Ganzjährige Begleiter für Ihren Balkon
Stauden bieten eine Alternative zu saisonalen Balkonpflanzen und können das ganze Jahr über in Töpfen und Kästen kultiviert werden. Nach dem Winter treiben sie erneut aus und stellen für Wildbienen sowie andere Insekten eine Nahrungsquelle dar.
Michael Moll, Inhaber von „Michael Moll Winterharte Gartenstauden“, betont die Eignung von Stauden für die Gefäßkultur auf dem Balkon. Die Auswahl der passenden Arten hängt dabei vom Standort ab, insbesondere von den Lichtverhältnissen.
Stauden wachsen sehr gut in Gefäßen, also auch auf dem Balkon. Wie immer kommt es darauf an, dass der Standort passt: In voller Sonne pflanze ich andere Arten, als im Schatten.
Im Vergleich zu klassischen Balkonblühern wie Pelargonien bieten Stauden eine andere Ästhetik.
Stauden strahlen eine natürliche Leichtigkeit aus. Sie sehen ganz anders aus als Pelargonien, die von Mai bis zum Frost in leuchtenden Farben durchblühen.
Moll sieht die Möglichkeit, beide Pflanzentypen zu kombinieren.
Zu Hause habe ich beides: Kästen mit Sommerblumen und zusätzlich Gefäße mit Stauden.
Vorteile von Stauden auf dem Balkon
Ein wesentlicher Vorteil von Stauden ist ihre Winterhärte, wodurch ein jährlicher Neukauf entfällt. Durch geschickte Kombinationen kann die jahreszeitliche Entwicklung in den Gefäßen sichtbar gemacht werden.
Stauden sind ideal für alle, die keinen Garten haben und sich ein kleines Stück Natur auf den Balkon holen möchten.
Besonders Wildstauden wie die Kartäuser-Nelke, die Tauben-Skabiose oder die Königskerze sind hierfür geeignet. Sie ziehen während der Blütezeit Wildbienen und andere Insekten an.
Zur Blütezeit finden Wildbienen und andere Insekten den Weg auf den Balkon und sorgen für Leben mitten in der Stadt.
Auch im Winter behalten die Samenstände ihren Zierwert, insbesondere wenn sie von Raureif bedeckt sind. Einige Wildstauden säen sich zudem selbst aus, was zu neuen Jungpflanzen im Balkonkasten führen kann.
Viele Wildstauden säen sich selbst aus und dann wachsen nächstes Jahr im Balkonkasten noch ein paar Jungpflanzen zum Umtopfen oder Verschenken.
Kräuter und Gräser als Ergänzung
Mehrjährige Kräuter wie Apotheker-Ysop, Sand-Thymian oder Teppich-Dost können ebenfalls auf dem Balkon kultiviert werden. Sie dienen als Zier- und Nutzpflanzen und bieten während der Blütezeit Nahrung für Bienen. Begleitende Gräser wie das Kleine Pfeifengras oder das Japanische Goldrandgras tragen zu einer filigranen Struktur bei.
Stauden im Topf für Gartenbesitzer
Auch für Gartenbesitzer kann die Gefäßkultur von Stauden sinnvoll sein. Michael Moll hebt hierbei besonders Funkien hervor.
Funkien wachsen sehr gut im Topf und sehen darin auch ohne Begleitpflanzen richtig gut aus. An eher schattigen Plätzen wie am Hauseingang kann man eine kleine Sammlung aufstellen. Die Vielfalt unterschiedlicher Blätter ist bei dieser Staude natürlich wunderbar.
Im Topf lassen sich Funkien und andere schneckenanfällige Stauden zudem besser schützen. Die Sorge vor einer möglichen Monotonie der Bepflanzung teilt Moll nicht.
Ich kann ja einzelne Stauden tauschen oder die Kästen mit anderen Arten bepflanzen. Nur werfe ich sie nicht weg, sondern pflanze sie in den Garten oder verschenke sie.
Die richtige Erde für Stauden im Topf
Für die meisten Stauden wie Funkien, Bergenien und Silberglöckchen eignet sich eine Kübelpflanzenerde. Diese ist strukturstabiler als gewöhnliche Pflanzerde und fördert die Belüftung der Wurzeln.
Für Sonnenliebhaber wie Schafgarbe, Königskerze und Kartäuser-Nelke, die an durchlässige Böden gewöhnt sind, kann die Kübelpflanzenerde optimiert werden. Michael Moll empfiehlt, etwa ein Drittel Splitt, Bims, Lavagrus oder Sand beizumischen. Dies magert die Erde ab und erhöht die Wasserdurchlässigkeit. Wildstauden, die von Natur aus mit geringen Nährstoffmengen und zeitweiser Trockenheit zurechtkommen, gedeihen in dieser Mischung gut.
