Herausforderungen und Maßnahmen für den Gewässerschutz in Deutschland
In Deutschland erreichen lediglich zehn Prozent der Oberflächengewässer einen guten ökologischen Zustand. Dies geht aus einer Auswertung des Umweltbundesamtes (UBA) hervor. Obwohl viele Flüsse, Seen und Bäche heute weitgehend sauber sind und Sauerstoffmangel kaum noch auftritt, beeinträchtigen Begradigungen und Einengungen die ökologische Qualität erheblich.
Fluss- und Bachbegradigungen führen zum Verlust von Stromschnellen, Kiesbänken und Überflutungsgebieten. Dadurch geht die natürliche Vielfalt an Lebensräumen verloren. Die typischen Lebensgemeinschaften in Schotterstrecken oder Flachwasserzonen sind vielerorts stark verändert oder verschwunden. Ein weiteres Problem stellt der Eintrag von Phosphor und Stickstoff in Seen und Küstengewässer dar.
Auch das Grundwasser ist betroffen, insbesondere durch Nitrat aus der Landwirtschaft. Anlässlich des Welttages des Wassers übergibt das Bundesumweltministerium die Pläne für den Gewässerschutz der zehn deutschen Flussgebiete an die EU-Kommission. Gemäß der Wasserrahmenrichtlinie der EU müssen die Bundesländer in Bewirtschaftungsplänen darlegen, wie die ökologische Qualität der Gewässer verbessert werden kann.
Das UBA analysiert diese Pläne, um einen umfassenden Überblick zur Gewässerqualität zu erstellen. Zur Verbesserung der Wassergüte sollen Landwirte den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln reduzieren. Viele Wasserversorger unterstützen diese Maßnahmen bereits. Kommunen planen zudem die Erweiterung kleiner Kläranlagen und ein verbessertes Regenwassermanagement, um Nähr- und Schadstoffe zurückzuhalten.
Diese Vorsorgeleistungen, die sowohl den Gewässern als auch der Trinkwasserqualität zugutekommen, werden im Wasserpreis berücksichtigt. UBA-Präsident Jochen Flasbarth betont die Bedeutung dieser Investitionen:
Wenn Kartellämter Preissenkungen verfügen, wie jüngst vom Bundesgerichtshof bestätigt, darf sich das nicht auf die Wasserqualität auswirken.