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Staatssekretärin Bender nimmt „Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau“ entgegen

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat ein „Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau“ erarbeitet. Es soll dem Gartenbau helfen, Herausforderungen wie Klimakrise und gestiegene Kosten zu meistern. Staatssekretärin Silvia Bender nahm das Paket entgegen, das von Praxisvertretern, Branchenorganisationen und Wissenschaftlern entwickelt wurde.

Herausforderungen und Lösungsansätze für den Gartenbau

Der Gartenbau steht vor Herausforderungen wie der Klimakrise, gestiegenen Kosten und Bürokratie. Um diesen zu begegnen, wurde auf Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ein „Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau“ erarbeitet. Beteiligt waren Praxisvertreter, Branchenorganisationen, Verbände sowie Wissenschaftler. Silvia Bender, Staatssekretärin des BMEL, nahm das Maßnahmenpaket in Berlin entgegen.

Der deutsche Gartenbau prägt Stadt und Land. Die Betriebe sorgen für heimisches Obst und Gemüse und produzieren Zierpflanzen und Gewächse. Auf kleiner Fläche erreicht die Branche eine hohe Wertschöpfung. Wir wollen mehr heimisches Obst und Gemüse oder Zierpflanzen aus Deutschland. Dafür brauchen die Betriebe gute Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.

Es ist gut, dass sich Praxis und Forschung an einen Tisch gesetzt haben, um gemeinsam die Kernpunkte für einen zukunftsfesten Gartenbau zu diskutieren. Das Maßnahmenpaket fasst zusammen, wo genau der Schuh drückt und was von Seiten der öffentlichen Hand angepackt werden muss, damit sich nachhaltiges Wirtschaften für den Gartenbau in Deutschland lohnt – von der Neuaufstellung der Gartenbauwissenschaften über mehr Energieeffizienz bis hin zur verbesserten Öko-Züchtung oder wirksamen Wissenstransfer. Ich danke allen Engagierten für ihren Einsatz! Ihre Anregungen sind ein wichtiger Baustein für unsere Arbeit.

Im Oktober 2022 veranstaltete das BMEL den „Zukunftskongress Gartenbau“. Dieser Kongress identifizierte zahlreiche Herausforderungen für den Gartenbau und beauftragte daraufhin das Thünen-Institut mit einer Chancen- und Risikoanalyse für den Obst- und Gemüsebau in Deutschland.

Die Analyse bildete die Grundlage für einen Diskussionsprozess, an dem Vertreter der konventionellen und ökologischen Produktion, Verbände, Organisationen und die Wissenschaft beteiligt waren. Die Ergebnisse dieses Prozesses flossen in das „Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau“ ein. Dabei wurden insbesondere Themen adressiert, die sich an Bund und Länder richten. Aspekte, die primär die Branche selbst betreffen, wie Nachwuchswerbung, Attraktivität und Image, wurden weniger berücksichtigt.

Zentrale Aspekte des Maßnahmenpakets

Ein zentraler Punkt ist die Forderung nach einem Neustart der Gartenbauwissenschaften in Deutschland. Die universitäre Ausbildung in diesem Bereich ist weitgehend zurückgegangen, obwohl dringend Absolventen benötigt werden, um die Ausbildung des gärtnerischen Nachwuchses, die Gartenbauberatung und die Besetzung von Führungspositionen in Unternehmen und Verwaltung langfristig zu sichern. Vorgeschlagen wird eine Bund-Länder-Finanzierung für zwei gemeinsam betriebene Universitätsstandorte.

Zur Verbesserung der Energieeffizienz, insbesondere im Unterglasanbau, wo fossile Energieträger noch eine große Rolle spielen, wird die Umstellung auf regenerative Energieträger angestrebt. Das Bundesprogramm zur Steigerung der Energieeffizienz soll finanziell ausgestattet und eine Zukunftsinitiative für die spezifischen Bedarfe des Unterglasanbaus lanciert werden.

Die Herstellung von Klimaresilienz im Obst- und Gemüseanbau soll durch Mulchanbau, gezielten Humusaufbau, den Einsatz von Zwischenfrüchten und Untersaaten sowie die Anlage und Nutzung von Agroforstsystemen gefördert werden. Hierfür wird die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Gartenbau klimaresilient 2030“ vorgeschlagen, die Akteure aus Praxis, Forschung, Beratung und Bildung zusammenbringt.

Angesichts knapper werdenden Wassers durch den Klimawandel ist die Verbesserung der Wassereffizienz ein weiterer Schwerpunkt. Bei Wassermangel drohen im Gartenbau rasch Ernteausfälle durch Qualitätsverluste. Ein „Bundesprogramm Wassereffizienz“ soll die Wasserbereitstellungsinfrastruktur, die einzelbetriebliche Wasserspeicherung und Investitionen in wassersparende Bewässerungstechniken fördern.

Schließlich soll die Öko-Züchtung vorangebracht werden, da der Ausbau des Öko-Obstbaus spezifische Öko-Sorten erfordert. Vorgeschlagen wird die Unterstützung bestehender Züchtungsforschungsinstitutionen und ökologischer Züchtungsinitiativen sowie die langfristige Etablierung partizipativer Züchtungsansätze mit dem Zuchtziel „Feldtoleranz“.

28.02.2024

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