Studie zeigt Verschiebungen bei Markenstärke und wachsendem Wettbewerbsdruck
Die deutsche Baumarktbranche steht 2024 vor einer bemerkenswerten Entwicklung. Während etablierte Anbieter weiterhin den Markt prägen, rückt mit B1 eine Discount-Marke in den Fokus, die insbesondere beim Markenimage neue Maßstäbe setzt. Grundlage ist eine aktuelle Studie der SPLENDID RESEARCH GmbH, die Veränderungen in Wahrnehmung und Markenstärke aufzeigt.
Trotz zunehmender Dynamik bleibt Obi im sogenannten Brand Index weiterhin auf dem ersten Platz. Gleichzeitig verdeutlichen sinkende Kennzahlen, dass der Wettbewerb spürbar an Intensität gewinnt.
Obi behauptet Spitzenposition trotz Rückgang
Mit einem Brand Score von 60 verteidigt Obi die Spitzenposition unter den Baumärkten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies jedoch einen Rückgang um fünf Punkte. Diese Entwicklung signalisiert, dass die Marktführerschaft zwar stabil ist, aber zunehmend unter Druck gerät.
„Obi bleibt vorerst Spitzenreiter, aber der Rückgang deutet darauf hin, dass der Wettbewerb zunehmend an Boden gewinnt“
Die Zahlen zeigen, dass selbst etablierte Marken kontinuierlich an ihrer Position arbeiten müssen, um ihre Marktstellung zu sichern.
Bauhaus und Hornbach verlieren an Stärke
Im Verfolgerfeld kommt es zu Verschiebungen. Bauhaus verbessert sich trotz eines Rückgangs von 59 auf 52 Punkte auf den zweiten Platz. Hornbach hingegen verzeichnet mit einem Minus von neun Punkten den stärksten Rückgang und fällt auf Rang drei zurück.
„Hornbach muss sein Markenprofil schärfen, um die Verbindung zu den Konsumenten zu stärken“
Der deutliche Punktverlust unterstreicht den Handlungsbedarf bei der Markenpositionierung. Insgesamt zeigt sich, dass die großen Anbieter gleichermaßen von rückläufigen Bewertungen betroffen sind.
B1 punktet mit Image statt Bekanntheit
Für die größte Überraschung sorgt die Marke B1. Mit einem Image Score von 75 erreicht sie den Spitzenwert im Image-Ranking, obwohl die Markenbekanntheit mit 15 Prozent vergleichsweise gering ist.
„B1 hat trotz einer Bekanntheit von nur 15% ein starkes Image aufgebaut, besonders durch sein Preis-Leistungs-Verhältnis“
Der Erfolg verdeutlicht, dass ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis auch bei geringerer Marktdurchdringung zu einer starken Wahrnehmung führen kann. Für die Branche zeigt sich damit, dass spezialisierte Konzepte zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Branche insgesamt unter Druck
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist der branchenweite Rückgang der Brand Scores. Nach Jahren moderaten Wachstums verlieren nahezu alle untersuchten Marken an Stärke. Dies deutet auf strukturelle Herausforderungen innerhalb der Branche hin.
„Die Baumarktbranche scheint aktuell Schwierigkeiten zu haben, sowohl ihre Markenbekanntheit als auch das Image aufrechtzuerhalten“
Die rückläufigen Werte betreffen sowohl die Wahrnehmung als auch die Kundenbindung und zeigen, dass strategische Anpassungen erforderlich sind, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Methodik der Untersuchung
Für die Studie wurden 1009 Personen in Deutschland zur Bekanntheit verschiedener Marken befragt. Zusätzlich bewerteten sie zentrale Kriterien wie Vertrauenswürdigkeit, Nachhaltigkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis auf einer Skala von 1 bis 5.
Der Brand Score ergibt sich aus der Kombination von Markenbekanntheit und Imagebewertung. Durch diese Verknüpfung entsteht ein umfassendes Bild der jeweiligen Marktposition, das sowohl Reichweite als auch Wahrnehmungsqualität berücksichtigt.
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Neben Größe und Bekanntheit gewinnen Imagefaktoren zunehmend an Gewicht – und eröffnen auch neuen Marktteilnehmern Chancen im Wettbewerb.
