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ZVG-Präsident Mertz zur Marktlage: Branche muss sich Realitäten stellen

Jürgen Mertz, Präsident des ZVG, präsentierte auf der IPM 2015 aktuelle Zahlen zum Blumen- und Zierpflanzenverbrauch 2014. Er stellte erste Ergebnisse einer Marktstudie vor und forderte die Branche auf, sich den Realitäten zu stellen und gemeinsam zu handeln.

Herausforderungen und Chancen für die Blumen- und Pflanzenbranche

Anlässlich der Internationalen Pflanzenmesse 2015 (IPM) in Essen präsentierte Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), aktuelle Zahlen zum Blumen- und Zierpflanzenverbrauch in Deutschland für das Jahr 2014, ermittelt von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI). Zudem stellte Mertz erste Ergebnisse einer vom ZVG beauftragten Marktstudie vor und richtete dabei deutliche Worte an die Blumen- und Pflanzenbranche.

Die Marktstudie zeigt eine grundsätzliche Sympathie für Blumen und Pflanzen in allen Altersgruppen. Eine damit verbundene Wertschätzung des Produkts ist jedoch nicht zwingend gegeben. Werbemaßnahmen für Produkte und Dienstleistungen der Branche werden außerhalb des Fachhandels kaum wahrgenommen.

Trotz aller positiven Gartentrends dürfen wir nicht davon ausgehen, dass die heute noch jungen Generationen morgen zu klassischen Pflanzenkäufern reifen.

Mertz appellierte an die Branchenvertreter:

Trotz allem Enthusiasmus am Anfang der IPM müssen wir uns den Realitäten stellen und zur Kenntnis nehmen, dass unsere Produkte nicht die Wertschätzung beim Verbraucher erfahren, die sie verdienen.

Ein Zusammenstehen der gesamten Branche sei notwendig, um wieder ins Bewusstsein der Verbraucher zu gelangen. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Marketingaktivitäten für Produkte und Dienstleistungen seien das Gebot der Stunde. Mertz zeigte sich zuversichtlich:

Wir haben einen Plan und eine Vision. Beides werden wir 2015 konsequent angehen und umsetzen.

Für das Jahr 2014 zeichnete Mertz ein weitgehend zufriedenstellendes Bild. Ersten Schätzungen zufolge erreichte das Verbrauchsniveau wieder das Niveau von 2011 und 2012. Bis September zeigten sich über alle Segmente des Zierpflanzenmarktes mehr oder weniger hohe Steigerungsraten. Nicht nur die 2013 stark vom Absatzrückgang betroffenen Gartenpflanzen (Gehölze, Stauden, Beet- & Balkonpflanzen, Kräuter und Blumenzwiebeln) entwickelten sich positiv, sondern auch Schnittblumen und Zimmerpflanzen profitierten.

Wir haben ein stabiles Marktvolumen, das bei rund 8,6 Mrd. € an seine Wachstumsgrenzen stößt und nur bei einem einigermaßen normalen Witterungsverlauf ausgeschöpft werden kann. Ohne hier jetzt nach Verkaufsform und Regionen zu differenzieren kann ich feststellen: Der Einzelhandel kann im Großen und Ganzen zufrieden sein. Das macht zugleich Mut für 2015.

Mertz wies jedoch auch auf den fehlenden Aussagewert für die Produktionsseite hin. Hier seien saisonale und strukturelle Überangebote mit entsprechenden Konsequenzen für die Erzeugerpreise zu beobachten.

Wenn wir also an Wachstumsgrenzen stoßen und Angebot und Nachfrage nicht mehr im Gleichgewicht sind, müssen wir was tun.

Sollte Deutschland im Jahr 2015 von Wetterkapriolen wie Spätfrösten, sintflutartigen Regenfällen oder Hitzeperioden verschont bleiben, rechnet die AMI mit einem stabilen Marktverlauf. Es bleibt abzuwarten, ob neue Konzepte wie ‚Urban Gardening‘, Regionalität oder Insektenfutterpflanzen aufgegriffen werden und neben den üblichen Sortimentserweiterungen positive Impulse setzen können. Die ab 2014 separat betrachteten Segmente Kräuter und Blumenzwiebeln, die beide zur Gruppe der Gartenpflanzen gehören, rechtfertigen die genauere Betrachtung aufgrund des zunehmenden Interesses verschiedener Marktbeteiligter. Die Aufteilung des Marktes präsentiert sich ab 2014 somit noch differenzierter. Bis auf Blumenzwiebeln zeigen alle gesondert betrachteten Segmente im Vorjahresvergleich positive Entwicklungen.

Das bis September noch recht deutliche Minus bei Blumenzwiebeln dürfte sich bis zum Jahresende verkleinert haben. Das weiterhin größte Segment der Schnittblumen wuchs geringfügig auf ein Volumen von 3,0 Mrd. € (zu Einzelhandelspreisen). Damit entfallen fast 35 % aller Ausgaben für Blumen & Zierpflanzen auf Schnittblumen. Die mit knapp 21 % ebenfalls sehr bedeutende Gruppe der Beet- & Balkonpflanzen erreichte 2014 ein Volumen von knapp 1,8 Mrd. €. Der Markt für Zimmerpflanzen wuchs auf knapp 1,6 Mrd. €, wobei sich alle drei Teilsegmente (blühende & grüne Zimmerpflanzen sowie Schalen) positiv entwickelten.

27.01.2015

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