Pflanzen und Pflanzenteile

Schutz der Weinreben vor Quarantänekrankheit

Das BMEL fördert 18 Projekte mit 13,5 Millionen Euro zum Schutz vor Schadorganismen. Zwei Förderbescheide über drei Millionen Euro wurden für die Früherkennung von Krankheiten an Weinreben und Baumobst übergeben, um die Ausbreitung der „Goldgelben Vergilbung“ zu verhindern.

BMEL fördert Forschung gegen Pflanzenkrankheiten

Die zunehmende Globalisierung des Handels, der internationale Tourismus und der Klimawandel begünstigen die Einschleppung und Ausbreitung von Schadorganismen in Deutschland. Dazu zählt auch die Quarantänekrankheit „Goldgelbe Vergilbung“ (Flavescence dorée), die durch Phytoplasmen verursacht wird. Diese Krankheit führt zu erheblichen Ertragseinbußen, mindert die Weinqualität und beeinträchtigt die Vitalität infizierter Weinreben.

Zur Eindämmung dieser Entwicklung fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) insgesamt 18 Projekte. Diese Projekte konzentrieren sich auf die Vermeidung der Ein- und Verschleppung von geregelten und neuen Schadorganismen an Pflanzen. Die Forschung wird mit rund 13,5 Millionen Euro unterstützt.

Zwei Förderbescheide im Wert von rund drei Millionen Euro wurden im Rahmen einer Videokonferenz durch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner an Wissenschaftler übergeben. Diese Mittel sind für die Früherkennung gefährlicher Krankheiten an Weinreben und Baumobst vorgesehen.

Pflanzenkrankheiten kennen keine Grenzen. Tourismus oder Warenverkehr: Schädlinge sind als blinde Passagiere häufig mit von der Partie und breiten sich dann im Ankunftsland rasant aus. Pflanzen sichern aber unsere Ernährung. Wir müssen sie also schützen, denn Krankheiten führen zu Ernteverlusten. Die Zahlen sind alarmierend: Pflanzenschädlinge und -krankheiten zerstören 40 Prozent der Ernten weltweit. Ein wichtiger Schlüssel zur Bekämpfung von Schädlingen ist die Forschung, insbesondere zur Prävention. Daher fördern wir heute weitere Forschungsvorhaben, um gefährliche Parasiten im Weinbau effektiver zu bekämpfen.

Die Projekte VectoScreen und PhytoMo zielen auf die Früherkennung von gefährlichen Phytoplasmosen und Viren an Weinreben und Baumobst ab. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der „Goldgelben Vergilbung“ (Flavescence dorée), die sich über die Amerikanische Rebzikade schnell in Weinbaugebieten ausbreiten kann. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch für die Bekämpfung ähnlicher Quarantäneschadorganismen nutzbar gemacht werden.

Projektbeteiligte

Die Projektnehmer für VectoScreen sind:

  • Institut für Pflanzenschutz im Obst- und Weinbau, Dossenheim (Baden-Württemberg)
  • Institut für Strategie- und Folgenabschätzung, Klein Machnow (Brandenburg)

Beide Institute gehören zum Julius Kühn-Institut (JKI), dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen.

Die Projektnehmer für PhytoMo sind:

  • Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof, Siebeldingen (Rheinland-Pfalz)
  • Institut für Pflanzenschutz im Obst und Weinbau, Dossenheim
  • Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB), Karlsruhe (Baden-Württemberg)
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Nordrhein-Westfalen)
  • RLP AgroScience GmbH, Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz)
  • LOGXON GmbH & Co. KG, Alsbach-Hähnlein (Hessen)
  • Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau, Weinsberg (Baden-Württemberg)

12.04.2021

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