Traditionelle Baumübergabe und Mahnung zur Waldkrise
Eine rund 14 Meter hohe Nordmanntanne (Abies nordmanniana) aus Schleswig-Holstein schmückt in der Vorweihnachtszeit den Ehrenhof des Bundeskanzleramtes. Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, übergab den Baum am 28. November 2019 an Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Die Nordmanntanne ist ein sturmfester Baum, sie steht für Geradlinigkeit und tiefe Verwurzelung.
Mit der Baumübergabe soll auch an die aktuelle Krise der Wälder erinnert werden, die durch jüngste Wetterextreme verursacht wurde. Die Übergabe des Weihnachtsbaumes durch den Bundesverband der Waldeigentümer findet traditionell wenige Tage vor dem 1. Advent statt.
Mit dieser Nordmanntanne bringen wir den Wald aus Schleswig-Holstein in die Hauptstadt. Dieser Baum steht für unsere Tradition und unser Wertesystem einer nachhaltigen und generationenübergreifenden Forstwirtschaft.
Dies betonte Hans-Caspar Graf zu Rantzau, Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Waldbesitzerverbandes. Zusätzlich erhält die Bundeskanzlerin seit vielen Jahren eine hölzerne Schachfigur vom AGDW-Präsidenten. In diesem Jahr war es ein heller König aus Eichenholz.
Wir übergeben Ihnen diesen König in der Hoffnung, dass Sie auf dem Spielbrett der Politik niemals schachmatt gesetzt werden.
Hans-Georg von der Marwitz wies bei der Übergabe auf die schwere Krise der deutschen Wälder hin. Das Jahr 2019 sei aufgrund anhaltender Trockenheit und einer Schädlingsentwicklung eines der schwierigsten Jahre in der Geschichte der Bundesrepublik gewesen. Alle Baumarten, sowohl Laub- als auch Nadelbäume, hätten Schäden davongetragen.
Die Schadensbilanz für die Jahre 2018 und 2019 umfasst eine geschädigte Waldfläche von über 180.000 Hektar und rund 105 Millionen Festmeter Schadholz. Der Präsident dankte der Bundeskanzlerin für die zugesicherte Unterstützung der Bundesregierung zur Rettung der Wälder.
Mit ihrem Engagement hilft die Bundesregierung den Waldeigentümern bei der Rettung der Wälder.
Der Weihnachtsbaum stammt aus Schleswig-Holstein, dessen Landesfläche zu 11 Prozent bewaldet ist. Hans-Caspar Graf zu Rantzau hob hervor, dass der Wald in Schleswig-Holstein trotz des geringen Waldanteils eine besondere Bedeutung und einen hohen Stellenwert besitzt.
Die Waldeigentümer erbringen mit ihrer nachhaltigen Waldbewirtschaftung eine Vielzahl von Ökosystemleistungen.
Unser nachhaltig bewirtschafteter Wald ist ein Naturraum mit besten Biodiversitätswerten, er produziert Sauerstoff, sorgt für sauberes Trinkwasser und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Der Wald sichere die Lebensgrundlage der Gesellschaft und sei gleichzeitig der Hauptgeschädigte durch den Klimawandel.
Daher brauchen wir die Bereitschaft von Gesellschaft und Politik, die Leistungen des Waldes zum Beispiel durch Mittel aus der CO2-Abgabe angemessen zu honorieren.
Von der Marwitz betonte zudem den Beitrag der rund zwei Millionen Waldeigentümer für kommende Generationen. Ihre Sorge für einen stabilen und zukunftsfähigen Wald sei in einem Wertesystem verwurzelt, das auf Nachhaltigkeit basiert.
Dafür steht dieser Weihnachtsbaum, der ein Sinnbild ist für den Generationenvertrag. Wir wollen dafür Sorge tragen, dass auch künftige Generationen das Weihnachtsfest mit einem Baum feiern können.
Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, seien sichere Rahmenbedingungen und Vertrauen in die langjährige Erfahrung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung erforderlich.
