Die Grüne Stadt, Naturschutz

Saaten Zeller erweitert Produktion von Wildpflanzensaatgut

Saaten Zeller baut die Anbauflächen für Wildpflanzensaatgut erheblich aus, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Der Betrieb produziert an drei Standorten und mit 55 Landwirten, bewirtschaftet bundesweit rund 2.500 Einzelflächen.

Hintergrund und Bedeutung von gebietsheimischem Saatgut

Bei Begrünungsprojekten in der freien Landschaft, wie Straßenböschungen, Blühstreifen und Naturschutzmaßnahmen, wird zunehmend auf gebietsheimisches Wildpflanzensaatgut, auch als Regiosaatgut bezeichnet, gesetzt. Diese Saatgutmischungen enthalten ausschließlich Pflanzenarten, die in der jeweiligen Region natürlich vorkommen und an die dortigen Standorte und Klimabedingungen angepasst sind.

Von der Verwendung gebietstypischer Pflanzen profitiert auch die Tierwelt (Wildbienen, Schmetterlinge, Säugetiere), die in vielfältiger Weise an die Gegebenheiten der regionaltypischen Kulturlandschaft angepasst ist.

Dies erklärt Dr. Walter Bleeker, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Saaten Zeller. Er ist für die Organisation der Aufsammlungen und die Betreuung der Landwirte in Nordwestdeutschland zuständig, die Saatgut vermehren.

Produktion und Qualitätssicherung bei Saaten Zeller

Saaten Zeller produziert Regiosaatgut basierend auf 22 Ursprungsgebieten. Diese Gebiete wurden in einem wissenschaftlichen Projekt an der Universität Hannover auf Grundlage naturräumlicher und klimatischer Ähnlichkeiten definiert. Die Spenderflächen für das Saatgut werden von firmeneigenen wissenschaftlichen Mitarbeitern nach strengen Vorgaben ausgewählt. Die Aufsammlung des Saatguts erfolgt in der Regel manuell.

Die Vermehrung der Wildpflanzen für die Saatgutproduktion erfolgt über mehrere Anbaugenerationen im Ackerbau.

Der Anbau von Wildpflanzen zur Saatgutproduktion stellt für Landwirte eine echte Alternative dar.

Dies bestätigt Alfons Griesbauer aus Aiterhofen bei Straubing, der für Saaten Zeller auf über 50 Hektar Wildpflanzensaatgut für das Unterbayerische Hügelland produziert.

Das Qualitätssicherungssystem RegioZert® gewährleistet eine lückenlose Rückverfolgbarkeit über die gesamte Produktions- und Vertriebskette des Regiosaatguts. Es ist das einzige Siegel auf dem Markt, das bei der Auswahl geeigneter Arten für jedes der 22 Ursprungsgebiete konsequent auf nachvollziehbare wissenschaftliche Kriterien setzt. Eine Zertifizierung ist ausschließlich für Arten möglich, die tatsächlich in der jeweiligen Region vorkommen, wie Bleeker ausführt. Die Einhaltung der Herkunfts- und Qualitätskriterien wird regelmäßig durch das LACON-Institut geprüft.

09.03.2017

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