu vermeiden. Um die Blütezeit zu verlängern und eine abwechslungsreiche Höhengestaltung zu erzielen, können im Mai einzelne Triebe oder im Vordergrund stehende Pflanzen um ein Drittel bis die Hälfte zurückgeschnitten werden. Das Teilen der Pflanzen ist in der Regel erst nach etwa fünf Jahren notwendig.
Staudensichtungen
Der Arbeitskreis Staudensichtung bewertet Staudensorten nach Kriterien wie Attraktivität, Gesundheit, Standfestigkeit und Langlebigkeit. Die Prüfungen erfolgen über mehrere Jahre an 17 Sichtungsstandorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dies gewährleistet, dass als 'ausgezeichnet' oder 'gut' eingestufte Stauden deutschlandweit bestehen können. Die Ergebnisse der Sichtungen sind online einsehbar.

