Branchenverbände

Gartenbau fordert Anreize statt Verbote für Klima- und Umweltschutz

Der deutsche Gartenbau bekennt sich zu Klima- und Umweltschutz und fordert Anreize statt Verbote. ZVG-Präsident Mertz und BOG-Vorsitzender Stechmann betonten dies beim Landwirtschaftsgipfel im Kanzleramt. Sie sehen die Wirtschaftlichkeit vieler Betriebe durch zunehmende Auflagen gefährdet.

Gartenbau: Verantwortung und Herausforderungen

Der deutsche Gartenbau bekennt sich zu seiner Verantwortung für Klima- und Umweltschutz und strebt die Mitarbeit an lokalen Lösungen an. Dies verdeutlichten Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG), und Jens Stechmann, Vorsitzender des Bundesausschusses Obst und Gemüse (BOG), während des Landwirtschaftsgipfels im Kanzleramt. Sie betonten, dass hierfür Anreize und keine Verbote oder Ausnahmeregelungen erforderlich seien.

Der Gartenbau in seiner Gesamtheit setzt sich für eine regionale und nachhaltige Wirtschaftsweise ein.

ZVG-Präsident Mertz äußerte am Rande des Gipfels Besorgnis darüber, dass selbst Nachkommen erfolgreicher Betriebe die Übernahme des Betriebs infrage stellen. Angesichts zunehmender Auflagen und Verbote zweifelten sie an der Wirtschaftlichkeit unter diesen Bedingungen. BOG-Vorsitzender Stechmann ergänzte, dass die Anforderungen von Gesellschaft und Politik stetig steigen würden.

Trotz dieser Herausforderungen sind die Kulturen des Obst- und Gemüsebaus auf den Schutz vor Schaderregern angewiesen. Es werden Lösungen benötigt, die beide Aspekte miteinander verbinden. Die Branche setzt hierfür auf das Konzept des Integrierten Pflanzenschutzes, das weiterentwickelt werden muss. Stechmann hob die bereits bestehende Rolle der Biodiversität im Gartenbau hervor. Wissenschaftliche Studien belegten beispielsweise die hohe biologische Vielfalt in konventionellen Obstanlagen.

Hintergrund des Gipfels

Bundeskanzlerin Angela Merkel lud rund 40 Verbände und Organisationen aus dem Agrarsektor in das Kanzleramt ein. Anwesend war auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Das Bundeskabinett hatte Anfang September ein „Aktionsprogramm Insektenschutz“ als Teil des Agrarpakets verabschiedet. Dieses Programm soll alle wesentlichen Ursachen des Insektensterbens adressieren. Dazu gehören insbesondere strengere Regeln für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten.

Weitere Handlungsfelder umfassen die Berücksichtigung des Insektenschutzes bei der Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), Beschränkungen des Nährstoffeintrags in Boden und Wasser sowie eine Erweiterung der Liste gesetzlich geschützter Biotope.

02.12.2019

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