Dünger und Substrate

Waldkalkung: Vorteile und Qualitätsanforderungen

Die DLG-Prüfungskommission „Düngekalk“ informierte über die Bedeutung und den Nutzen der Waldkalkung. Ziel ist es, Waldbesitzer zu sensibilisieren und ein Bewusstsein für die künftige DLG-Prämierung spezieller Kalkprodukte zu schaffen.

Bedeutung des Bodens und Auswirkungen von Versauerung im Wald

Norbert Asche von Wald und Holz Nordrhein-Westfalen hob die zentrale Rolle des Bodens in Waldökosystemen hervor. Der Boden fungiert als „Humusmaschine“ durch den Abbau von Laub, was jedoch auch zur Bodenversauerung beitragen kann. Eine solche Versauerung hat weitreichende negative Folgen, darunter Veränderungen der Artenzusammensetzung, verminderte Produktivität von Pflanzen, Podsolbildung und Grundwasserbelastung.

Asche präsentierte Forschungsergebnisse zur Waldkalkung in NRW, die auf eigenen Kalkversuchsflächen durchgeführt wurden. Er schlussfolgerte, dass Kalkung eine Bodenversauerung verhindern kann und der Wald Kalk benötigt.

Ergebnisse der Bodenzustandserhebungen

Dr. Uwe Paar von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt stellte die Ergebnisse der beiden Bodenzustandserhebungen (BZE) vor. Diese Erhebungen dokumentieren den chemischen und physikalischen Bodenzustand auf verschiedenen Ebenen und dienen als Grundlage für die Planung und Durchführung von Maßnahmen wie Kalkungen. Durch die zwei durchgeführten Erhebungen können raum-zeitliche Veränderungen erfasst und bewertet werden.

Waldkalkungen in Hessen und Niedersachsen führten demnach zu einer verbesserten Basensättigung im Mineralboden. Ungekalkte Waldflächen auf nährstoffarmen Böden hingegen versauern weiter und verlieren wichtige Nährstoffe. Insgesamt tragen Waldkalkungen zur Kohlenstoffanreicherung im Mineralboden bei.

Förderung und Durchführung von Waldkalkungen

Andreas Wittgen vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen erläuterte die Rahmenbedingungen und den Verwaltungsablauf bei der Förderung der Waldkalkung in NRW. Eine wesentliche Voraussetzung ist der Nachweis der Kalkungswürdigkeit durch Bodenproben. Die Kalkungsmaßnahme wird in der Regel europaweit ausgeschrieben. Die Durchführung erfolgt GPS-basiert, ähnlich der Präzisionslandwirtschaft, und die ausgebrachten Mengen müssen dokumentiert werden.

Die Vorträge verdeutlichten, dass bei Waldkalkungsmaßnahmen klare Ziele zur Bodenverbesserung verfolgt werden. Es wurde die Annahme bestätigt, dass eine genau spezifizierte und garantierte Düngekalkqualität, wie sie durch DLG-Prüfungen nachgewiesen werden kann, erstrebenswert ist.

DLG-Gütezeichen und Qualitätssicherung

Die DLG prüft verschiedene Betriebsmittel, darunter Düngekalk. Nach erfolgreicher Prüfung auf Basis hoher DLG-Maßstäbe wird das DLG-Gütezeichen vergeben. Die Qualitätsvorgaben orientieren sich an praktischen Anforderungen und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die DLG-Betriebsmittelprüfungen bieten Verbrauchern eine Orientierungshilfe und gewährleisten eine gleichbleibend hohe Produktqualität.

Hersteller, die an DLG-Betriebsmittelprüfungen teilnehmen, verpflichten sich zu einer dauerhaften neutralen Überwachung ihrer Produkte durch die DLG. Hierfür werden jährlich unangekündigte Überwachungsproben beim Hersteller oder im Handel entnommen und analysiert.

Das DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel

Das DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel in Groß-Umstadt ist ein führender Prüf- und Zertifizierungsdienstleister für unabhängige Technik-Tests. Mit moderner Messtechnik und praxisnahen Prüfmethoden werden Produktentwicklungen und Innovationen getestet. Als akkreditiertes und EU-notifiziertes Prüflabor bietet das DLG-Testzentrum Landwirten und Praktikern wichtige Informationen und Entscheidungshilfen für Investitionen in Agrartechnik und Betriebsmittel.

08.10.2017

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