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Spargelfolien: Klarstellungen zu gängigen Behauptungen

Das Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände nimmt Stellung zu verbreiteten Annahmen über den Folienanbau. Jürgen Schulze, ein erfahrener Anbauberater, äußert sich zu fünf häufig genannten Behauptungen und räumt mit Missverständnissen auf.

Mythen und Fakten zum Einsatz von Spargelfolien

Im Gartenbau, insbesondere beim Anbau von Spargel, werden immer wieder Fragen zur Verwendung von Folien auf den Feldern aufgeworfen. Das Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände nimmt Stellung zu verbreiteten Annahmen über den Folienanbau.

Jürgen Schulze, Vorsitzender des Verbandes der Ostdeutschen Spargel- und Beerenobstanbauer und Anbauberater, äußert sich zu fünf häufig genannten Behauptungen.

Umweltauswirkungen von Folien

Die Behauptung, der Einsatz von Folien sei umweltschädlich, wird als falsch eingestuft. Folien tragen dazu bei, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, indem sie Winderosion reduzieren. Sie unterdrücken zudem den Unkrautwuchs auf den Dämmen, was den Arbeitsaufwand minimiert. Da der Boden unter der Folie weniger Wasser verliert, kann in der Erntezeit weitgehend auf Bewässerung verzichtet werden. Auch die Ausbreitung von Schädlingen wird durch Folien eingeschränkt.

Unabhängige Versuche haben gezeigt, dass die Aktivität des Bodenlebens durch die Optimierung von Wärme und Feuchtigkeit gefördert wird. Spargelfelder sind nicht vollständig mit Folie bedeckt, sodass Vögel und Amphibien in den Gräben weiterhin Nahrung finden können.

Kosten und Qualität durch Folieneinsatz

Die Annahme, Spargel würde ohne Folie genauso viel kosten, wird ebenfalls als falsch bezeichnet. Folien helfen, die Lohnkosten zu senken und reduzieren die Produktionskosten um etwa 40 Prozent. Sie sorgen für lockere, feuchte Erde in den Dämmen, was das Stechen für Erntehelfer erleichtert und die Arbeitszeit pro Kilogramm geerntetem Spargel verringert.

Folien tragen zur gleichbleibenden Qualität bei, indem sie verhindern, dass Licht an die Spargelspitzen gelangt und diese sich lila verfärben. Auch bei Hitzeperioden wird rosa Spargel unter Folie vermieden. Dies ermöglicht den Verbrauchern den Kauf von weißem Spargel in hoher Qualität zu erschwinglichen Preisen.

Steuerung des Erntezeitpunkts

Die Behauptung, es sei unerheblich, welche Seite der Folie oben liegt, ist nicht korrekt. Durch den gezielten Einsatz der Folien lässt sich die Temperatur im Spargeldamm steuern und somit der Erntezeitpunkt beeinflussen. Liegt die schwarze Seite oben, wird mehr Wärme in den Boden geleitet, was das Spargelwachstum beschleunigt. Die weiße Seite reflektiert Sonnenlicht und verzögert das Wachstum.

Spargelanbauer können durch Folien die Erntemenge besser an den Bedarf anpassen und eine kontinuierliche Versorgung von Ende März bis Ende Juni gewährleisten.

Gesundheitliche Unbedenklichkeit und Recycling

Die Befürchtung, aus dem Kunststoff könnten gesundheitsschädliche Stoffe in den Boden gelangen, wird als unbegründet zurückgewiesen. Es werden moderne Polyethylen-Folien verwendet, die laut einer Analyse des TÜV Süd gesundheitlich unbedenklich sind und keine Weichmacher enthalten.

Auch die Annahme, der Folieneinsatz erzeuge viel Müll, ist falsch. Spargelfolien werden durchschnittlich sieben bis acht Jahre lang eingesetzt. Nach der Ernte werden sie aufgerollt und für das nächste Jahr gelagert. Nach ihrer Nutzungsdauer werden die zweifarbigen Polyethylen-Bahnen als Agrarkunststoff wiederverwertet.

Die Initiative ERDE (Erntekunststoffe Recycling Deutschland), an der auch Hersteller von Spargelfolien beteiligt sind, hat ein bundesweites Rücknahmekonzept entwickelt. Die Folien werden oft direkt auf den Höfen abgeholt, gewaschen, zerkleinert und zu Granulat (Kunststoffrezyklat) eingeschmolzen. Dieses Granulat kann zu neuen Agrarfolien, Gartenmöbeln, Schläuchen oder Müllbeuteln verarbeitet werden. Der Service umfasst zudem ein Monitoring der Stoffströme von der Sammlung bis zur Verwertung.

12.04.2023

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