Die Grüne Stadt

Wasser als Ressource: Klimaanpassung im GaLaBau

Der Klimawandel erfordert eine dringende Anpassung im Garten- und Landschaftsbau. Steigende Temperaturen und Extremwetter machen ein optimiertes Wassermanagement unerlässlich. Das Schwammstadt-Prinzip und grüne Infrastruktur bieten Lösungen für eine resiliente Zukunft.

Klimawandel und seine Auswirkungen auf den GaLaBau

Die Klimawandel-Analyse 2021 des Umweltbundesamtes prognostiziert eine deutliche Zunahme der Klimarisiken bis zum Ende des Jahrhunderts. Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) belegen den bereits bestehenden Handlungsbedarf: Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Deutschland ist seit 1881 um 1,6 Grad gestiegen, was über dem globalen Durchschnitt liegt.

Diese Erwärmung führt zu spürbaren Veränderungen wie einer Verdreifachung der Hitzetage, zunehmenden Tropennächten, Dürreperioden und Starkregenereignissen. Markus Theß, Präsidiumsmitglied im Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen (VGL NRW), betont die Bedeutung von Wasser für die Stadtklimatisierung.

Wir müssen Lösungen finden, um Zeiten mit zu wenig und Zeiten mit zu viel Wasser besser zu managen.

Maßnahmen auf kommunaler Ebene umfassen die Kanalisation, Oberflächengestaltung, Bauleitplanung und die optimierte Regenwassernutzung im öffentlichen und privaten Bereich.

Resilienz durch Schwammstadt-Prinzip

Fachkreise sind sich einig, dass eine Anpassung bebauter Räume an die veränderte Klimasituation dringend notwendig ist. Dies bedeutet, in Städten, im ländlichen Raum und in Gewerbegebieten das Modell der Schwammstadt anzustreben. Ziel ist es, anfallendes Regenwasser lokal aufzunehmen und zu speichern, anstatt es abzuleiten. So können Städte Dürrezeiten vorbeugen und Schäden durch Starkregenereignisse minimieren.

Eine grüne Stadt, nicht nur durch Parks, sondern auch durch Dach-, Fassaden- und Hofbegrünung, kann Extremniederschläge besser abfedern. Theß spricht in diesem Zusammenhang von der grün-blauen Infrastruktur, die für die Klimaanpassung im dicht bebauten NRW von großer Bedeutung ist. Dabei geht es nicht nur um die Vermeidung materieller Schäden, sondern auch um die Gesundheitsvorsorge für die Bevölkerung.

Politische Forderungen und Förderprogramme

H. Christian Leonhards, Präsident des VGL NRW, rät der Politik, das gestiegene Bewusstsein der Bevölkerung für Klimawandel und Naturschutz zu nutzen. Er betont die zentrale Rolle der grün-blauen Infrastruktur bei der Bewältigung dieser Aufgabe.

Die Politik sollte das gestiegene Bewusstsein in der Bevölkerung für Fragen des Klimawandels und Naturschutzes nutzen und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und der Wirtschaft nach vorne schauen. So groß die Aufgabe auch ist, es gibt Lösungen und dabei spielt die grün-blaue Infrastruktur eine zentrale Rolle.

Der Verband begrüßt das neue Förderprogramm „Grüne Infrastruktur“ des Landes NRW. Dieses Programm fördert die Entsiegelung von Flächen zur ökologischen Aufwertung, die Anlage naturnaher Wasserflächen und Feuchtbereiche, größere Blühflächen sowie das Anpflanzen von Bäumen.

Umweltministerin Ursula Heinen-Esser erklärte dazu im Juni 2021:

Mithilfe der Europäischen Union stärken wir mit den neuen Fördermaßnahmen die grüne Infrastruktur und verbessern so weiter die Erholungsleistung für die Menschen.

Wassersensibel in die Zukunft

Theß hebt hervor, dass ein optimiertes Wassermanagement im bebauten Raum zur Anpassung an den Klimawandel unerlässlich ist. Er plädiert für Regenwasserspeicherung und -nutzung anstelle der Kanalisation.

Es ist offensichtlich, dass wir zur Anpassung an den Klimawandel ein optimiertes Wassermanagement im bebauten Raum brauchen. Regenwasserspeicherung und -nutzung statt Kanalisation ist das Gebot der Stunde.

Dies ermöglicht die Einsparung von Trinkwasser, das durch kostenloses Regenwasser ersetzt werden kann, beispielsweise für die Bewässerung öffentlicher Grünflächen und privater Gärten. Es sei sinnvoll, Regenzeiten für die Anlage von Wasservorräten, etwa in Gartenteichen oder Zisternen, zu nutzen.

Zudem ist es wichtig, weniger Flächen zu versiegeln und stattdessen wasseraufnahmefähig zu gestalten, um die natürliche Verdunstung zu ermöglichen. Jeder Quadratmeter Grün, ob in privaten oder öffentlichen Gärten, auf Dächern oder an Fassaden, trägt zur Verbesserung des kommunalen Wassermanagements bei und erweist sich als Instrument der Stadtklimatologie.

15.07.2021

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