Energiepreise als wesentlicher Treiber der Inflation
Die Preisentwicklung im Energiesektor beeinflusst die Inflationsrate seit Dezember 2016 maßgeblich. Im Januar 2017 lagen die Energiepreise insgesamt 5,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Dies stellt eine deutliche Beschleunigung des Preisanstiegs dar, nachdem die Teuerungsrate im Dezember 2016 noch bei 2,5 Prozent gelegen hatte.
Besonders betroffen waren im Januar 2017 die Mineralölprodukte, die sich um 18,1 Prozent verteuerten. Hierzu zählen leichtes Heizöl mit einem Anstieg von 42,5 Prozent und Kraftstoffe mit 12,8 Prozent. Auch die Strompreise erhöhten sich um 1,4 Prozent. Im Gegensatz dazu waren Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme (−5,7 Prozent) sowie Gas (−3,3 Prozent) günstiger. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate bei 1,5 Prozent gelegen, ohne Mineralölprodukte sogar nur bei 1,3 Prozent.
Anstieg bei Nahrungsmitteln und Waren
Auch die Preise für Nahrungsmittel stiegen im Januar 2017 deutlich an, um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Anstieg verstärkte sich erneut, verglichen mit 2,5 Prozent im Dezember 2016 und 1,2 Prozent im November 2016. Besonders teuer waren Speisefette und Speiseöle (+12,8 Prozent), darunter Butter (+26,2 Prozent) und Olivenöl (+5,3 Prozent). Gemüse verteuerte sich um 10,7 Prozent, wobei Gurken (+69,5 Prozent) sowie Kopf- und Eisbergsalat (+59,2 Prozent) herausragten.
Weitere Nahrungsmittelgruppen verzeichneten ebenfalls Preisanstiege, darunter Obst (+4,6 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (+2,7 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+0,4 Prozent). Die Preise für Waren insgesamt, einschließlich Energie und Nahrungsmittel, erhöhten sich im Januar 2017 überdurchschnittlich um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Einzelne Waren wie Zeitungen und Zeitschriften (+4,2 Prozent) sowie Tabakwaren (+3,2 Prozent) verteuerten sich ebenfalls. Geräte der Unterhaltungselektronik hingegen wurden günstiger (−4,6 Prozent).
Entwicklung bei Dienstleistungen
Die Preise für Dienstleistungen stiegen im Januar 2017 mit 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr schwächer als die Warenpreise. Maßgeblich für diesen Anstieg waren die Nettokaltmieten, die sich um 1,6 Prozent erhöhten. Auch Dienstleistungen für Verpflegung in Restaurants, Cafés und im Straßenverkauf (+1,9 Prozent) sowie Versicherungen (+2,5 Prozent) verteuerten sich.
Eine verbraucherfreundliche Entwicklung zeigte sich bei Telekommunikationsdienstleistungen (−1,1 Prozent) und Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (−6,3 Prozent), letzteres bedingt durch die Umsetzung des Pflegestärkungsgesetzes II.
Monatliche Veränderungen im Januar 2017
Im Vergleich zum Vormonat Dezember 2016 sank der Verbraucherpreisindex im Januar 2017 um 0,6 Prozent. Dieser Rückgang war zu einem erheblichen Teil saisonbedingt. Preise für Pauschalreisen fielen deutlich (−19,6 Prozent), ebenso wie für Flugreisen (−3,9 Prozent). Auch Bekleidungsartikel (−5,7 Prozent) sowie Schuhe und Schuhzubehör (−3,7 Prozent) wurden aufgrund von Rabatten auf Winterwaren günstiger.
Ein weiterer Preisrückgang war bei Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (−9,1 Prozent) zu beobachten, ebenfalls beeinflusst durch das Pflegestärkungsgesetz II. Preiserhöhungen gab es hingegen bei Nahrungsmitteln (+0,7 Prozent), insbesondere bei Gemüse (+3,8 Prozent, darunter Kopf- und Eisbergsalat: +36,7 Prozent; Tomaten: +12,2 Prozent). Auch die Energiepreise stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent, unter anderem bei Kraftstoffen (+2,2 Prozent), leichtem Heizöl (+1,2 Prozent) und Strom (+1,0 Prozent). Der Strompreisanstieg ist teilweise auf die Neufestlegung der EEG-Umlage zurückzuführen (2017: 6,88 Cent/kWh; 2016: 6,35 Cent/kWh).
