Allgemeines

Statement zu neuen Züchtungstechnologien

Neue Züchtungstechnologien werden in der Debatte um Landwirtschaft und Klimawandel diskutiert. Eine pauschale Ablehnung ist nicht verantwortungsvoll, da sie helfen können, Ernten zu stabilisieren und Pflanzenschutzmittel zu reduzieren. Eine offene Diskussion ist notwendig.

Chancen und Herausforderungen moderner Pflanzenzüchtung

Neue Züchtungstechnologien werden in der aktuellen Debatte um Landwirtschaft und Klimawandel zunehmend diskutiert. Eine pauschale Ablehnung dieser Methoden aus ideologischen Gründen wird als nicht verantwortungsvoll betrachtet, insbesondere wenn wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel herangezogen, aber bei der Pflanzenzüchtung ignoriert werden.

Die Notwendigkeit, Ernten zu stabilisieren und regionale Versorgungen aufrechtzuerhalten, steht im Konflikt mit dem Wunsch, Pflanzenschutzmittel zu reduzieren. Dies gilt besonders angesichts neuer Schädlinge, die durch den Klimawandel auftreten, und der Erwartung an Pflanzen, klimastabiler zu sein, ohne mehr Ressourcen wie Wasser zu verbrauchen. In diesem Kontext können neue Züchtungsmethoden nicht einfach ignoriert werden.

Um den Bedarf an weniger Pflanzenschutzmitteln zu decken und gleichzeitig Ernten sowie Erträge zu sichern – auch im Hinblick auf die wachsende Weltbevölkerung – sind Antworten erforderlich. Diese Zielkonflikte lassen sich nicht lösen, indem man lediglich ablehnende Haltungen äußert. Es besteht die Hoffnung, dass neue Züchtungsmethoden hier Lösungsansätze bieten können, weshalb eine Offenheit für diese Technologien gefordert wird.

Die klassische Pflanzenzucht hat bereits immer das Erbgut von Nutzpflanzen angepasst. Neue Techniken ermöglichen eine zielgenauere und schnellere Arbeitsweise. Daher wird eine ideologiefreie und verantwortungsvolle Diskussion über eine differenzierte Zulassung solcher Verfahren für die Pflanzenzucht angeregt. Ziel ist es, Pflanzen zu entwickeln, die resistenter gegen Wetterkapriolen und die Auswirkungen des Klimawandels sind und weniger Pflanzenschutzmittel benötigen. Die Pflanzenforschung sollte in diesem Bereich nicht nachlassen.

Ich begrüße das Umdenken in den Reihen der Grünen, sich wissenschaftlichen Erkenntnissen bei den neuen Züchtungstechnologien zu öffnen. Denn Zielkonflikte löst man nicht, indem man sie nur beschreibt, sondern indem man Wege zu ihrer Lösung findet und sie zulässt.

Es wird positiv bewertet, dass Stimmen innerhalb der Grünen lauter werden, ihre bisherige Positionierung zu überdenken.

11.06.2020

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