Herausforderungen und Chancen der Gartenbaubranche
Der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein (FGL S.-H.) veranstaltete sein traditionelles Sommerfest am 23. August auf der Dachterrasse des Atlantic Hotels Kiel. Rund 100 Gäste, darunter Mitgliedsunternehmen, Bundes- und Landtagsabgeordnete, Verbandsvertreter und Kooperationspartner, nahmen an der Veranstaltung teil.
Mirko Martensen, Präsident des FGL S.-H., nutzte die Gelegenheit für eine Bestandsaufnahme der Branche. Er sprach konkrete Ideen und Forderungen an und betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaftsverbänden, Kammern und Bildungseinrichtungen. Dies sei unerlässlich, um die positive Stimmung und Konjunktur in Schleswig-Holstein trotz Herausforderungen wie Kostensteigerungen und Tariferhöhungen zu erhalten.
Strategien zur Fachkräftesicherung
Die Gewinnung und Sicherung qualifizierter Mitarbeiter stellt laut einer verbandsinternen Blitzumfrage aus dem März die größte Herausforderung für die Mitgliedsbetriebe des FGL S.-H. dar. Martensen forderte, dass Berufsverbände und Innungen gemeinsam kreative Aktionen zur Ansprache von Arbeitskräften entwickeln sollten. Als Beispiel nannte er die Nachwuchswerbeaktion „Future Talk“ der Hamburger Handwerkskammer, die 2018 den Deutschen PR-Preis erhielt.
Als Reaktion auf die Blitzumfrage gründete der FGL S.-H. im Frühjahr den Arbeitskreis Mitarbeiter. In diesem Arbeitskreis werden Strategien zur Mitarbeitergewinnung und -bindung entwickelt. Aktuell beteiligen sich 17 Mitglieder mit Unterstützung des Landesverbandes. Martensen verwies auf eine Sitzung des Arbeitskreises, bei der eine Social-Media-Expertin über den wirkungsvollen Einsatz sozialer Netzwerke in GaLaBau-Betrieben referierte. Er motivierte die Mitglieder, Kanäle wie Facebook, Instagram und YouTube zu nutzen und sich dem Arbeitskreis anzuschließen, um vom Erfahrungsaustausch und externem Input zu profitieren.
Initiative „Grün in die Stadt“
Die vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) 2017 initiierte Aktion „Grün in die Stadt“ war ebenfalls ein Thema des Sommerfestes. Achim Meierewert, Geschäftsführer des FGL S.-H., hob hervor, dass das damit verbundene Förderprogramm von Bund, Ländern und Kommunen mit insgesamt 150 Millionen Euro einen Beitrag zur Verbesserung des Klimas in Städten leisten kann. Am 20. August trafen sich auf Einladung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und des Deutschen Städtetages im Lübecker Rathaus Entscheider aus Ministerien, Kommunen, der Wohnungswirtschaft, der Stadtplanung und Vertreter des FGL S.-H., um über die Umsetzung der Initiative zu beraten.
Die rund 50 Teilnehmer verfolgten vier Impulsvorträge von Klimaexperten. Professor Andreas Matzarakis vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung Freiburg betonte, dass Städte, obwohl sie nur drei Prozent der Erdoberfläche einnehmen, für nahezu 100 Prozent der Klimaentwicklung verantwortlich sind.
Wir möchten mit dem Programm ´Grün in die Stadt` eine Steigerung der Lebensqualität in den Städten erreichen, dem Klimawandel aktiv entgegenwirken, die Artenvielfalt sichern und Erholungsräume schaffen. Mein ausdrücklicher Appell an die Politik lautet deshalb: Bitte erhalten Sie dieses Förderprogramm.
Martensen berichtete zudem von positiven Beispielen in Schleswig-Holstein, wie dem Quartier „Grüne Wik“ in Kiel, das mithilfe der Fördermittel aus dem Projekt „Grün in die Stadt“ realisiert werden konnte.
Förderung von Landesgartenschauen
Mirko Martensen appellierte an die Landesregierung und die kommunalen Landesverbände, Machbarkeitsstudien für künftige Landesgartenschauen in Schleswig-Holstein stärker zu fördern. Er betonte, dass potenzielle Bewerberstädte hier mehr Unterstützung benötigen. Der FGL S.-H. und die anderen grünen Verbände im Land unterstützen die Idee der Landesgartenschauen und bieten Bewerbern Beratung und Begleitung an. Die ARGE Landesgartenschau S.-H. soll voraussichtlich im kommenden Jahr in die Fördergesellschaft für Landesgartenschauen Norddeutschland übergehen. Dort werden die Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam an der Fortführung von Landesgartenschauen arbeiten.

