Mitgestaltung des Weißbuchs „Grün in der Stadt“
Der zwölfte BGL-Verbandskongress in Berlin befasste sich mit den Chancen und Herausforderungen für die GaLaBau-Branche. Ein zentrales Thema war die Mitgestaltung des Weißbuchs „Grün in der Stadt“. Über 200 Delegierte, Vertreter aus Politik, Verbänden und der grünen Branche nahmen an dem zweitägigen Dialog teil.
Zu den Referenten zählten Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens (BMEL), Staatssekretär Gunther Adler (BMUB), Prof. Dr. Markus Große Ophoff (Deutsche Bundesstiftung Umwelt / DBU) sowie die Journalisten Markus Gürne (ARD) und Gerhard Matzig (Süddeutsche Zeitung).
BGL-Präsident August Forster betonte in seiner Eröffnungsrede die Notwendigkeit, das im Mai vorgestellte Weißbuch „Grün in der Stadt“ aktiv mitzugestalten.
Wir Landschaftsgärtner werden deshalb weiterhin den Dialog mit den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung suchen, um sicherzustellen, dass in Zukunft Grünflächen in den Städten fachmännisch geplant, angelegt und gepflegt werden. Der standortgerechten Pflanzenwahl kommt hier eine besondere Bedeutung zu.
Forster verwies auch auf die BGL-Kampagne „Rettet den Vorgarten“. Hierbei gehe es darum, das Pflanzenwissen der Landschaftsgärtner einzubringen.
Unsere GFK Marktforschung zu diesem Thema hat gezeigt, dass die meisten Menschen abwechslungsreiche und lebendige Gärten schätzen. Die Einschätzung mancher Vorgartenbesitzer, dass versiegelte Gärten pflegeleicht seien, ist nur sehr begrenzt zutreffend. Nach wenigen Jahren etablieren sich in den Kies- oder Schotterflächen hartnäckige Unkräuter. Es ist deshalb umso wichtiger, dass wir Landschaftsgärtner mit unserem Pflanzenwissen und Know-how den Kunden in der Beratung von den Vorteilen begrünter Vorgärten und Gärten überzeugen.
Demografischer Wandel und Fachkräftemangel
Ein weiteres zentrales Thema war der demografische Wandel und der damit verbundene Fachkräftemangel. Forster wies darauf hin, dass die Branche sich auf weniger Auszubildende und Fachkräfte einstellen und Lösungen entwickeln müsse.
Wir haben schon früh auf den zu erwartenden Fachkräftemangel reagiert und vielfältige Maßnahmen eingeleitet. Ich nenne hier nur unsere erfolgreiche Nachwuchswerbekampagne, die in diesem Jahr mit neuen Anzeigenmotiven wieder erfolgreich für den Beruf des Landschaftsgärtners wirbt.
Die Berufsbildung sei ein zentraler Baustein im Kampf gegen den Fachkräftemangel.
Die Zukunft der Branche hängt auch von der Qualität der Auszubildenden und Fachkräfte ab. Hier sind Verbände, Berufsschulen und Hochschulen gefordert. Denn nur mit qualifiziertem und engagiertem Personal werden wir die Herausforderung des demografischen Wandels meistern.
Auch die Betriebe seien gefordert, auf den Fachkräftemangel zu reagieren. Forster sieht Mitarbeiterbindungskonzepte als zentrales Element.
Wer gute Mitarbeiter langfristig bindet, hat viele Vorteile. Eine geringe Fluktuation stärkt den Teamgeist, sorgt für reibungslose Abläufe und spart den Aufwand einer Mitarbeiterakquise. Wir Unternehmer müssen uns deshalb Gedanken machen, was einen attraktiven Betrieb ausmacht und Personalführungskonzepte entwickeln. Das ist ein zentraler Baustein für den Unternehmenserfolg der Zukunft.
Digitalisierung im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau
Abschließend thematisierte Forster die Digitalisierung im Garten- und Landschaftsbau. Er betonte, dass die Arbeitswelt vor einem Umbruch stehe.
Die Digitalisierung der Arbeitswelt verändert schon heute das Berufsleben in einem Maße vergleichbar der Industriellen Revolution. Trotzdem sollten wir diese Entwicklung nicht fürchten, sondern als Chance begreifen.
Als Beispiel nannte er das Online-Berichtsheft.
Während andere Branchen über die Digitalisierung der Arbeitswelt reden, haben wir uns im AuGaLa schon frühzeitig mit den Herausforderungen der Digitalisierung der Branche beschäftigt. Das Ergebnis dieses Prozesses ist das Online-Berichtsheft für Auszubildende im Garten- und Landschaftsbau, mit dem wir auch eine Vorreiterrolle einnehmen.
Die Automatisierung und Digitalisierung der Arbeitsabläufe sei wichtig für die Branche. Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. hat eine Arbeitsgruppe mit externen Fachleuten eingerichtet, die sich diesem Thema widmet.
Ich bin überzeugt, dass uns diese Arbeitsgruppe wertvolle Ergebnisse und Handlungsoptionen liefert, wie wir die Digitalisierung der betrieblichen Abläufe und Prozesse anpacken können.
