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Was stresst Gurken und Zucchini?

01.07.2012

Die ersten Früchte sind im Garten herangewachsen und können geerntet werden. Besonders schnelle und reichhaltige Ernteerfolge erzielen Sie mit Zucchini und Gurken. Doch beide sind anspruchsvolle Gemüsearten. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie haben einige Tipps parat, wie Sie mit richtiger Pflege eine reichhaltige Ernte erreichen.

Gute Wachstumsbedingungen

Kürbisgewächse wie Gurken und Zucchini benötigen zum Wachsen und Fruchten gleichmäßig warme Temperaturen über 16 °C und eine ausreichende Wasserversorgung. Die großen Blätter der Salatgurken verdunsten an warmen Tagen sehr viel Wasser. Deshalb ist eine Luftfeuchte von 80 % für die Pflanzen günstig. Aufgrund ihres hohen Wärmebedarfs sind sie in Gewächshäusern und unter Folienüberdachungen gut aufgehoben. Zucchini wachsen im Freien gut und benötigen einen Standraum von einem Quadratmeter. Pflanzen Sie am besten zwei Zucchinipflanzen, denn dann klappt es mit der Bestäubung der Blüten und der Fruchtbildung.

Zucchini bilden männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze. Bei zwei Pflanzen kann man davon ausgehen, dass meist eine weibliche und eine männliche Blüte zur gleichen Zeit geöffnet sind. Bleibt eine Bestäubung der Blüten aus, so verfärben sich die Fruchtansätze gelb und sterben ab. Das Absterben junger Früchte bei Gurken und Zucchini kann aber auch eine andere Ursache haben: Bei zu niedrigen Temperaturen werden keine Früchte gebildet. Im Mustergarten der Bayerischen Gartenakademie werden Gurken und Zucchini angebaut. Verfolgen Sie doch im Internet, wie die Gartenexperten die Fruchtgemüse hegen und pflegen.

Welke und Spinnmilben bei Gurken aufgrund ungünstiger Faktoren Pflanzen welken, wenn sie nicht mehr ausreichend Wasser über die Wurzel aufnehmen können. Die Ursachen dafür sind bei Gurken vielfältig. Gurkenwurzeln reagieren empfindlich auf zu niedrige Bodentemperaturen, die beispielsweise durch kaltes Gießwasser hervorgerufen werden können. Lassen Sie deshalb kaltes Brunnen- oder Leitungswasser einen Tag in einem Bottich stehen. Weitere Ursachen für Welke und Wachstumsdepressionen können Staunässe, verdichteter, überdüngter und zu saurer Boden sein. Auf diese Weise geschwächte Pflanzen sind anfälliger für Pilzerkrankungen.

Zu große Hitze führt zu Blattverbrennungen und zu Spinnmilbenbefall. Spinnmilben sind winzige Sauger, die meist nicht rechtzeitig entdeckt werden. Dann ist ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Nützlingen zu spät und meist wirkungslos. Hier hilft nur das Beseitigen der Pflanze.

Pilzerkrankungen, die Welke hervorrufen

Spontanes Absterben einzelner Triebe oder der ganzen Pflanze wird meist von Pilzen ausgelöst. Die Pythium-Welke erkennen Sie an schlaff herabhängenden Blättern und an dunkelgrünen, eingesunkenen Stellen am Wurzelhals. Dieser Pilz wird durch übermäßige Bodenfeuchte sowie niedrige Temperaturen begünstigt. Die Fusarium-Welke tritt schleichend in Erscheinung. Sie ist die Folge eines Pilzes, der die Leitungsbahnen immer mehr verstopft. Die Pflanzen welken erst an den Triebspitzen. Von Tag zu Tag werden die welken Blätter immer zahlreicher. Diese Gurkenpflanzen sind nicht mehr zu retten.

In diesem Fall pflanzen Sie im nächsten Jahr am besten auf Kürbis veredelte Gurken. Die Kürbiswurzeln sind wesentlich widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten, die im Boden überdauern als die Gurkenwurzeln. Plötzliches Welken kann auch durch die Sklerotinia-Welke verursacht werden. Bei näherem Hinsehen entdecken Sie Faulstellen an den Stängeln und ein watteartiges Myzel. Dieser Pilz befällt auch andere Pflanzen des Gemüsegartens. Entsorgen Sie deshalb die befallenen Pflanzenteile nicht auf dem Kompost, da die Sporen über mehrere Jahre überdauern. Achten Sie grundsätzlich auf einen vierjährigen Fruchtwechsel.

Bereitet der Anbau im Boden häufig Probleme, ist für Liebhaber eine Pflanzung in große Kübel eine hilfreiche Alternative.

Blatterkrankungen

Nicht selten werden Gurken- und Zucchinipflanzen an warmen Sommertagen im Gewächshaus wie im Freiland mit dem Echten Mehltau infiziert. Zuerst ist der weiße Belag gut zu erkennen. Im späteren Stadium trocknen die Blätter ein und sterben ab. Bevorzugen Sie widerstandsfähige Sorten. Bei einer rechtzeitigen Bekämpfung mit zugelassenen Fungiziden können sich die Gurkenpflanzen von dem Befall wieder erholen. Wenn Sie keine Pflanzenschutzmittel einsetzen wollen, empfiehlt es sich befallene Blätter sofort zu entfernen. Gut versorgte Zucchinipflanzen bilden über einen langen Zeitraum Früchte und Blätter wieder nach.

Ein weißlicher Pilzbelag unter den Blättern sowie mosaikartige Aufhellungen blattoberseits sind die Symptome des Falschen Mehltaus. Kühle Nächte mit Taubildung und anhaltende Blattfeuchte begünstigen den Pilzbefall. Achten Sie darauf, die Blätter beim Gießen nicht zu befeuchten. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie weisen darauf hin, dass veredelte Gurken nur gegenüber bodenbürtigen Pilzen widerstandsfähig sind. Die Veredelung schützt nicht vor Blattpilzen.

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