Lebensraumgestaltung für Falter und Raupen: Mehr als nur Nektar
Erwachsene Schmetterlinge benötigen Nektar als Nahrungsquelle. Geeignete Pflanzen mit passenden Blüten sind beispielsweise Phlox, Sommerflieder und Nelken. Die Raupen der Schmetterlinge ernähren sich hingegen von Blättern. Viele Wildkräuter dienen als Raupenfutter, wobei die Brennnessel besonders beliebt ist. Eine lockere, nicht zu dichte Vegetation ist für die Entwicklung der Raupen vorteilhaft.
Schmetterlingsraupen bevorzugen lichte Vegetationsbereiche. Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Aktion „Natur im Garten“, erläutert:
Beliebte Raupenpflanzen sind solche, die im Drainageschotter oder in schmalen Streifen wachsen und die vom Rasenmäher etwa entlang von Zäunen oder Mauern nicht erfasst werden.In naturbelassenen Gartenbereichen finden Tagfalter wie Tagpfauenauge, Distelfalter und Aurorafalter geeignete „Kinderstuben“. Dort wachsen wichtige Beikräuter wie Brennnessel, Disteln oder Knoblauchrauke. Weitere Pflanzen, die ein reichhaltiges Nahrungsangebot für viele Schmetterlingsarten bieten, sind Kronwicke, Kleearten, Flockenblumen, Wegericharten, Wilde Karotte, Kartäusernelke und Wiesensalbei.
Pflege von Blumenwiesen und Hecken: Strukturvielfalt für Schmetterlinge
Bei der Anlage von Blumenwiesen ist darauf zu achten, dass nicht die gesamte Fläche auf einmal gemäht wird. Ein Teil der Wiese sollte das ganze Jahr über ungemäht bleiben, um Pflanzen die Aussaat zu ermöglichen und Schmetterlingspuppen an Grashalmen oder Stängeln nicht zu zerstören. Heimische Heckensträucher bieten eine weitere Gestaltungsmöglichkeit zur Grundstücksbegrenzung.
Hecken dienen einigen Schmetterlingsarten als Futterpflanzen und bereichern den Garten mit Blüten im Frühling sowie mit buntem Laub und Früchten im Herbst. Die Raupen des Zitronenfalters benötigen Blätter von Kreuzdorn oder Faulbaum. Brom- und Himbeeren werden vom Kaisermantel und Perlmutterfalter angenommen. Der Segelfalter benötigt beispielsweise die Schlehe als Futterpflanze, während Raupen des Trauermantels und Ligusterschwärmers an Weidenarten, Spieren beziehungsweise am Liguster vorkommen.
Nektarpflanzen für erwachsene Falter: Die richtige Blütenwahl
Als Nahrungsquelle für die Falter eignen sich Blüten in orange, rot, gelb, violett und rosarot. Gefüllte Blüten sind für Schmetterlinge ungeeignet, da sie keinen Nektar bieten. Typische Falterblumen sind trichterförmig oder stieltellerartig mit engen Röhren, in die der Saugrüssel der Falter passt.
Ein besonders wertvoller Nahrungsspender für überwinternde Schmetterlinge wie Zitronenfalter und Tagpfauenauge ist die Salweide. Im Sommer ziehen Minze, Oregano, Lavendel, Melisse, Salbei und Thymian im Kräutergarten Schmetterlinge an. Im Blumenbeet sind Nelkenarten, Kugeldistel, Sonnenhut, Storchschnabel, Heil-Ziest, Natternkopf, Tagetes, Astern oder Dost und Wasserdost beliebt. Auch auf kleineren Flächen, wie Terrassen, können Schmetterlinge mit Kräuter- oder Blumenkistchen, bepflanzt mit Petunien, Fuchsien, Gemeinem Leinkraut oder Mauerpfeffer, unterstützt werden.
