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Stroh und Holz: Knappe Ressourcen für die Pilzzucht

Die Verfügbarkeit von Stroh und Holz, essenziellen Rohstoffen für die Pilzzucht, wird zunehmend kritisch. Beide Materialien sind knapper und teurer geworden, was Pilzanbauer vor erhebliche Herausforderungen stellt.

Herausforderungen durch Strohknappheit und Energienachfrage

Die diesjährige Getreideernte ist von Hitze und Trockenheit geprägt, was nicht nur zu geringeren Kornerträgen führt, sondern auch die Strohausbeute mindert. Die Halme blieben kürzer als üblich, was die Menge des verfügbaren Strohs reduziert. Traditionell teilen sich Pilzanbauer das Stroh mit der Viehwirtschaft, die es für Futter und Einstreu benötigt. In den letzten Jahren hat sich jedoch ein weiterer Konkurrent etabliert: Strohpellets als Heizmaterial. Dieser Trend hat sich angesichts der Energieknappheit drastisch verstärkt, wodurch Stroh dem Stoffkreislauf als „Strohfeuer“ entzogen wird.

Alternative Materialien wie Mais- oder Rapsstroh, Heu oder verschiedene Grasarten werden diskutiert, erfordern jedoch weitere Erfahrungen in der Anwendung. Zudem konkurrieren auch diese Alternativen oft mit der Energiegewinnung, was ihre Verfügbarkeit für die Pilzzucht einschränkt.

Holz als begehrter Brennstoff und seine Auswirkungen

Die Situation bei Holz ist noch extremer. Auch Holz wird zunehmend in Form von Pellets für Heizungsanlagen genutzt, deren Absatz durch die aktuelle Energieknappheit und Förderprogramme stark ansteigt. Bereits im Jahr 2020 gab es in Deutschland 550.000 Pelletheizungen, ein Anstieg von 62.000 gegenüber dem Vorjahr. Eine aktuelle Förderung von bis zu 55 Prozent der Investitionskosten beschleunigt diesen Trend weiter.

Täglich gehen Hunderte neuer Pelletheizungen an den Start.

Diese Entwicklung führt zu einer extrem hohen Nachfrage und einem leergefegten Markt für Holz. Die Preise sind drastisch gestiegen; eine Tonne Holzpellets, die im vergangenen Jahr noch 225 Euro kostete, wird im Juli 2022 für 507 Euro angeboten. Diese Preissteigerungen stellen für Pilzanbauer eine erhebliche finanzielle Belastung dar.

Umfassende Kostensteigerungen in der Pilzzucht

Die angespannte Rohstoffsituation trifft die Pilzanbauer in einer Zeit, in der sie auch in anderen Bereichen mit gestiegenen Kosten konfrontiert sind. Energie wird für das Heizen und Kühlen der Kulturhäuser sowie für die Kühlung der geernteten Pilze benötigt. Auch Verpackungsmaterialien wie Kartons und Folien sowie Transportkosten sind deutlich teurer geworden. Hinzu kommen steigende Lohnkosten für die Mitarbeiter, die für die händische Ernte der empfindlichen Pilze unerlässlich sind. Die Pilzanbauer blicken daher mit großer Sorge in die Zukunft.

06.08.2022

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