Urbane Umweltakupunktur: Ein innovatives Konzept für Städte
Die Urbane Umweltakupunktur orientiert sich an der traditionellen chinesischen Medizin. Dort werden mit feinen Nadelstichen an bestimmten Körperstellen Schmerzen gelindert oder Krankheiten geheilt. Übertragen auf das Management städtischer Grünflächen bedeutet dies, dass kleine, aber gezielte Maßnahmen große Effekte für Kommunen und ihre Bewohner erzielen können. Der Fokus liegt dabei auf kleinen Grünflächen, die zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen, die biologische Vielfalt fördern und Erholungsräume schaffen.
Kleine Grünflächen sind für Städte attraktiv, da ihre Neugestaltung und Pflege im Vergleich zu großen Parkanlagen oft mit geringerem Aufwand verbunden sind. Das Weiterbildungsangebot richtet sich an Fachleute der Stadt-, Landschafts- und Umweltplanung sowie Studierende dieser Fachgebiete. Es behandelt Fragen zur Identifizierung geeigneter „Akupunkturpunkte“ – also sensibler Orte in der Stadt – sowie zur Auswahl und Umsetzung spezifischer Maßnahmen. Zudem wird thematisiert, wie diese kleinteiligen Maßnahmen in gesamtstädtische Umweltmanagementpläne integriert werden können.
Inhalte des Weiterbildungsangebots
Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) stellen in einem Seminar die Entstehung, Vorteile und Methoden der Urbanen Umweltakupunktur vor. Impulsvorträge der Forschenden wechseln sich mit interaktiven Elementen ab. Ein praktischer Teil in Form einer Stadtexkursion zeigt die Anwendung des Ansatzes an konkreten Beispielen. Neben den Vorteilen des Konzepts werden auch Erfahrungen aus Städten in Thüringen beleuchtet.
Das Seminar fand online am 24. und 25. März 2021 statt. Die Stadtexkursion nach Erfurt war für den 10. Juni 2021 geplant. Dort standen die Auswahl und Bewertung geeigneter Grünflächen sowie die Festlegung passender Lösungen im Rahmen des städtischen Aktionsplanes „Umweltakupunktur“ im Mittelpunkt. Die Teilnahme an dem Weiterbildungsangebot war kostenfrei, und alle Teilnehmenden erhielten ein Zertifikat. Anmeldeschluss war der 17. März 2021.