Die Grüne Stadt

Waagerechte Bäume auf der Bundesgartenschau: Eine Installation aus Hohenheim

Eine besondere Fassadenbegrünung mit waagerechten Bäumen, den sogenannten GraviPlants, sorgt auf der Bundesgartenschau für Aufsehen. Die Installation wurde von Visioverdis 2.0 mit Unterstützung der Universität Hohenheim entwickelt und zeigt, wie Städte auch auf begrenztem Raum begrünt werden können.

Innovative Fassadenbegrünung am Eingangstor

Am Eingangstor der Bundesgartenschau präsentiert sich eine besondere Fassadenbegrünung. Drei waagerechte Bäume, sogenannte GraviPlants, drehen sich um die eigene Achse. Diese Installation wurde vor der Eröffnung angebracht. Entwickelt wurde der vertikale Garten vom Startup Visioverdis 2.0 mit Unterstützung der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Die Gründerin Alina Schick hat mit ihrem Beratungsunternehmen pli verda die grüne Fassade für die Bundesgartenschau konzipiert. Die Installation soll zeigen, wie Städte auch auf begrenztem Raum begrünt werden können, um die Luftqualität zu verbessern und als Klimaanlage zu wirken.

Die vertikale Gartenfläche am Eingangstor misst etwa fünf mal zehn Meter. Aus der Wand ragen drei etwa zwei Meter hohe, rotierende Hochstämmchen. Diese GraviPlants sind eine Entwicklung von Dr. Alina Schick, die auch das Startup Visioverdis an der Universität Hohenheim gründete. Die dahinterstehende Philosophie ist die Gestaltung eines modernen Stadtbildes und die Verbesserung der Luftqualität.

Horizontal wachsende Bäume, das ist ein toller Blickfang direkt am Eingang der Bundesgartenschau.

Die GraviPlants sind nicht nur auf der Bundesgartenschau gefragt, sondern finden auch international Beachtung. Anfragen kommen von privaten Hausbesitzern sowie für öffentliche Bauprojekte im In- und Ausland. Besonders für Großstädte bieten die GraviPlants neben dem optischen Effekt auch Vorteile für Luft und Klima.

Hightech-Pflanzen für bessere Luft und als Klimaanlage

Die Bäumchen wachsen aus einem Hightech-Beet, das mit LAN-, Wasser- und Stromleitungen ausgestattet ist. Sensoren messen die Bodenfeuchte, gleichen sie mit Wetterdaten ab und steuern Bewässerung sowie Rotation. Diese Technologie ermöglicht es, Fassaden in mehreren Schichten zu begrünen. Dadurch sind sie dicker als herkömmliche Fassadenbegrünungen, spenden mehr Schatten und kühlen die Fassade. Dies kann zu geringeren Energiekosten im Vergleich zu Klimaanlagen führen.

Entwicklung von Fassadensystemen

Mittlerweile sind auch Wacholder, Kirschlorbeer oder Zierkirschen in der waagerechten Variante verfügbar. Visioverdis 2.0 vertreibt aktuell die dritte Generation der GraviPlants.

Kleiner, leichter, leistungsstärker – Visioverdis 2.0 sammelt ständig Erfahrungen und setzt diese direkt um.

Visioverdis 2.0 bietet zudem weitere Systeme zur Begrünung kleiner Flächen, ganzer Gebäude und urbaner Räume an. Alina Schick hat die Beratungsfirma pli verda gegründet, die bei der Gestaltung und Umsetzung großer Begrünungsprojekte unterstützt.

Gründungsförderung an der Universität Hohenheim

Bei der Entwicklung der GraviPlants und der Gründung von Visioverdis wurde Dr. Alina Schick durch die Gründungsförderung der Universität Hohenheim unterstützt. Im Jahr 2016 erhielt das Unternehmen ein Gründungs-Stipendium durch das Exist-Programm des Bundes. Visioverdis 2.0 ist aus der ursprünglichen Visioverdis hervorgegangen und verfügt heute über ein größeres Gründungsteam mit verschiedenen Fachkompetenzen.

Das InnoGreenhouse der Universität Hohenheim, ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördertes Projekt, unterstützt Studierende und Wissenschaftler bei der Umsetzung ihrer Gründungsideen.

12.04.2023

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