Mit Stauden Lebensräume für Vögel im Garten schaffen

Pflanzen und Pflanzenteile

Mit der richtigen Staudenauswahl lassen sich Gärten zu attraktiven Lebensräumen für Vögel entwickeln. Samenstände, insektenreiche Blüten und geschützte Rückzugsorte bieten Nahrung, Nistmaterial und Schutz für zahlreiche Arten – oft weit über die Gartensaison hinaus.

Samenstände, Blüten und Gräser machen Staudenbeete zu wertvollen Vogelhabitaten

Vögel bereichern Gärten mit Gesang, Bewegung und einer lebendigen Artenvielfalt. Wer ihnen geeignete Lebensräume bieten möchte, kann bereits mit der Pflanzenauswahl einen wichtigen Beitrag leisten. Viele Stauden liefern Nahrung, bieten Schutz und unterstützen gleichzeitig zahlreiche Insektenarten, die für viele Vogelarten unverzichtbar sind.

Besonders wertvoll sind Pflanzen, die über einen langen Zeitraum Blüten, Samenstände oder Rückzugsmöglichkeiten bereitstellen. Da Stauden jedes Jahr erneut austreiben, schaffen sie dauerhaft attraktive Strukturen für die Tierwelt.

Pflanzenvielfalt fördert Artenvielfalt

Wie wirkungsvoll ein vielfältiges Staudensortiment sein kann, zeigt die Staudengärtnerei Gaissmayer in Illertissen. Dort werden mehr als 2.500 Arten und Sorten nach Bioland-Kriterien kultiviert. Die große Pflanzenvielfalt zieht zahlreiche Vogelarten und andere Tiere an.

„Die große Pflanzenvielfalt ist bestimmt ein Grund dafür, dass die Gärtnerei so ein lebendiger Ort ist.“

Nach Beobachtungen von Geschäftsführer Daniel Pfeiffer profitieren Vögel während des gesamten Jahres von verschiedenen Staudenarten. Neben Samen spielen insbesondere Insekten als Nahrungsquelle eine wichtige Rolle.

Doldenblütler locken Insekten und Vögel an

Besonders attraktiv für die Tierwelt sind zahlreiche Doldenblütler. Während der Blütezeit ziehen sie eine große Zahl von Insekten an und schaffen damit wichtige Nahrungsgrundlagen für viele Vogelarten.

„Viele von ihnen ziehen zur Blütezeit Insekten magisch an und füttern damit natürlich auch die Vögel.“

Auch Arten, die später überwiegend Samen fressen, benötigen während der Brutzeit Insekten für die Aufzucht ihres Nachwuchses. Zu den geeigneten Pflanzen gehören beispielsweise der Wiesen-Kerbel in der Sorte „Ravenswing“ mit dunklem Laub sowie der Gewürz-Fenchel „Rubrum“ mit bronzefarbenen Blättern.

Nach der Blüte bilden die Pflanzen Samenstände, die von zahlreichen Vogelarten genutzt werden.

Samenstände als natürliche Futterquelle

Eine wichtige Rolle spielen Stauden, deren Samen bis weit in den Herbst und Winter hinein verfügbar bleiben. Dazu zählt der Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea), dessen markante Samenstände zahlreichen Vögeln als Nahrungsquelle dienen.

„Sie bilden sehr hübsche Samenstände, die wie Igelköpfe aussehen. Ganz leichte Vögel landen sogar darauf und picken die Samen.“

Auch Disteln gehören zu den besonders wertvollen Pflanzen für die Vogelwelt. Distelfinken nutzen ihre Samen bevorzugt als Nahrung. Gleichzeitig bieten die verschiedenen Arten vielfältige Einsatzmöglichkeiten für unterschiedliche Standorte.

  • Mannstreu (Eryngium) für trockene Standorte
  • Kugeldistel (Echinops) für frische bis trockene Böden
  • Purpur-Kratzdistel (Cirsium rivulare) für feuchtere Bereiche

Die Sorte „Atropurpureum“ der Purpur-Kratzdistel zeichnet sich zusätzlich durch eine lange Blütezeit und intensive dunkelrote Blüten aus.

Schutzräume und Nistmaterial im Staudenbeet

Neben der Nahrungssuche benötigen Vögel geschützte Rückzugsorte. Stauden mit dichtem oder buschigem Wuchs können diese Funktion übernehmen. Dazu zählt beispielsweise die Indigo-Lupine (Baptisia australis).

„Die Indigo-Lupine (Baptisia australis) ist mit ihrem buschigen Wuchs ein ideales Versteck für Vögel und sie strukturiert den Garten.“

Auch Ziergräser leisten einen wichtigen Beitrag. Arten wie Rutenhirse (Panicum) oder Pfeifengras (Molinia) bieten Deckung und liefern gleichzeitig Material für den Nestbau.

„In dichten Beständen von Ziergräsern wie Rutenhirse (Panicum) oder Pfeifengras (Molinia) verstecken sich Vögel; sie nutzen die Halme als Nistmaterial.“

Für einen vogelfreundlichen Garten bleiben darüber hinaus Gehölze, Hecken und Bäume unverzichtbar, da viele Arten dort ihre Nester anlegen.

Pflege mit Blick auf die Vogelwelt

Damit Stauden ihren ökologischen Nutzen voll entfalten können, empfiehlt sich ein später Rückschnitt. Verblühte Samenstände liefern bis in den Winter hinein Nahrung und bereichern gleichzeitig das Gartenbild.

Abgeschnittene Halme und Triebe können anschließend als Nistmaterial oder Mulch verwendet werden. Wer ausreichend Platz hat, lagert den Rückschnitt zunächst in einer ruhigen Gartenecke. Dadurch bleiben darin lebende Insekten ungestört und zusätzliche Nahrungsquellen für Vögel erhalten.

Mit einer durchdachten Pflanzenauswahl und einer naturnahen Pflege lassen sich Gärten schaffen, die sowohl Menschen als auch der heimischen Vogelwelt langfristig zugutekommen.

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