Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Mit den Auswirkungen der Energiegewinnung auf europäische Landschaften befassen sich am 16. und 17. September rund 150 Wissenschaftler sowie Vertreter von Behörden und Wirtschaftsunternehmen. Die Experten kommen aus allen Regionen Europas, aber auch aus Japan, der Türkei und den USA nach Dresden, um sich bei der Konferenz „Energy Landscapes: Perception, Planning, Participation and Power“ im Deutschen Hygiene-Museum Dresden auszutauschen.

Auswirkungen der Energiegewinnung auf europäische Landschaften (Foto: Andreas Hannusch / wikimedia)

Durch den Ausbau erneuerbarer Energien und den anhaltenden Abbau fossiler Energieträger wie Braunkohle und Schiefergas verändern sich nicht nur die Landschaften in Sachsen und anderen deutschen Bundesländern. Betroffen von den Veränderungen sind viele Regionen überall in Europa. Die Wahrnehmung und Gestaltung dieser Entwicklungen stehen im Mittelpunkt der Konferenz „Energy Landscapes: Perception, Planning, Participation and Power“ der Landscape Research Group. Organisiert wird die Konferenz vom Dresdner Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden und drei weiteren Partnern.

Geothermie in Island, Wasserkraft in der Schweiz, Energiewald in Italien oder der Tschechischen Republik, traditioneller Bergbau in Mitteldeutschland oder den österreichischen Alpen, Windkraft in nahezu jeder europäischen Region – das Thema Energiegewinnung ist in jedem Winkel Europas präsent. Das zeigen die über 80 Fallbeispiele, die während der Konferenz in Dresden präsentiert werden.

Alle eint, dass Energiegewinnung – ob traditionell oder auf neuen Wegen – die Landschaften Europas und damit auch die Menschen, die in ihnen leben, erheblich beeinflussen. Wie lassen sich diese Einflüsse durch geschickte Planung steuern? Wie können Konflikte, etwa bei der Konkurrenz um Flächen, vermieden oder gelöst werden? Wie muss die Kommunikation gestaltet sein, um auch die Bürger frühzeitig in Prozesse und Entscheidungen einzubinden und so mehr Akzeptanz für Energieprojekte zu erreichen? Welche Vorteile kann Energiegewinnung für Städte und Regionen bringen? Dies sind nur einige Aspekte, mit denen sich die Teilnehmer der Konferenz in Dresden beschäftigen werden. Auch der Blick über den Tellerrand wird nicht fehlen. So berichten Teilnehmer über Fallbeispiele in den USA, in China oder der Türkei.

Bei Exkursionen am Freitag, 18. September, lernen die Teilnehmer der Konferenz Energielandschaften in Mitteldeutschland kennen. So geht es in das Lausitzer Seenland, wo aus ehemaligen Braunkohletagebauen eine weiträumige Erholungslandschaft entstanden ist. Eine zweite Exkursion führt in das Partheland östlich von Leipzig. Hier wird in einem neuen Projekt der Versuch unternommen, organische Stoffe, die bei der Pflege von Parks, Hecken und Feuchtbiotopen anfallen, durch Verbrennung als effiziente Energiequelle zu nutzen.

Die Konferenz „Energy Landscapes: Perception, Planning, Participation and Power“ wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

 

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