Leuchtende Vielfalt für sonnige Beete
Sonnenblumen und weitere Stauden wie Sonnenauge, Sonnenbraut und Sonnenröschen bereichern Gärten mit ihren Blüten. Eine Pflanzung im Frühjahr ermöglicht eine Blütenpracht bereits im selben Sommer.
Die deutschen Namen dieser Gattungen weisen auf ihren hohen Lichtbedarf hin. Sie bringen eine besondere Leuchtkraft in Beete, wie Doris Ehrhardt von der Gärtnerei „Stauden Ehrhardt“ in Weisendorf bei Nürnberg erläutert. Winterharte Sonnenanbeter sind ein fester Bestandteil ihres Sortiments. Viele dieser Pflanzen blühen in warmen Gelbtönen. Doris Ehrhardt betont die belebende Wirkung von Gelb im Garten:
Gelb belebt den Garten. Die Farbe strahlt auch an trüben Tagen und bringt eine sonnige Stimmung in die Beete.
Gelb ist in zahlreichen Nuancen verfügbar. Selbst Personen, die der Farbe Gelb skeptisch gegenüberstehen, zeigen sich oft von der hellgelb blühenden Stauden-Sonnenblume ‘Lemon Queen’ angetan. Über ästhetische Aspekte hinaus spielt Gelb eine Rolle im Ökosystem:
Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber zieht diese Farbe besonders an. Gelb blühende Stauden bieten Nahrung und Lebensraum für diese Gartenhelfer.
Die vier genannten Staudengattungen benötigen viel Sonne und sind wertvoll für Wildbienen und andere Insekten. Trotz dieser Gemeinsamkeiten unterscheiden sie sich in ihren Eigenschaften, was sie für die Gartengestaltung interessant macht.
Stauden-Sonnenblume (Helianthus): Wuchsfreudig und nährstoffbedürftig
Im Gegensatz zu den einjährigen Arten sind Stauden-Sonnenblumen winterhart. Ihre Wuchshöhe variiert stark, von etwa einem Meter bis zu drei Metern bei Sorten wie der Riesen-Sonnenblume ‘Sheila’s Sunshine’. Sie benötigen einen nährstoffreichen Boden, der regelmäßig mit Kompost versorgt werden sollte. Für die Standfestigkeit gibt Doris Ehrhardt einen Hinweis:
Wenn sie sehr lange Triebe bilden, hilft eine Stütze oder ein Rückschnitt in der Mitte des Sommers, damit sie kompakter durchtreiben.
Regelmäßiges Gießen ist nach der Pflanzung wichtig. Sobald die Stauden-Sonnenblumen eingewurzelt sind, vertragen sie auch Phasen der Trockenheit.
Sonnenauge (Heliopsis): Robuste Blüher
Das Sonnenauge ähnelt der Sonnenblume in Optik und Bodenansprüchen. Die Sorten erreichen Wuchshöhen von 100 bis 140 cm und blühen von Juli bis September, meist in Sonnengelb. Die Sorte ‘Bleeding Hearts’ bildet hier eine Ausnahme mit warmen Orange- bis Braunrottönen, die vom Spätsommer bis in den Herbst hinein Akzente setzen. Doris Ehrhardt hebt diese Sorte hervor:
Sie ist standfest und bietet zusätzlich zur Blüte ungewöhnlich dunkelrot gefärbtes Laub.
Die Blütezeit aller Sonnenaugen lässt sich durch das Entfernen abgeblühter Stiele verlängern.
Sonnenbraut (Helenium): Feuchtigkeitsliebend und farbenfroh
Die Sonnenbraut, eine Prärie-Staude, bevorzugt einen frischen Boden und benötigt mehr Feuchtigkeit als andere Sonnenpflanzen. Bei ausreichender Feuchtigkeit blüht sie je nach Sorte in Gelb, Orange oder samtigen Rottönen. Die Vielfalt an Farbkombinationen ist groß. Mit Wuchshöhen von 50 bis 140 cm bietet diese Gattung eine breite Auswahl an Größen. Zur Förderung der Blühfreude und Gesundheit empfiehlt Doris Ehrhardt das Teilen der Pflanzen alle zwei bis drei Jahre. Ein Rückschnitt nach der Blüte, knapp über dem Boden, unterstützt ebenfalls die Vitalität der Staude.
Sonnenröschen (Helianthemum): Bescheiden und bodendeckend
Sonnenröschen gedeihen gut auf kargen und durchlässigen Böden. Sie benötigen wenig Nährstoffe und sind trockenheitstolerant. Ihre frühe Blüte, die von Mai bis Juli reicht, bietet eine Farbpalette von Gelb, Orange und Rot bis hin zu Weiß und Rosa. Doris Ehrhardt schätzt die praktischen Eigenschaften dieser meist nur etwa 20 cm hohen Stauden:
Sonnenröschen sind hervorragende Bodendecker und unterdrücken Unkraut. Außerdem gedeihen sie an Standorten, die anderen Arten zu trocken wären.
Ein Einkürzen der Triebe nach der Blüte ist möglich, um die Pflanzen kompakt zu halten, aber nicht zwingend erforderlich.
Pflanzpartner für Sonnenanbeter
Die Auswahl von Pflanzpartnern für Sonnenblume, Sonnenauge, Sonnenbraut und Sonnenröschen sollte sich an ähnlichen Standortansprüchen orientieren. Die kräftigen Blütenfarben der Sonnenkinder setzen deutliche Akzente. Doris Ehrhardt kombiniert sie gerne mit Weiß und harmonischen Blautönen, wie sie beispielsweise der blühende Steppen-Salbei (Salvia nemoria) bietet. Auch die Wuchshöhe der Partnerpflanzen spielt eine Rolle:
Kriechend wachsende Arten wie Thymian oder niedrig wachsende Glockenblumen können den Boden um höher wachsende Sonnenkinder bedecken.
Zurückhaltende Partner ergänzen die farbintensive Blüte der Stauden. Ziergräser wie die Rutenhirse (Panicum virgatum) werden als Partner empfohlen:
Ziergräser bilden einen ruhigen Kontrast zu den kräftigen Farben. Auch ihre Bewegung im Wind und die feinen Halme runden das Gesamtbild ab. Außerdem setzen sie auch nach der Staudenblüte Akzente.
Die beste Pflanzzeit für die meisten Ziergräser ist im Frühjahr. So können sie die gesamte Vegetationszeit zum Einwurzeln nutzen und sich gemeinsam mit den Sonnenstauden etablieren.
