Herausforderungen auf dem Strohmarkt und ihre Ursachen
Die Verfügbarkeit von Stroh für den Champignonanbau ist EU-weit rückläufig. Eine ausreichende Menge für die kommenden zwölf Monate wird voraussichtlich nicht zur Verfügung stehen, was bereits zu Spannungen auf dem Strohmarkt führt. Dies stellte Franz Schmaus, Vorsitzender des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC), auf der 63. Jahrestagung in Bensheim fest.
Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig. In Deutschland expandiert der Maisanbau, was zu einer Reduzierung der Getreideflächen führt. Gleichzeitig nimmt die Halmlänge des Getreides ab, um eine stehende Ernte zu gewährleisten. Das trockene Frühjahr hat das vegetative Wachstum beeinträchtigt, während der nasse Sommer die Ernte erschwerte und die Strohqualität minderte. Auch Pferdehalter suchen vermehrt nach kostengünstigeren Einstreualternativen.
Zusätzlich wird Stroh verstärkt in der Bauindustrie und zu Heizzwecken eingesetzt, was zu einem ungewöhnlich starken Preisanstieg geführt hat.
Positive Entwicklungen im Champignonanbau und Marketingaktivitäten
Trotz der Herausforderungen auf dem Strohmarkt ist die Erntemenge 2011 bundesweit leicht auf 62.000 Tonnen gestiegen, nach 60.000 Tonnen im Jahr 2010. Dieser Anstieg ist insbesondere in Niedersachsen zu verzeichnen. Der Anteil der für die Verarbeitung bestimmten Champignons blieb mit 8.000 Tonnen unverändert.
Die BDC-Kampagne gesunde-pilze.de verzeichnet weiterhin Erfolge. Die Speisepilzausstellung des BDC auf der Bundesgartenschau in Koblenz, die als erster Dauerbeitrag in dieser Branche präsentiert wurde, erwies sich als Publikumsmagnet. Über 250.000 Verbraucherflyer wurden an Besucher verteilt. Michael Legrand vom Grünen Medienhaus, das die Öffentlichkeitsarbeit des BDC verantwortet, präsentierte positive Zahlen zur Kampagnenentwicklung.
Die Zugriffszahlen auf die Website haben sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdreifacht. Besonders positiv sind die Veröffentlichungszahlen in der klassischen Pressearbeit, die von einem unabhängigen Dienstleister erhoben werden. Texte und Bilder erreichen in Tageszeitungen, Verbrauchermedien, Fachtiteln und im Internet Millionen von Lesern.
Arbeitsbedingungen und Marktanteilsverschiebungen
In ihrem Vortrag "Faire Arbeitsbedingungen - Unsere Stärke" betonte Silke Peters von der Kölner Agentur "2nd floor", dass die Qualität der Pilzproduktion maßgeblich von den Mitarbeitern beeinflusst wird, die die Pilze in Handarbeit ernten. Die Pflege der Unternehmenskultur und die Einhaltung sozialer Standards sind feste Bestandteile der Kostenstruktur und sollten den Abnehmern transparent kommuniziert werden.
Dr. Hans-Christoph Behr von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) stellte fest, dass der Discounterbereich erstmals seit längerer Zeit Marktanteile verloren hat.