Branchenverbände

Überwiegend positive Stimmung im bayerischen Bau- und Ausbauhandwerk

Die Stimmung im bayerischen Bau- und Ausbauhandwerk ist überwiegend positiv, wie der jüngste Lagebericht der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern zeigt. Besonders das Ausbaugewerbe trägt zur positiven Entwicklung bei, während der öffentliche Bau weiterhin Sorge bereitet.

Aktuelle Lageeinschätzung und Ertragslage im Detail

Derzeit bezeichnen 39 Prozent der Bau- und 53 Prozent der Ausbaubetriebe ihre Situation als gut oder sehr gut. Auch die Ertragslage hat sich stabilisiert. Im Bauhauptgewerbe ist bei der Entwicklung der Baupreise keine Verbesserung erkennbar: Ein Drittel der Betriebe erzielt lediglich auskömmliche Preise, und nur sechs Prozent sind zufrieden. Im Ausbaugewerbe zeigen sich die Zahlen im Frühjahr etwas besser. Im Baugewerbe übertrifft die Stimmung in diesem Frühjahr die tatsächliche Zahlenlage.

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe lag im Gesamtjahr 2010 um ein Prozent unter dem bereits schwachen Niveau von 2009. Besonders enttäuschend entwickelte sich der öffentliche Bau, der 2009 noch zur Stützung der Baukonjunktur beitrug. Auch der Gewerbebau hat noch nicht an Fahrt aufgenommen. Lediglich der anziehende Wohnungsbau verhinderte eine noch schlechtere Jahresbilanz. Im Ausbaubereich verlief das Jahr 2010 für Schreiner, Maler und Raumausstatter erfreulicher, mit einer Umsatzsteigerung von ein bis zwei Prozent.

Herausforderungen und Ausblick für die Branche

Zwar entwickelt sich die Branche insgesamt positiv. Dies ist aber vor allem dem Schwung im Ausbaugewerbe zu verdanken.

Hans Auracher, Sprecher der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern, hob die unterschiedliche Entwicklung innerhalb der Branche hervor. Insbesondere der öffentliche Bau wird auch in diesem Jahr mit Sorge betrachtet. Auracher warnt vor den Folgen zurückgefahrener kommunaler Investitionen und fordert Bund und Länder auf, die Kommunen dabei zu unterstützen, ihre Bauinvestitionen auf einem bestandserhaltenden Niveau zu halten. Laut LVB-Umfrage sind Kommunen für einen Großteil der Unternehmen wichtige Auftraggeber, und die Mehrheit befürchtet einen Rückgang ihrer kommunalen Aufträge in diesem Jahr.

Auracher betonte die positiven Folgewirkungen öffentlicher Investitionen, die private Investitionen auslösen und zu Steuermehreinnahmen führen können. Angesichts der bevorstehenden Arbeitnehmerfreizügigkeit für osteuropäische Beschäftigte sind die Sorgen vor Lohndumping und steigendem Preisdruck, insbesondere im Bauhauptgewerbe, groß. Dennoch sind die verbesserten Personalplanungen der Unternehmen vielversprechend: Branchenweit planen mehr Betriebe, ihr Personal aufzustocken oder zu halten, als Personal abzubauen. Zudem wird eine leicht steigende Ausbildungsleistung im Bau- und Ausbaugewerbe erwartet.

Die Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern repräsentiert zehn Verbände des Bau- und Ausbauhandwerks mit rund 300.000 Mitarbeitern in etwa 35.000 Betrieben.

14.04.2011

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