BG BAU erinnert an Unfallopfer und rückt psychische Belastungen am Bau in den Fokus ?️
Am 28. April erinnert der internationale Workers Memorial Day an Beschäftigte, die bei der Arbeit ums Leben gekommen sind, verletzt wurden oder an Berufskrankheiten leiden. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) beteiligt sich an diesem Gedenktag und setzt sich gemeinsam mit Unternehmen und Beschäftigten für mehr Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Arbeitswelt ein. Das Motto des Tages lautet: „Der Toten gedenken, für die Lebenden kämpfen“.
Trotz umfangreicher Präventionsmaßnahmen ereignen sich weiterhin zahlreiche Arbeitsunfälle. Die BG BAU registriert jährlich rund 130.000 meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten. Hinter diesen Zahlen stehen persönliche Schicksale und oft schwerwiegende Folgen für die Betroffenen und ihre Familien.
„Jeder Unfall und jede Erkrankung ist mit großem Leid für die Betroffenen und ihre Angehörigen verbunden“, sagt Prof. Frank Werner, stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Prävention bei der BG BAU. „Deshalb ist es wichtig, alle Beteiligten für Sicherheit und Gesundheitsschutz zu sensibilisieren. Das muss so selbstverständlich werden wie Essen, Trinken und Schlafen.“
Der Workers Memorial Day erinnert an tödlich Verunglückte und soll zugleich dazu motivieren, sich aktiv für sichere und gesunde Arbeitsbedingungen einzusetzen. Gerade in der Bauwirtschaft und in baunahen Dienstleistungen spielt ein funktionierender Arbeitsschutz eine zentrale Rolle.
Gedenkveranstaltungen am 28. April
Die BG BAU beteiligt sich an der zentralen Gedenkveranstaltung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Der ökumenische Gottesdienst beginnt um 18 Uhr und ist öffentlich zugänglich. Interessierte können an der Veranstaltung teilnehmen und gemeinsam der Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten gedenken.
Darüber hinaus ist die Berufsgenossenschaft am selben Tag bei einer regionalen Gedenkveranstaltung in der Arena Kapelle auf Schalke vertreten. Beide Veranstaltungen unterstreichen die Bedeutung des internationalen Gedenktages und machen auf die Herausforderungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz aufmerksam.
Psychische Belastungen stärker im Blick
Im Jahr 2022 richtet der Workers Memorial Day den Fokus besonders auf psychische Belastungen am Arbeitsplatz. Auch in der Bauwirtschaft können verschiedene Faktoren zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Dazu zählen unter anderem hoher Termin- und Leistungsdruck, ein hohes Arbeitstempo sowie die parallele Betreuung mehrerer Aufgaben.
Weitere Belastungen entstehen beispielsweise durch Lärm, lange Fahrzeiten oder längere Abwesenheiten von zu Hause, etwa bei Montagetätigkeiten. Diese Faktoren können langfristig gesundheitliche Folgen haben. Möglich sind unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie Depressionen oder Angststörungen.
Psychische Belastungen können zudem die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen und damit das Unfallrisiko erhöhen. Aus diesem Grund gewinnt das Thema in der Präventionsarbeit zunehmend an Bedeutung.
Gefährdungsbeurteilung auch für psychische Belastungen
Seit 2013 sind Arbeitgeber verpflichtet, psychische Belastungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen und geeignete Schutzmaßnahmen umzusetzen. Ziel ist es, Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass gesundheitliche Risiken frühzeitig erkannt und reduziert werden.
„Auch wenn andere Gefahren oftmals sichtbarer sind, darf die psychische Belastung nicht aus dem Blick geraten. Die Bauwirtschaft ist eine Schlüsselbranche in der deutschen Wirtschaft. Die hohe Nachfrage geht aber auch mit Belastungen für die Beschäftigten einher. Umso wichtiger ist eine gesundheitsgerechte Gestaltung der Arbeit“, sagt Werner.
Um Unternehmen und Beschäftigte bei dieser Aufgabe zu unterstützen, stellt die BG BAU verschiedene Informationen, Medien und Handlungshilfen zur Verfügung. Sie sollen Betriebe dabei unterstützen, Arbeit sicherer zu gestalten und die Gesundheit der Beschäftigten nachhaltig zu schützen.
