Ganzheitlicher Garten- und Landschaftsbau als Unternehmensphilosophie
Auf Ihrer Website stellen Sie sich als Unternehmen für „ganzheitlichen Garten- und Landschaftsbau“ vor. Was bedeutet das für Sie?
Forster: Wir verstehen uns als Generalunternehmer für den Garten. Das heißt, unsere Services und Leistungen umfassen die Gartenplanung und -beratung, den Neubau, die Bepflanzung und die Pflege von Gärten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich Zubehör – wir beraten, planen und beschaffen Gartenmöbel und -technik. Von unseren Kunden hören wir oft, wie sehr sie es schätzen, dass es über viele Jahre die oder den eine/n Ansprechpartner/in gibt und dass es bei uns diesen umfassenden Service gibt. Ergänzend bieten wir vielfältige Informationen auf unserer Website, versenden regelmäßige Newsletter und organisieren Veranstaltungen für unsere Stammkunden. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Pflanze – wir sind Gärtner, und genau diese Fachkompetenz zeichnet uns aus.
Qualifikation und Weiterbildung der Mitarbeitenden
Das stellt hohe Anforderungen an die Qualifikation Ihrer Mitarbeitenden. Wie stellen Sie diese sicher?
Forster: Wir beschäftigen aktuell 111 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darunter Gartenarchitekten, Landschaftsgärtner, Pflanzenspezialisten, Elektriker, Maschinenführer und Bürokräfte, inklusive Marketing. Jährlich stellen wir drei bis vier Auszubildende ein und legen großen Wert auf Aus- und Weiterbildung. Für die Ausbildung gibt es einen internen Plan, in dem Bauleiter ihre jeweiligen Spezialthemen vermitteln. Darüber hinaus unterscheiden wir zwischen „Muss-Schulungen“, etwa zu Organisation, Digitalisierung oder Arbeitssicherheit, und „Wunsch-Schulungen“. Wer sich in Spezialthemen wie Naturstein, Naturwiesen oder neuer Planungssoftware weiterbilden möchte, wird von uns unterstützt. Zusätzlich laden wir regelmäßig externe Referenten ein oder nutzen Schulungsangebote von Herstellern, etwa zu Wassermanagement oder Zisternensystemen.
Klimawandel, Wasser und neue Anforderungen
Inwieweit verändern Hitzesommer und Starkregen Ihre Arbeit beim Thema Wasser?
Forster: In unserem Einzugsgebiet Köln–Bonn–Koblenz ist das ein zentrales Thema. Wir erleben seit Jahren lange Trockenperioden, aber auch Starkregen und Überflutungen. Die Sensibilität unserer Kunden ist stark gestiegen – sowohl im privaten als auch im gewerblichen und kommunalen Bereich. Unsere Aufgaben liegen in der Anpassung der Pflanzungen an die Klimabedingungen und in der nachhaltigen Optimierung des Wassermanagements. Dazu gehören hitze- und trockenheitstolerante Pflanzensortimente ebenso wie wirtschaftliche Lösungen zur Regenwasserspeicherung und -nutzung. Wassermanagement ist ein Schlüssel zur Klimaanpassung: Wir brauchen mehr Zwischenspeicherung, Versickerung vor Ort und kontrollierte Verdunstung, um das Stadtklima zu verbessern. Deshalb planen wir zunehmend Zisternen, Wasserspeicher und pflanzengerechte Bewässerungssysteme. Mittelfristig wird es nicht mehr möglich sein, Trinkwasser für die Gartenbewässerung zu nutzen.
Standortgerechte Pflanzenauswahl und resiliente Gärten
Wie reagieren Sie darauf bei den Pflanzensortimenten?
Forster: Standortgerechte Pflanzenauswahl ist für uns essenziell. Wir analysieren Lage, Licht- und Wassersituation und nehmen Bodenproben, um gezielt Bodenverbesserungen vornehmen zu können. Von ökologisch problematischen Lösungen wie vollständigem Bodenaustausch raten wir ab. Erfreulicherweise wächst der Wunsch nach naturnahen Gärten. Gefragt sind klimaangepasste Gräser, Stauden und Gehölze, wobei wir aus ökologischen Gründen von Monopflanzungen abraten. Vielfalt schafft Lebensräume, erhöht die Resilienz gegenüber Krankheiten und Schädlingen und reduziert den Wasserbedarf. Buchsbäume pflanzen wir seit Jahren nicht mehr – die Steinlinde (Phillyrea) hat sich als hervorragender Ersatz bewährt.
Wir beobachten kontinuierlich neue Pflanzen in Baumschulen und in eigenen Testpflanzungen, etwa im Siebengebirge oder in der Eifel. Unser Ziel sind zufriedene Kunden und Gärten, die wir langfristig begleiten und weiterentwickeln dürfen. Dafür sind die richtige Pflanzenverwendung sowie fachgerechte Pflanzung und Pflege entscheidend.


