Pflanzen und Pflanzenteile

Zukunft Klima – Die Rolle der Pflanzen im GaLaBau

Die Herbsttagung des Bundesverbandes Zierpflanzen beleuchtete die Herausforderungen für Produzenten. Pflanzen leisten einen positiven Beitrag zum Klima, doch die Branche fordert tragfähige Rahmenbedingungen. Effiziente Bewässerung und Torfersatz sind zentrale Themen.

Herausforderungen und Chancen für Zierpflanzenproduzenten

Die Herbsttagung des Bundesverbandes Zierpflanzen (BVZ) vom 10. bis 12. Oktober 2019 in Dötlingen, Niedersachsen, beleuchtete die aktuellen Herausforderungen für Zierpflanzenproduzenten.

Matthias Bremkens, Vorsitzender des BVZ, betonte die Bedeutung der Branche in der Klimadiskussion. Er hob hervor, dass Pflanzen einen positiven Beitrag zum Klima leisten können. Gleichzeitig forderte er Rahmenbedingungen in Deutschland, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch tragfähig sind. Insellösungen im europäischen und globalen Wettbewerb seien dabei nicht zielführend.

Zu den Herausforderungen zählen laut Bremkens nicht nur die geplante CO2-Bepreisung und die Forderung nach Torfreduzierung. Auch die Vielzahl regulatorischer Maßnahmen, die Unternehmen nahezu wöchentlich betreffen, seien kaum noch zu bewältigen.

Prof. Dr. Bernhard Beßler, Leiter des Geschäftsbereiches Gartenbau der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, sprach über die Situation der Landwirtschaft und mögliche Lehren für den Gartenbau. Er riet der Branche, „gefühlte Wahrheiten“ in ihr Denken und Handeln zu integrieren und als Chance zu nutzen. Beßler verwies auf die positiven Emotionen, die der Gartenbau bei Verbrauchern hervorruft.

Norbert Gröger aus Willich informierte über den Stand und die Zukunft von Bewässerungsverfahren im Freiland. Angesichts der zunehmenden Konkurrenz um Wasser seien zukünftig Einschränkungen zu erwarten. Effiziente Bewässerungssysteme und eine optimale Bewässerungssteuerung müssten zu einer Reduzierung des Wasserverbrauchs führen.

Gröger zeigte anhand von Beispielen die Möglichkeiten auf, die sich für die vielfältigen Anforderungen der Branche ergeben. Frank Lehnhoff vom Pflanzenschutzamt Hannover erläuterte die Anpassung der Anwendungsbestimmungen im Pflanzenschutz und deren Konsequenzen für den Zierpflanzenbau. Ziel sei es, den Schutz von Anwendern und unbeteiligten Dritten zu verbessern und den Gesundheitsschutz aufzuwerten.

Oftmals fehlen im Zierpflanzenbau Daten für Modellrechnungen, was dazu führt, dass neue Auflagen als praxisfremd empfunden werden. Michael Emmel von der Lehr- und Versuchsanstalt Hannover-Ahlem stellte das Modell- und Demonstrationsvorhaben TerZ vor. Dieses Projekt befasst sich mit dem Torfersatz im Zierpflanzenbau.

In fünf Modellregionen sollen in insgesamt 25 Betrieben die Praxistauglichkeit stark torfreduzierter Substrate belegt und Herausforderungen sowie Grenzen dokumentiert werden. Ziel ist es, den Einsatz von Torfersatzstoffen zu etablieren, den tatsächlichen Mehraufwand nachzuweisen und zur Nachahmung anzuregen.

19.10.2019

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