Auszeichnung für nachhaltige Waldbewirtschaftung
Wernigerode im Harz trägt für das Jahr 2019 den Titel „PEFC-Waldhauptstadt“. Die Stadt in Sachsen-Anhalt setzte sich in einem Wettbewerb gegen vier weitere Bewerber durch. Sie plant, den Titel zur Bekanntmachung ihrer Aktivitäten im Bereich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu nutzen.
Im Wettbewerb belegte die Gemeinde Breuberg in Hessen den zweiten Platz, gefolgt von Weißenburg in Bayern auf dem dritten Rang. Wernigerode zählt mit rund 2.000 Hektar Wald zu den Kommunen mit dem größten Waldanteil in Deutschland. Der Stadtwald ist seit 2001 PEFC-zertifiziert. Im Jahr 2017 erhielt die Stadt zudem die Auszeichnung „PEFC-Erholungswald“ für ihr Engagement zugunsten Erholungsuchender.
Die Jury würdigte insbesondere die Bemühungen Wernigerodes, im touristisch stark frequentierten Stadtwald um das Wernigeröder Schloss einen Ausgleich zwischen forstwirtschaftlichen Anforderungen, Erholung sowie Natur- und Denkmalschutz zu schaffen. Die Stadt hat sich zudem als Veranstaltungsort für forstfachliche und forstpolitische Ereignisse etabliert und legt Wert auf die nachhaltige Beschaffung von Holz- und Papierprodukten, beispielsweise durch den Einkauf von stadteigenem Büromaterial mit PEFC-Siegel.
Veranstaltungsprogramm und Engagement
Im Rahmen der PEFC-Waldhauptstadt 2019 sind verschiedene Veranstaltungen geplant. Im April wird anlässlich des Internationalen Tages des Baumes die Flatter-Ulme als Baum des Jahres gepflanzt, um über das Engagement Wernigerodes für den Stadtwald zu informieren. Im August findet der Familienerlebnistag „Wald“ im Wildpark Christianental statt. Im September sind anlässlich des Wernigeröder Umweltmarkts Aktionen zum Thema Wald vorgesehen.
Wald ist viel mehr als Holznutzung, das wird in Wernigerode anschaulich deutlich. Erholung, Sport, Naturschutz, Denkmalpflege – die Anforderungen an unseren Wald sind vielfältig. Ein Beispiel ist der Wald um unser Schloss in Wernigerode. Als Stadtwald wird er für die Holzproduktion genutzt. Als „ehemaliger fürstlicher Tiergarten“ ist er ein denkmalgeschützter Park, hier ist früher schon die Fürstenfamilie gelustwandelt, und es wurden Tiere gehalten. Heute laufen viele Menschen, Einheimische wie Touristinnen und Touristen, durch den Wald. Auf dem Weg zum Schloss, zur Erholung, für das Naturerlebnis. Darüber hinaus sind dort Jogger, Mountainbiker, Walker, Geocacher etc. unterwegs. Der Harz und insbesondere Wernigerode sind touristisch stark frequentiert – unsere Stadt zählt jährlich ca. 2,0 Mio. Tagesbesucher und 1,3 Mio. Übernachtungen – entsprechend groß ist der Besucherdruck auf den Wald. Wir haben dieser Tatsache Rechnung getragen, indem wir unseren Stadtwald im vergangenen Jahr als PEFC-Erholungswald zertifizieren haben lassen. Wir kümmern uns also in besonderem Maße um attraktive Wege und Pfade, eine gute Infrastruktur und Beschilderung, um Öffentlichkeitsarbeit und Konfliktmanagement.
Oberbürgermeister Peter Gaffert hob hervor, dass die Ernennung zur Waldhauptstadt die Möglichkeit bietet, diese Themenvielfalt stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.
Vorteile und Auszeichnungen
Wernigerode erhält als Preis von PEFC Deutschland 1.000 Forstpflanzen für die Pflanzung im Stadtwald. Zudem unterstützt PEFC Deutschland die Stadt mit 3.000 Euro bei Aktivitäten zur Bekanntmachung des Titels. Die offizielle Urkundenübergabe an die Waldhauptstadt Wernigerode ist für die kommenden Wochen geplant.
Hintergrund des Wettbewerbs „PEFC-Waldhauptstadt“
Der Wettbewerb richtete sich an Städte und Gemeinden, die sich in besonderer Weise für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung engagieren und eine langjährige Bewirtschaftung ihrer Wälder nach den PEFC-Standards vorweisen können. Fünf Städte und Gemeinden aus Deutschland reichten Bewerbungen ein, in denen sie neben der PEFC-Zertifizierung des Gemeindewaldes weitere Nachhaltigkeitsaktivitäten darstellten. Die Jury, bestehend aus Mitgliedern von PEFC Deutschland e.V., darunter Vertreter des Waldbesitzes, der Holzwirtschaft sowie von Umweltverbänden und Gewerkschaften, wählte Wernigerode auf den ersten Platz.
In den Vorjahren wurden folgende Städte und Gemeinden ausgezeichnet: Heidelberg (2018), Brilon im Sauerland / Nordrhein-Westfalen (2017), Ilmenau / Thüringen (2015), Freiberg / Sachsen (2013), Rottenburg am Neckar / Baden-Württemberg (2012) und Augsburg (2011).

