Wichtige Maßnahmen zur Prävention und im Notfall
Patienten mit einer Insektengiftallergie erhalten von ihrem behandelnden Arzt ein Notfallset. Dieses enthält Medikamente wie Adrenalin, ein Kortisonpräparat und ein Antihistaminikum. Prof. Dr. med. Dr. h. c. Torsten Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF), weist darauf hin, dass dieses Set in den Sommermonaten oft nicht mitgeführt wird, obwohl es notwendig wäre. Eine kleine Schulter- oder Hüfttasche kann den schnellen Zugriff im Notfall sichern.
Zur Vorbeugung von Stichen empfiehlt es sich, auf Wiesen nicht barfuß zu gehen. Nach einem Stich sollte der Stachel umgehend entfernt werden. Bei einer bekannten Insektengiftallergie ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.
Beim Verzehr von Früchten, Süßspeisen und Getränken ist Vorsicht geboten. Getränkedosen, Gläser und Flaschen sollten abgedeckt oder nach Gebrauch verschlossen werden, ebenso Behälter mit Ketchup, Senf und Grillsaucen. Abfallbehälter, die Insekten anziehen, sind stets gut abzudecken.
Grellbunte Kleidung kann von Bienen und Wespen mit Blumen verwechselt werden; daher ist im Freien dezente Kleidung ratsam. Schweiß, stark parfümierte Cremes, Haarsprays und Parfüm ziehen Insekten ebenfalls an. Fliegen- oder Pollengitter an Fenstern bieten zusätzlichen Schutz. Rasche und hektische Bewegungen wirken auf Insekten bedrohlich und sollten vermieden werden, während langsame Bewegungen kaum wahrgenommen werden. Notfallmedikamente und der Allergie-Pass sollten immer griffbereit sein.
Erkennen der Symptome einer Insektengiftallergie
Bei etwa 25 Prozent der Gestochenen äußert sich eine Insektengiftallergie durch schmerzhafte, visitenkartengroße und rötliche Schwellungen, die länger als 24 Stunden anhalten. Weitere allergische Symptome, die bereits wenige Sekunden nach einem Stich auftreten können, sind Schwellungen im Gesicht, Kribbelgefühle an Händen und Füßen sowie Schwindel und Übelkeit. Rund vier Prozent der Bevölkerung reagieren systemisch auf einen Insektenstich, was sich beispielsweise in starken Schwellungen oder Hautausschlag im Gesicht äußern kann, selbst wenn die Einstichstelle am Bein liegt.
Moderne Therapieansätze bei Insektengiftallergie
Die spezifische Immuntherapie, auch subkutane Hyposensibilisierung genannt, bekämpft die Ursache der Allergie gezielt. Sie kann langfristig einen wirksamen Schutz vor lebensbedrohlichen Reaktionen bieten. Bei Insektengiftallergikern liegt die Erfolgsquote dieser Therapie bei über 90 Prozent. Ziel ist es, den Körper schrittweise an das allergieauslösende Insektengift zu gewöhnen, indem es verdünnt unter die Haut gespritzt wird, um zukünftige allergische Reaktionen zu verhindern.
Über ECARF – Europäische Stiftung für Allergieforschung
Die gemeinnützige Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) zertifiziert seit 2006 Produkte und Serviceleistungen, die die Lebensqualität von Allergikern verbessern, mit dem ECARF-Qualitätssiegel. Dieses ist das einzige europaweit gültige Zertifikat für allergikerfreundliche Produkte und Dienstleistungen. ECARF fördert zudem auf europäischer Ebene die allergologische Forschung und Initiativen zur Verbesserung der medizinischen Behandlung allergischer Erkrankungen.
