Die Grüne Stadt

Kraniche über Berlin: Naturerlebnis zwischen Moorlinse und Lietzengraben

Kraniche auf Zwischenstopp in Berlin: Die Moorlinse und der Lietzengraben zeigen, wie wertvoll naturnahe Flächen für Zugvögel sind – und bieten ein eindrucksvolles Naturschauspiel mitten in der Hauptstadt.

Kranichrast und Stadtnatur am nördlichen Berliner Rand erleben

Der Herbst bringt Bewegung in den Himmel über der Hauptstadt: Tausende Kraniche ziehen derzeit in Richtung Süden und legen dabei auch in Berlin Zwischenstopps ein. Mit ihren weithin hörbaren trompetenartigen Rufen und eindrucksvollen Formationen bieten sie ein Naturschauspiel, das auch im urbanen Raum selten geworden ist.

Die sechste Folge der Reihe „Wildes Berlin: Unterwegs mit Derk Ehlert“ führt an den nördlichsten Stadtrand und zeigt, welche Bedeutung diese Gebiete für die Tierwelt haben. Startpunkt der rund fünf Kilometer langen Wanderung ist der S-Bahnhof Buch. Von dort geht es entlang einer Allee zur Moorlinse, einem natürlichen Gewässer, das sich als wertvoller Lebensraum für zahlreiche Vogelarten etabliert hat.

Moorlinse als Hotspot für Vogelbeobachtung

Die Moorlinse gilt als wichtiger Rast- und Brutplatz im Norden Berlins. Für Naturbeobachter bietet das Gebiet ganzjährig vielfältige Eindrücke. Unterschiedliche Vogelarten nutzen die ruhigen Wasserflächen und angrenzenden Strukturen als Rückzugsort. Auch wenn sich die Kraniche hier nicht immer sofort zeigen, bleibt der Standort ein verlässlicher Anlaufpunkt für Beobachtungen.

Gerade für den Garten- und Landschaftsbau wird deutlich, wie wertvoll naturnahe Gewässer und strukturreiche Flächen im urbanen Umfeld sind. Sie fördern Biodiversität und schaffen wichtige Rückzugsräume für wandernde Arten.

Beweidung und Artenvielfalt im Landschaftsraum

Die Route führt weiter über die Wiesen des Lietzengrabens und entlang der Bogenseekette. Dort prägen Freilandrinder als natürliche Landschaftspfleger das Bild. Diese Form der Beweidung trägt dazu bei, offene Flächen zu erhalten und Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten zu sichern.

Am Schilfufer des Karpfenteichs zeigt sich zudem ein weiterer Bewohner: die Nutria. Die ursprünglich nicht heimische Art hat sich in Berlin stark ausgebreitet und ist inzwischen fester Bestandteil vieler Gewässerökosysteme.

Finale mit Kranichflug in der Dämmerung

Den Abschluss der Tour bildet eine Aussichtsplattform am Lietzengraben. Hier entscheidet sich oft spontan, ob Kraniche die nahegelegene Moorlinse oder die offenen Flächen rund um den Aussichtspunkt anfliegen. Geduld ist gefragt – doch sie kann belohnt werden.

Mit Einbruch der Dämmerung erscheinen schließlich hunderte Kraniche am Horizont. In mehreren Runden ziehen sie über das Gebiet und erfüllen die Landschaft mit ihren charakteristischen Rufen. Selbst in der Metropole wird so erlebbar, welche Dynamik und Faszination der Vogelzug entfalten kann.

Die Reihe der Stiftung Naturschutz Berlin stellt regelmäßig solche Naturorte vor und macht deutlich, wie eng urbane Räume und funktionierende Ökosysteme miteinander verknüpft sind. Monatlich erscheint eine neue Folge, die weitere grüne Hotspots der Hauptstadt in den Fokus rückt.

30.10.2020

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