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Entwicklung der Stromerzeugung in Deutschland: Photovoltaik erreicht Höchstwert bei sinkender Gesamteinspeisung

Die Stromerzeugung in Deutschland sank 2024 um 3,6 %, während Photovoltaik einen neuen Höchstwert erreichte. Erneuerbare Energien deckten 59,4 % des Bedarfs, konventionelle Energien gingen zurück. Ein Importüberschuss kennzeichnet die Entwicklung.

Rückgang der Gesamteinspeisung und steigende Bedeutung erneuerbarer Energien

Die Einspeisung von Strom in die deutschen Netze verzeichnete im Jahr 2024 einen Rückgang um 3,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden 431,5 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und eingespeist. Dieser Rückgang ist auf einen geringeren Strombedarf im Produzierenden Gewerbe sowie auf vermehrte Stromimporte zurückzuführen. Trotz dieser Entwicklung erreichte die Photovoltaik mit einem Anstieg von 10,4 % einen neuen Höchstwert.

Erneuerbare Energien deckten 59,4 % des inländischen Strombedarfs und erreichten mit 256,4 Milliarden Kilowattstunden einen neuen Höchstwert. Dies entspricht einem Anstieg von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr. Im Gegensatz dazu sank die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern um 11,0 % auf 175,1 Milliarden Kilowattstunden, was einem Anteil von 40,6 % entspricht.

Erneuerbare Energien: Photovoltaik mit Rekordwert

Die Windkraft blieb 2024 die wichtigste Energiequelle in der inländischen Stromerzeugung, obwohl die erzeugte Menge leicht um 1,4 % auf 136,0 Milliarden Kilowattstunden sank. Ihr Anteil an der Stromerzeugung stieg von 30,8 % im Jahr 2023 auf 31,5 % im Jahr 2024.

Die Stromeinspeisung aus Photovoltaik stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 10,4 % auf 59,5 Milliarden Kilowattstunden. Dies entspricht 13,8 % der gesamten inländischen Stromproduktion und markiert den höchsten Anteil seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018. Auch die Stromeinspeisung aus Wasserkraft erhöhte sich 2024 um 10,3 % auf 20,4 Milliarden Kilowattstunden, was einem Anteil von 4,7 % der gesamten Stromerzeugung entspricht.

Konventionelle Energieträger: Kohle rückläufig, Erdgas zunehmend

Die Bedeutung der Kohle für die inländische Stromerzeugung nahm 2024 weiter ab. Mit 97,2 Milliarden Kilowattstunden wurden 16,0 % weniger Kohlestrom eingespeist als im Vorjahr. Der Anteil des Kohlestroms an der gesamten inländischen Stromproduktion sank auf 22,5 %, den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung.

Im Gegensatz dazu stieg die Stromeinspeisung aus Erdgas um 4,6 % auf 64,1 Milliarden Kilowattstunden, was einem Anteil von 14,9 % der gesamten Stromproduktion entspricht. Dies ist der höchste Anteil von Erdgas an der Stromproduktion seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018. Nach der Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke am 15. April 2023 gab es im Jahr 2024 keine Stromeinspeisung aus inländisch erzeugter Kernenergie mehr.

Importüberschuss nahezu verdreifacht

Die nach Deutschland importierte Strommenge stieg im Jahr 2024 um 17,9 % auf 81,7 Milliarden Kilowattstunden. Gleichzeitig verringerte sich die aus Deutschland exportierte Strommenge um 7,8 % auf 55,4 Milliarden Kilowattstunden. Deutschland importierte damit im zweiten Jahr in Folge mehr Strom als es exportierte. Der Importüberschuss erhöhte sich von 9,2 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2023 auf 26,3 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2024.

Langfristige Entwicklung des Energiemixes

Im langfristigen Trend zeigt sich ein deutlicher Wandel in der inländischen Stromerzeugung. Während bis 2022 konventionelle Energieträger dominierten, wird seit 2023 mehr Strom durch erneuerbare Energien erzeugt. Im Jahr 2024 wurde fast in allen Monaten mehr Strom aus erneuerbaren als aus konventionellen Energieträgern eingespeist. Seit 2018 stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um fast ein Viertel, während die Stromerzeugung aus konventionellen Quellen sich im gleichen Zeitraum halbierte.

Die inländische Stromeinspeisung ist seit 2018 um 23,9 % auf 431,5 Milliarden Kilowattstunden gesunken. Bis 2022 bestand ein Exportüberschuss, der sich jedoch 2023 umkehrte. Die tatsächlich in den inländischen Stromnetzen verfügbare Strommenge, die sich aus inländischer Einspeisung und Importen abzüglich Exporte zusammensetzt, sank von 518,0 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2018 auf 457,8 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2024, ein Rückgang von 11,6 %.

12.03.2025

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