Naturschutz

Streuobstwiesen: Artenvielfalt unter Druck

Der Europäische Tag der Streuobstwiese rückt die Bedeutung dieser Kulturlandschaft für die Artenvielfalt in den Fokus. Eine Neuausrichtung der Förderpolitik und politische Maßnahmen sind dringend erforderlich, um den Rückgang der Bestände zu stoppen und die Zukunft der Streuobstwiesen zu sichern.

Forderungen zum Europäischen Tag der Streuobstwiese – Schutz der Artenvielfalt

Am Europäischen Tag der Streuobstwiese, dem 26. April, rückt die Bedeutung dieser Kulturlandschaft für die Artenvielfalt in den Fokus. Streuobstwiesen stellen eine naturverträgliche Form des Obstanbaus dar, charakterisiert durch Hochstamm-Bäume mit einer Vielfalt an Obstsorten, darunter viele alte Varietäten.

Streuobstwiesen sind für die Artenvielfalt enorm wichtig. Über 500 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sowie etwa 600 Obstsorten finden sich allein auf Streuobstwiesen in Deutschland. Diese Vielfalt sollte der Politik Mahnung und Ansporn sein, die vorhandenen Haushaltsmittel endlich zielgerichtet zur Bekämpfung des Artensterbens einzusetzen. Dies gilt für die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU genauso wie eine immer noch nicht auf eigenständige Füße gestellte Naturschutzfinanzierung. Wir müssen die umweltschädliche Gestaltung der Förderpolitik beenden, die für ein Verschwinden der Streuobstbestände mit verantwortlich ist.

Diese Aussage unterstreicht die Notwendigkeit einer Neuausrichtung der Förderpolitik, da die aktuelle Gestaltung zum Rückgang der Streuobstbestände beitrage. Kurz vor der Europawahl im Juni würden auf EU-Ebene Umweltauflagen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) reduziert, die aus Naturschutzsicht bereits als unzureichend gelten.

Handelsklassen und Vermarktung – Herausforderungen für Streuobst

Für den Erhalt der Streuobstwiesen wird die Abschaffung der Handelsklassen für Obst gefordert. Dies würde die Vermarktung von Streuobst als Tafelobst erleichtern.

Genormte Äpfel gibt es von der Streuobstwiese nicht – dafür besonders schmackhafte, gesunde und vielfältige Sorten, die so in keinem Supermarkt zu finden sind.

Diese Vielfalt an Sorten, die nicht den gängigen Normen entsprechen, ist ein Merkmal von Streuobstwiesen.

Zukunftssicherung und politische Maßnahmen – Wege zum Erhalt

Um Streuobstwiesen zukunftssicher zu gestalten, sind in verschiedenen Bereichen politische Maßnahmen erforderlich. Bund und Länder sind aufgefordert, über Agrarumweltmaßnahmen mehr zu leisten als bisher. Dazu gehört der Abbau von Hürden für die Beweidung der Wiesen durch Wanderschäfer sowie die Untersuchung der Auswirkungen des Klimawandels auf Streuobstwiesen. Zudem muss der Schutz der Streuobstbestände klarer geregelt werden, da hier sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene Nachholbedarf besteht.

Der Tag der Streuobstwiese, eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft Streuobst Österreich, findet seit 2021 jährlich Ende April statt. Er dient als Mitmach- und Erlebnistag, bei dem Aktive in ganz Europa Aktionen rund um den immateriellen Kulturerbe „Streuobstanbau“ organisieren. In Deutschland wird dieser Tag von Hochstamm Deutschland koordiniert. Der NABU ist Mitbegründer und trägt über seinen Dachverband BirdLife Europe zum europäischen Austausch bei.

26.04.2024

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