Branchenverbände

Zwölf Schaugärten auf der Landesgartenschau Überlingen durch GaLaBau-Betriebe

Auf der Landesgartenschau Überlingen werden zwölf hochwertige Gärten von insgesamt 13 Garten-, und Landschaftsbauern geplant, gestaltet und gebaut. Alle Ausstellungsbetriebe sind Mitglied im Verband Garten-, Landschafts-, und Sportplatzbau Baden-Württemberg (VGL-BW).

Villengärten an Land und erstmals schwimmende Schaugärten

Die Schaugärten der Landesgartenschau Überlingen zeigen Trends und Variationen der Gartengestaltung – nicht nur auf dem Land, sondern auch auf dem Wasser. Geplant sind acht Villengärten an Land und vier schwimmende Gärten. „Das ist das erste Mal, dass wir schwimmende Gärten bauen“, erklärt Reiner Bierig, Geschäftsführer des Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg (VGL-BW). Die neuen Formate stellen die Landschaftsgärtner vor technische Herausforderungen. „Und wo könnte die Einbindung von Wasser und Garten besser passen, als auf der Landesgartenschau Überlingen?“

Die Details werden noch ausgearbeitet. Ab September wurden bereits erste Villengärten gebaut, die schwimmenden Gärten sind für Anfang 2020 vorgesehen. „Ob auf Wasser oder auf dem Land - jeder Garten steht als Glanzpunkt für sich“, so Bierig. Einen Vorgeschmack gibt es auf der BUGA Heilbronn: Dort gestalteten Landschaftsgärtner der Region Bodensee-Oberschwaben im Bereich GARTENWELTEN einen Regionengarten und präsentierten den Bodensee bereits 2019 einem Millionenpublikum.

Schwimmende Gärten: vier Konzepte auf dem Wasser

Der schwimmende Garten „INFINITY – Unendlichkeit“ der Firma Paul Saum (Hohenfels-Liggersdorf) greift die liegende Acht als Symbol für Energiefluss, Balance und Harmonie auf. Zwei Gartenbereiche mit fließenden Formen treffen auf einem Holzdeck zusammen. Bizarr wirkende Solitärgehölze und eine Unterpflanzung aus Gräsern, Farnen und Moosen werden von einem Wasserspiel begleitet.

„Die Leichtigkeit des Seins“ der Grimm garten gestalten GmbH (Hilzingen) setzt auf eine leichte, luftige Staudenpflanzung mit farblich inszenierten Veränderungen über alle Jahreszeiten. Ein skulpturales Sitzelement aus Holz in Form eines Loopings lenkt den Blick über den See bis zum Horizont. Mehrstämmige Gehölze, Findlinge und eine sanfte Geländemodellierung prägen die Insel.

Im schwimmenden Garten „Verbindung“ von Gartengestaltung Gropper (Waldburg) symbolisiert eine große Stahlkuppel das Universum. In der Mitte hängt die Erde, umgeben vom Wasser als wertvollstem Element. Üppige Bepflanzung steht für Vielfalt, ein imaginäres Seil zwischen zwei Inselteilen für Verknüpfungen wie Familie, Freunde, Glaube und Umwelt.

„Insel der Träume“ von Van den Elzen Garden Design (Überlingen) verbindet Wasser, Wind, Sonne und Bewegung. Ein Wassertisch aus heimischer Grauwacke dient als Tafel und Wasserspiel und wirkt im Sommer kühlend. Rohblöcke mit Struktur versteinerter Wellen, Muschel-Mulch sowie Gehölze, Stauden, Gräser und Farne schaffen den Übergang zwischen beiden Inselteilen.

Villengärten: acht Glanzpunkte an Land

„See-Sehnsucht“ von Bagger & Stein Reinhard Riegger (Liggersdorf) bringt Wasser und Berge zusammen. Stufen aus Muschelkalk führen „zum See“, Wellenformen spiegeln sich in Rasen und Pflanzflächen. Eine Sitzbank aus heimischem Lärchenholz, ein Outdoor-Grill und gebrauchte Pflastersteine mit breiten Splittfugen betonen Wohlfühlen und Nachhaltigkeit.

„Lauschig und luftig: Kähler‘s See-Pavillon“ der Firma Kähler (Eigeltingen) setzt auf hochwertige, farblich reduzierte Materialien und einen Pavillon aus heimischem Holz als erweiterten Wohnraum. Ein alter Birnbaum, Gräser und Stauden wie Liebesgras, Berggras, Schaublatt und Sterndolde prägen die Pflanzung. Natursteinmauern aus Rohrschacher Sandstein und Quarzit geben abends Strahlungswärme ab.

Im „Garten Belvedere“ von Gartenforum (Konstanz-Dettingen) und R. Denzel GmbH (Singen) steht der Ausblick auf den Bodensee im Mittelpunkt. Ein l-förmiges Hochbeet aus Bärlocher Sandstein rahmt den Sitzplatz, eine Stahlpergola überspannt die Ruhezone. Weinreben spenden Schatten, ein Wasserstein und ein Holzdeck aus heimischer Lärche ergänzen die Gestaltung.

„Leben leben“ von Widenhorn – Gärten am See (Sipplingen) kombiniert schattige Plätze, Gräser- und Staudenmischungen in Saisonfarben und einen auffälligen, rund fünf Meter langen Monolith aus Grauwacke mit fossilen Einschlüssen. Eine wiederverwendete Natursteinmauer aus Rohrschacher Sandstein bietet Sitzmöglichkeiten mit Blick auf See und schwimmende Gärten.

Der „Grüne Salon“ der Siegwarth Gartenmanufaktur GmbH & Co. KG (Singen-Bohlingen) inszeniert Garten, Kunst und Genuss. Formgehölze überschatten Sitzplätze, Spiegelwände vergrößern den Raum. Die Bepflanzung reicht von Zwiebelpflanzen im Frühling bis zu Hortensien im Sommer. Ein Natursteinbrunnen, Spiegelwände und Varianten des Tavola Verde® gehören zum Konzept.

„Architektur aus Glas und Stein“ von Schellhorn Außenanlagen (Horgenzell) setzt auf Pool, Glashaus über Lounge und Außenküche sowie Bodenbelag aus Kanfanar (heller Kalkstein). Warmes Holz und mediterrane Pflanzen samt echten Zypressen sollen Urlaubsgefühle wecken.

„Garten der Entspannung – zeitgemäß formal“ von Hainmüller Gartengestaltung e.K. (Steißlingen) arbeitet mit drei mehrstämmigen Charaktergehölzen, einem linearen Wasserbecken und einer rinnenförmigen Fortsetzung aus spiegelndem Edelstahl. Zwei breite Stufen führen zu einer Sitzecke auf einem Holzdeck aus Baustoffe & Materialien wie Kebony-Holz mit 30-jähriger Lebensdauer.

Im „Verlorenen Garten“ der Firma Negrassus (Immenstaad) dominieren fließende Formen statt gerader Linien. Polygonaler Naturstein, gebrochene Kanten, runde Sandsteinplatten und eine Holzterrasse aus Kebony verbinden die Bereiche. Ein Wasserspiel mit Wasserfall in einem alten Baumstamm sowie eine alte Rotbuche als Schattenspender prägen das Bild.

Treffpunkt Grün, Vorträge und Nachwuchsarbeit

Begleitend zu den Schaugärten ist der Pavillon Treffpunkt Grün die zentrale Informationsplattform des Garten- und Landschaftsbaus. Neben Beratung gibt es ein Veranstaltungsprogramm, darunter die wöchentliche Reihe „Garten aktuell“ sowie das „Forum Zukunft grünes Bauen“ für Architekten. Kinder und Jugendliche können bei Aktionen einen Einblick in den Berufsalltag erhalten und einen Kistengarten selbst bauen.

Landschaftsgärtner-Cup Baden-Württemberg 2020

Auf der Landesgartenschau treffen sich die sechs besten Nachwuchsteams zum Landschaftsgärtner-Cup Baden-Württemberg 2020. In sieben Stunden bauen sie einen Garten nach Plan. Eine Jury aus Betriebsinhabern und Ausbildern bewertet nach den Regeln der Technik. Das Sieger-Team vertritt Baden-Württemberg beim bundesweiten Landschaftsgärtner-Cup auf der GaLaBau-Messe in Nürnberg im September 2020.

„Wer weiß: Vielleicht bekommen wir ja bei diesem Wettbewerb auch noch `Gärten´ aus der Schweiz und Österreich. Die Gespräche laufen.“, verrät Reiner Bierig.

01.10.2019

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