Die Grüne Stadt

Grünräume und Stadtklima: Wege zur klimaresilienten Stadt

Die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels erfordern eine intensive Kommunikation über die Bedeutung von Grün- und Wasserflächen in Städten. Eine Online-Veranstaltung der IBA Stuttgart 2027 beleuchtete Wege zur klimaresilienten Stadt von morgen.

Die Bedeutung von Grünflächen für das Stadtklima

Die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels, wie Hitzestress, Starkregen und Stürme, rücken die Bedeutung von Grün- und Wasserflächen sowie Freiräumen in Städten verstärkt in den Fokus. Dieses Bewusstsein ist in Fachkreisen etabliert, erfordert jedoch eine intensive Kommunikation.

Vor diesem Hintergrund wurde „Stadtklima und Grünräume“ 2020 als Fokusthema der IBA Stuttgart 2027 gewählt. Eine geplante zweitägige Tagung „Grün & Gut!? – Wege zur klimaresilienten Stadt von morgen“ in der Evangelischen Akademie Bad Boll musste aufgrund der Pandemielage kurzfristig in ein zweistündiges Online-Event umgewandelt werden.

Wir wollten mit der Tagung der Frage nachgehen, welche Bedeutung der ´Grünen Stadt` für unser urbanes Leben von morgen zukommt. Welchen Stellenwert hat das ´Grün` in kommunalen Klimakonzepten? Welche Rolle wird ´Grün` für die Metropolregion Stuttgart spielen? Der IBA-Prozess in der Region Stuttgart gibt uns die Möglichkeit, über Wege zu einem klimaangepassten urbanen Leben zu debattieren.

Dies erklärte Dr. Anja Reichert-Schick, Studienleiterin der Akademie für Stadtentwicklung, Ländlicher Raum und Wohnungsbau.

Kooperationen für grüne Infrastruktur

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit mehreren Partnern durchgeführt. Dazu zählten der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V., die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e.V. – Landesverband Baden-Württemberg, der Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BUGG), die Stiftung DIE GRÜNE STADT und das Dialogforum der Kirchen in der Region Stuttgart. Auch die iba´27 StadtRegion Stuttgart war durch Intendant Andreas Hofer vertreten.

In der Diskussion wurde die Notwendigkeit betont, die grüne Infrastruktur im urbanen Raum und Umland als einheitliches System zu betrachten und gleichwertig mit anderen Aspekten der Städteplanung zu entwickeln. Die Pandemie hat die Bedeutung von Grün- und Freiräumen in Städten verdeutlicht. Es sei dringend geboten, Themen wie Klimaanpassung, Mobilitätswende, Artenvielfalt und Naturerleben wieder stärker in den Fokus zu rücken.

Restflächen in der Kernstadt, aber auch Wasserflächen und das Umland sind geeignet, neue Lebensräume für die heimische Fauna und Flora zu schaffen und gleichzeitig eine wichtige Rolle für die Verbesserung des Artenschutzes und des Mikroklimas zu spielen. Wir Landschaftsgärtner verstehen das Grün in der Stadt als System, das das öffentliche Grün, aber auch private Gärten und sogar Vorgärten umfasst. Das aktuelle Schottergartenverbot in Baden-Württemberg ist ein klares Zeichen, welche Bedeutung auch die Politik dem Thema gibt.

Dies erläuterte Martin Joos, Vorstandsvorsitzender des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V.

Erfolgreiche Online-Umstellung

Die ursprünglich als Präsenzveranstaltung geplante Tagung wurde innerhalb von zwei Wochen in eine zweistündige Zoom-Konferenz umgewandelt. Marco Riley vom VGL Baden-Württemberg berichtete von den Herausforderungen der Umplanung aufgrund des zweiten Lockdowns.

Wir sind im Nachhinein sehr zufrieden, denn mit rund 150 Teilnehmern und einer regen Beteiligung am Chat war die Veranstaltung im Ergebnis sehr erfolgreich.

Dr. Reichert-Schick hob hervor, dass unter Pandemiebedingungen maximal 50 Teilnehmer bei einer Präsenzveranstaltung erwartet worden wären. Die positiven Rückmeldungen im Chat bestätigten den Erfolg der Online-Veranstaltung, die als „Appetizer“ für die für das Folgejahr geplante Konferenz diente.

Riley ergänzte, dass Online-Angebote seit dem Frühsommer dieses Jahres sehr gut angenommen werden. Der Verband hat sein Seminarprogramm auf Online-Formate umgestellt und im September 2020 eine GaLaBau-Web-Akademie eröffnet, um Webinare anzubieten.

Ausblick

Die Präsenzveranstaltung „Grün und gut!?“ ist für den 25. und 26. November 2021 in der Evangelischen Akademie Bad Boll geplant.

22.12.2020

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