Mehrjährige Pflanzen sorgen mit Vielfalt und Struktur für lebendige Gartenbilder
Garten- und Landschaftsbau setzt bei der Gestaltung lebendiger Außenanlagen zunehmend auf Stauden. Die mehrjährigen Pflanzen überzeugen durch ihre große Artenvielfalt, unterschiedliche Wuchsformen und vergleichsweise geringen Pflegeaufwand.
Typisch für Stauden ist, dass oberirdische Pflanzenteile vor dem Winter absterben, während Wurzeln, Knollen oder Rhizome im Boden überdauern und im Frühjahr erneut austreiben.
„Typisch für die meisten Stauden ist, dass ihre Blüten, Blätter und Stiele vor dem Winter absterben – im Fachjargon bezeichnet man das als ‚einziehen‘“, erklärt Gerald Jungjohann vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V.
Nach Angaben des BGL benötigen gut eingewachsene Staudenbeete meist nur einen Rückschnitt im Frühjahr und gelten deshalb als pflegeleicht.
Stauden für unterschiedliche Standorte
Stauden sind an verschiedenste Lebensbereiche angepasst und eignen sich dadurch für nahezu jede Gartensituation. Die Auswahl orientiert sich unter anderem an Lichtverhältnissen, Bodenbeschaffenheit und Feuchtigkeit.
Waldstauden wie Anemonen, Farne oder das Kleine Immergrün eignen sich beispielsweise für schattige Bereiche unter Gehölzen. Uferstauden wie Sumpfdotterblume oder Wiesen-Knöterich bevorzugen feuchte Standorte und werden häufig an Teichrändern eingesetzt.
Steingartenstauden wie Blaukissen oder Steinaster gedeihen dagegen auf trockenen und nährstoffarmen Flächen. Mit ihrer niedrigen Wuchsform eignen sie sich besonders für Hanglagen und flächige Bepflanzungen.
Für klassische Staudenbeete kommen häufig sogenannte Prachtstauden zum Einsatz. Dazu zählen unter anderem Sonnenbraut, Pfingstrose oder Stauden-Phlox.
Gestaltung mit Leit-, Begleit- und Füllstauden
Bei der Planung eines Staudenbeets spielen neben Standortfaktoren auch Farbgestaltung, Wuchshöhen und Blütezeiten eine wichtige Rolle. Ziel ist ein harmonisches und über das ganze Jahr attraktives Gartenbild.
Der BGL empfiehlt dabei das Prinzip aus Leit-, Begleit- und Füllstauden. Höherwachsende Leitstauden setzen optische Akzente, während niedrigere Begleitstauden das Gesamtbild ergänzen. Bodendeckende Füllstauden schließen verbleibende Lücken.
„Die sogenannten Leitstauden sind höherwachsende Pflanzen mit auffälligen Blüten. Sie dominieren optisch das Beet und werden in kleinen Gruppen angeordnet“, erläutert Jungjohann.
Ergänzt durch Zwiebelpflanzen und immergrüne Gräser entstehen so abwechslungsreiche Pflanzungen mit ganzjähriger Strukturwirkung.
Fachgerechte Planung gewinnt an Bedeutung
Die Auswahl passender Stauden erfordert Fachwissen über Standortansprüche, Wuchsverhalten und Kombinationen verschiedener Pflanzenarten. Landschaftsgärtner unterstützen dabei, individuelle Gestaltungswünsche mit langfristig funktionierenden Pflanzkonzepten zu verbinden.
Durch die große Vielfalt an Farben, Blattformen und Blühzeiten bleiben Stauden ein wichtiger Bestandteil moderner Gartengestaltung.
