Nutzungsgewohnheiten und soziale Dynamik auf Balkonen und Terrassen
Terrassen und Balkone dienen primär als Orte der Entspannung und des Wohlbefindens im Freien. Lediglich jeder zwölfte Befragte nutzt sie, um bei Bekannten Eindruck zu schinden. Stattdessen fungieren sie oft als Esszimmer unter freiem Himmel, wobei dies für Deutsche (58 %) und Schweden (56 %) eine besondere Bedeutung hat. Australier nutzen ihre Balkone hingegen häufiger für private Feiern; über 30 Prozent gaben dies an. In Italien fühlen sich 15 Prozent der Bewohner durch Nachbarn auf ihren Freiflächen belästigt.
Die ruhigsten Balkon- und Terrassennutzer leben laut Umfrage in Frankreich, während die lautesten in den Niederlanden und Deutschland zu finden sind. Dies könnte erklären, warum in diesen Ländern mit sieben Prozent am häufigsten Nachbarschaftsstreitigkeiten auftreten.
Pflanzen als zentrales Element der Gestaltung
Die Mehrheit der Balkon- und Terrassenbesitzer (84 %) bestückt ihre Flächen mit Pflanzen. In Deutschland verzichten nur 13 Prozent darauf. Deutsche und Italiener zeigen mit jeweils 37 Prozent die größte Vorliebe für Pflanzen auf ihren Balkonen, im Gegensatz zu Schweden (16 %). Beide Nationen sind zudem die fleißigsten Kräuterzüchter.
Das Gärtnern selbst steht international erst an sechster Stelle der beliebtesten Aktivitäten auf Balkon und Terrasse, hinter dem Genuss frischer Luft, dem Essen, der Freude an Pflanzen, dem Nachdenken und der Geselligkeit. Dies deutet darauf hin, dass Gärtnern eher als Mittel zur Schaffung eines passenden Ambientes dient. Daher sind Lösungen mit geringem Aufwand und hohem Nutzwert für kleine Räume besonders gefragt.
Die Italiener sind im Gesamtvergleich die aktivsten Gärtner, während die Briten am wenigsten Interesse an Pflanzenzucht und -pflege zeigen.
Pflege und Kreativität im Umgang mit Pflanzen
Pflanzen werden von den Befragten in der Regel gut gepflegt. Bei längerer Abwesenheit wird die Pflege oft an Nachbarn oder Freunde delegiert. Italien verfügt über die meisten Bewässerungssysteme, während Schweden die wenigsten aufweist. Die Niederländer sind mit 39 Prozent am besten mit Gartengeräten ausgestattet. Deutsche zeigen sich hingegen kreativ und nutzen zum Buddeln, Gießen und Bearbeiten häufig Löffel, Flaschen und andere Haushaltsgegenstände.
„Wir sehen den Trend zu grünen Balkonen und Terrassen nicht zuletzt darin begründet, dass sich besonders Städter ein Stück Natur in ihre Stadtgärten holen wollen. Es geht schlicht darum, ihre Lebensqualität durch den Einsatz von Pflanzen zu steigern“, stellt Heribert Wettels, Unternehmenssprecher von Gardena, fest. „Die Städter wollen, aber sie wissen manchmal einfach nicht genau, wie sie es anstellen sollen.“
