Hintergründe zur Torfnutzung und Alternativen
Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) e.V. und der Industrieverband Garten (IVG) e.V. haben auf der IPM in Essen eine Zusammenarbeit bezüglich der Diskussion um den Rohstoff Torf vereinbart. Ziel ist es, ein gemeinsames Vorgehen zu etablieren und dieses mit Substratherstellern zu diskutieren.
Beide Verbände stellen fest, dass bei Anwendern, Medien, Naturschutzgruppen und in der Politik oft nur unzureichendes Wissen über den Einsatz von Torf in Kultursubstraten vorhanden ist. Der ZVG hatte sich kürzlich klar positioniert, um dem Erwerbsgartenbau durch den Einsatz von Torf ein hohes Maß an Kultursicherheit zu ermöglichen.
Verfügbarkeit von Alternativen und Torfabbau
Alternative Ausgangsstoffe, die Torf in größeren Anteilen ersetzen könnten, sind derzeit nicht in ausreichendem Maße am Markt verfügbar. Eine Reduzierung des Torfanteils ist in Ansätzen möglich und wird beworben. Der IVG betont jedoch, dass für einen signifikanten Ersatz des Marktvolumens von 7,3 Mio. m³ die benötigten Mengen an Materialien wie Holzhackschnitzel, Kompost oder Rinde fehlen.
Der Torfabbau erfolgt seit Jahrzehnten ausschließlich auf bereits degenerierten Moorflächen, wodurch keine lebenden Moore zerstört werden. Nach der Torfgewinnung werden die Flächen wiedervernässt, um die Entwicklung zu wachsenden Mooren zu ermöglichen.
Gemeinsame Strategie und Aufklärung
Für die weitere Zusammenarbeit werden sich beide Seiten auf die Zahlen, Daten und Fakten stützen, die der IVG im Rahmen seiner Markterhebungen bereitstellt. Der ZVG wird sein Netzwerk für diese gemeinsame Arbeit nutzen. Die Verbände sehen ihre Aufgabe darin, Politik und weitere Interessengruppen über die Hintergründe aufzuklären und gleichzeitig die Verfügbarkeit geeigneter Ausgangsstoffe zu erhöhen.
Zukünftig sollen in Arbeitsgruppen die Möglichkeiten zur Verwendung alternativer Ausgangsstoffe ausgelotet werden. Ziel bleibt dabei, die gärtnerische Produktion mit geeigneten Kultursubstraten abzusichern.
