„Schatz an der Küste“: Ein Projekt für den Naturschutz
Die Vorpommersche Boddenlandschaft und die Rostocker Heide, geprägt durch Bodden, Wieken und Moore, stellen bedeutende Naturräume dar. Ein neues Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt zielt darauf ab, diese Lebensräume zu schützen, zu erweitern und für Besucher erlebbar zu machen. Das Bundesumweltministerium fördert dieses Vorhaben unter dem Namen „Schatz an der Küste“ mit rund 5 Millionen Euro.
Die Vorpommersche Boddenlandschaft und die Rostocker Heide beheimaten eine außergewöhnliche Vielfalt an Arten und Lebensräumen. Diese Region ist einer der herausragenden Naturschätze Deutschlands. Wir wollen dazu beitragen, dass dieser Schatz bewahrt wird. Darum gilt es, die biologische Vielfalt mit den Interessen von Tourismus und Landwirtschaft in Einklang zu bringen.
Die Region zählt zu den 30 „Hotspots der biologischen Vielfalt“ in Deutschland. Diese Gebiete zeichnen sich durch eine hohe Dichte und Vielfalt an charakteristischen Arten, Populationen und Lebensräumen aus. Die biologische Vielfalt in diesem Hotspot ist jedoch durch intensive touristische Nutzung und Landwirtschaft gefährdet. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist daher die partizipative Diskussion von Interessenskonflikten. Ziel ist es, durch naturverträgliche Besucherlenkung und angepasste Bewirtschaftungsformen eine Harmonisierung von Naturnutzung und biologischer Vielfalt zu erreichen.
Dieses Projekt stärkt den Erhalt dieser einzigartigen biologischen Vielfalt und zeigt in maßstabsetzender Weise, wie Einheimische, verschiedene Nutzergruppen und Erholungssuchende für die biologische Vielfalt begeistert werden können.
Das Bundesumweltministerium fördert das sechsjährige Projekt mit etwa 5 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Die fachliche Begleitung erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz. Die Koordination übernimmt die Naturschutzstiftung Deutsche Ostsee.
Projektinhalte und Partner
Zu den Projektpartnern gehören der NABU, der BUND, der WWF, die Hansestadt Rostock, die Michael Succow Stiftung, der Kranichschutz Deutschland und die Universität Greifswald. Zentrale Maßnahmen umfassen die Wiederherstellung von 200 Hektar Salzgrasland sowie die Entwicklung angepasster Erntetechniken für nasse Wald- und Offenlandstandorte. Zudem ist der Bau eines Spielplatzes geplant, der küstendynamische Prozesse veranschaulicht, sowie die Errichtung einer Plattform zur Beobachtung von Kranichen. Die Projektergebnisse sollen in einem reiseführerähnlichen „Hotspot-Guide“ zusammengefasst werden, um Anwohnern und Touristen die Naturschätze näherzubringen.
Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt seit 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Es fördert Vorhaben, die im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung haben oder die Strategie beispielhaft umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und langfristig umzukehren. Sie dienen dem Schutz, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über gesetzliche Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation sollen das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt stärken. Die „Hotspots der biologischen Vielfalt“ bilden einen Förderschwerpunkt dieses Programms.
