Positive Entwicklung im bayerischen GaLaBau
Der bayerische Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) verzeichnet ein anhaltendes Wachstum. Dies geht aus den Zahlen hervor, die der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern) im März 2019 präsentierte. Der Gesamtumsatz der Branche erreichte demnach 1,125 Milliarden Euro. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber würdigte in ihrem Grußwort den Beitrag des Verbandes zur Prosperität und zum Erhalt der Artenvielfalt in Bayern.
Gerhard Zäh, Präsident des VGL Bayern, hob in seinem Bericht die positive Entwicklung hervor. Die im Verband organisierten Fachbetriebe trugen mit 736 Millionen Euro überproportional zum Jahresumsatz 2018 bei. Dies entspricht einer Steigerung von sieben Prozent gegenüber 2017 (688 Millionen Euro). Das Privatkundengeschäft bleibt mit rund 58 Prozent der größte Umsatztreiber. Auch das Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern entwickelte sich positiv, wobei der Anteil am Gesamtumsatz von 14,6 Prozent im Jahr 2017 auf knapp 17 Prozent im vergangenen Jahr stieg.
Insgesamt kann man in den Kommunen und Städten eine zunehmende Investitionsbereitschaft erkennen. Um die Belastungen für die Einwohner durch Feinstaub, Kohlendioxid und Starkregen mit zusätzlichem Grün im öffentlichen Raum nachhaltig zu reduzieren, bedarf es jedoch weiterer Mittel durch die öffentliche Hand.
Die positive wirtschaftliche Entwicklung spiegelt sich auch in den Ausbildungszahlen wider. Im Jahr 2018 wurden in Bayern 535 neue Ausbildungsverhältnisse im GaLaBau abgeschlossen, gegenüber 504 im Vorjahr. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 befanden sich insgesamt 1.374 angehende Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner in Ausbildung, verglichen mit 1.311 im Jahr 2017. Damit verzeichnet der GaLaBau steigende Azubi-Zahlen, trotz eines allgemeinen Rückgangs bei den Schulabgängern.
Stellungnahme zum Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen!“
Der Verbandspräsident äußerte sich auch zum bayerischen Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen!“. Die hohe Beteiligung der Bürger zeige ein großes Interesse an Grün und Umwelt. Zäh betonte, dass die Forderungen nicht ausschließlich an die Landwirtschaft gerichtet sein sollten, da das Ziel der Biodiversität viele weitere Bevölkerungskreise betreffe.
Wir Landschaftsgärtner erleben beispielsweise immer wieder, dass Eigentümer ihre Vorgärten mit vermeintlich pflegeleichtem Kies gestalten möchten. Die allenfalls mit vereinzelten Solitärgräsern oder Buchskugeln bepflanzten Steinwüsten begünstigen dabei sicherlich nicht die Artenvielfalt und bieten kaum Lebensräume für Insekten. Diesem Trend wirken wir, zusammen mit dem Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, seit 2017 mit der Initiative „Rettet den Vorgarten“ entgegen. Mit der Initiative möchten wir unsere Kunden davon überzeugen, sich anstelle eines Schottergartens für einen begrünten Vorgarten und damit für mehr Artenvielfalt zu entscheiden.
Landwirtschaftsministerin Kaniber sieht den GaLaBau als Schlüsselbranche für mehr Grün. Sie betonte die Notwendigkeit, Park- und Grünanlagen, Straßenränder, Gärten, Friedhöfe sowie Dachflächen und Fassaden bewusster als artenreiche Lebensräume zu gestalten. Der GaLaBau entwickle sich zu einer Schlüsselbranche für Antworten auf Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversität und Urbanisierung. Dachbegrünungen können beispielsweise bis zu 44 Prozent der Sonneneinstrahlungsenergie absorbieren, bis zu 90 Prozent der Regenniederschläge zurückhalten und bis zu 20 Prozent der Luftschadstoffe binden.
Die Ministerin verwies auf Forschungsprojekte im Freistaat, unter anderem an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim (LWG). Das dortige Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau konzentriert sich auf die Erforschung einer standortgerechten Pflanzenverwendung. Aktuell wurden elf Forschungsvorhaben im Bereich GaLaBau und Gartenbau mit rund 3,5 Millionen Euro gefördert.
Initiative „Grün in die Stadt“ und Mitgliederentwicklung
Die Initiative „Grün in die Stadt“, initiiert vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) in Zusammenarbeit mit dem VGL Bayern, informiert über die Bedeutung von Stadtgrün für das Stadtklima. Die Roadshow, die 2016 in München und 2017 in Nürnberg stattfand, sensibilisierte die Bevölkerung für die Verbesserung der Lebensqualität durch öffentliche Grünanlagen.
Nun rücken wir verstärkt die Politik in den Fokus unserer Aktivitäten und machen auf das Lösungspotential von grünen Städten im Kampf gegen den Klimawandel aufmerksam. Denn viele Kommunalpolitiker und Entscheider wissen oft gar nicht, welche Förderprogramme und Mittel für Grünprojekte bereitstehen.
Thomas Banzhaf, Vizepräsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, erläuterte, dass der „Förder-Check“ kommunale Entscheider dabei unterstützt, passende Fördermittel für Grünentwicklung zu finden und zu beantragen. Zudem wurde ein neues Programm des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages in Höhe von 100 Millionen Euro für die Pflege von Parkanlagen aufgelegt.
Verbandsdirektor Prof. Rudolf Walter Klingshirn präsentierte den Geschäftsbericht 2018. Zum 1. Januar 2019 zählte der VGL Bayern 568 ordentliche und 35 außerordentliche Mitglieder. Die Verteilung auf die Regierungsbezirke ist wie folgt: Oberbayern 262, Schwaben 70, Mittelfranken 67, Niederbayern 59, Unterfranken 54, Oberpfalz 47 und Oberfranken 44. Hinzu kommen 58 Förder- und 19 Seniorenmitglieder sowie sieben Ehrenpräsidenten und Ehrenmitglieder. Insgesamt sind in Bayern rund 2.370 Betriebe im GaLaBau tätig.
Karl Artinger, Vizepräsident und Schatzmeister des VGL Bayern, sowie Pia Präger, Mitglied im Präsidium des VGL Bayern, wurden für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.
Ehrungen und Auszeichnungen im GaLaBau
Die Bullinger GmbH & Co. KG aus Donauwörth erhielt eine Auszeichnung für ihr Engagement in der Ausbildung. Die Auszubildenden Julian Maier und Niklas Stadlmayr erreichten 2018 den ersten Platz im bayerischen und bundesweiten Berufswettbewerb der angehenden Landschaftsgärtner. Sie werden Deutschland bei der Berufsweltmeisterschaft WorldSkills 2019 in Kazan vertreten. Das Qualitätskennzeichen für Fachbetriebe im GaLaBau, ein Signum in Edelstahl, wurde der Josef Saule GmbH aus Augsburg für ein halbes Jahrhundert Verbandszugehörigkeit verliehen. Dietmar Lindner, Vizepräsident des VGL Bayern, erhielt einen bayerischen Löwen aus Porzellan für seinen langjährigen Vorsitz der Regionalgruppe Unterfranken. Ulrich Schäfer, Geschäftsführer der Nordgrün Nürnberg Garten- und Landschaftsbau GmbH, wurde für seine Beteiligung an der Landesgartenschau 2018 in Würzburg mit einem Schaugarten geehrt. Auch auf der kommenden Gartenschau in Wassertrüdingen beteiligen sich Mitglieder des VGL Bayern mit eigenen Beiträgen.

